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Alles in allem genommen, es war ein schönes Fest, das ohne jeden Missklang ver- lief und bei seinen Teilnehmern nur angenehme Erinnerungen hervorrufen wird.
Am Schlusse unseres Festberichtes mögen noch die eingelaufenen Glückwunsch- schreiben und Depeschen angeführt werden. Es sandten solche Herr Dr. Oaquoin, ein ehemaliger Kollege, unter gleichzeitiger Überreichung seiner Schrift„Die transcendentale flarmonie bei Ernst Marcus“, Herr Kommerzienrat Heichelheim, die Höheren Mädchenschulen zu Ciessen, Offenbach, Mainz und Darmstadt, die Höhere Bürgerschule zu Bad-Nauheim, das Seminar für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt, die Lehrerseminare zu Alzey und Bens- heim, die Realschulen zu Alzey, Bingen, Gernsheim, Gross-Umstadt, Heppenheim, Michelstadt, Oppenheim, Wimpfen, die Oberrealschulen zu Darmstadt und Offenbach und das Real- gymnasium zu Mainz, sowie die Gymnasien zu Friedberg, Laubach und Büdingen. Das letztere schickte eine künstlerisch ausgeführte Adresse.— Von den Depeschen möge die des Hlerrn Direktors Dr. Baltzer zu Marienwerder im Wortlaut wiedergegeben werden:
Saecula, collegae, tria vidit iam schola vestra, Quam multi memori mente piaque colunt.
Gratulor hoc vobis, nec non precor omne ut in aevum Giessae gymnasium floreat arte bona
Ac pueris nostris ex Oraecis atque Latinis Sollerter lectis profluat omne decus.
Als Zeichen einer gerade in unserer Zeit wohltuenden Schülerpietät soll hier noch eine Stelle aus dem Briefe eines Schülers der 60 er Jjahre und das Schreiben des Pfarrers an der kath. Kathedrale zu Calcutta Herrn H. M. Seitz, S. J. abgedruckt werden. Die erste lautet:„Empfangen Sie meine herzlichsten Glückwünsche zum 300 jährigen jubiläum der mir so lieben Anstalt. Ich denke stets mit grosser Freude und herzlicher Dankbarkeit an die Jahre, die ich als ihr Angehöriger verbringen durfte. Wenn jemand mich fragte, ob ich, falls es möglich wäre, noch einmal Giessener Gymnasiast sein wollte, so würde ich ohne Bedenken„Ja“ sagen.“ Herr Pfarrer Seitz, dessen Brief gerade am 11. Oktober unmittelbar vor Beginn der Feier eintraf, schreibt:„Soeben erfahre ich aus Zeitungen, dass am 11. und 12. Oktober eine grössere Feier stattfindet zur Begehung des 300 jährigen Jubiläums des Giessener Gymnasiums.— Als früherer Schüler der Anstalt(v. 1870) drängt es mich, Ihnen sehr geehrter Herr Direktor, dem verehrten Lehrerkollegium und allen Teilnehmern an der Säkularfeier aus dem fernen Indien herzlichsten deutschen Gruss zu entbieten, verbunden mit dem aufrichtigen Wunsche, dass das Gymnasium auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen möge per saecula zur grösseren Ehre Gottes, zum Wohle der jugend und des geliebten deutschen Vaterlandes.— Geistiger Weise nehme ich freudigen Anteil an den Festlichkeiten, die wohl auch viele der früheren Lehrer und meiner ehemaligen Mitschüler zusammenführen werden, der frohen arbeitsreichen Jugendjahre gedenkend und angenehme Erinnerungen an längst vergangene Zeiten austauschend. Es tut mir leid, dass ich nicht mit dabei sein kann, es mögen wenigstens diese Zeilen eines alten Giesseners, der nun schon 27 Jahre in Ostindien tätig ist, allen die Versicherung geben, dass weder Zeit noch Entfernung es bis jetzt vermocht haben, mich die am Giessener Gymnasium so nützlich verbrachten Jahre vergessen zu lassen, und dass ich fortfahren werde, auch in Zukunft aller alten Freunde liebevoll zu gedenken.“
Die Feier der Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers wurde nach all den vorausgehenden Festlichkeiten nur von der engeren Schul-


