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merken konnte, weit über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes hinaus bekannt, ein wie lebhaftes und tiefes Interesse Se. Königliche Hoheit allen Fragen der Bildung, der Erziehung und des Unterrichtes entgegenbringen, wie sehr Allerhöchstdieselben bemüht sind, jeden wirklichen Fortschritt im Bildungswesen zu fördern, den berechtigten Ansprüchen einer mächtig erregten und mächtig ringenden Zeit helfend entgegen zu kommen. Diese fördernde Teilnahme unseres Fürsten wird freudig und dankbar anerkannt von allen denen, die amt- lich berufen sind, auf diesem wichtigsten Gebiete zu wirken, aber auch von denen, die von den Bildungs- und Erziehungsfragen doch eigentlich am unmittelbarsten berührt werden, von den Eltern der den öffentlichen Schulen anvertrauten Zöglinge. Ich glaube deshalb mich nicht zu irren und allgemeiner Zustimmung sicher zu sein, wenn ich sage, dass der Glückwunsch, den ich soeben übermitteln durfte, nicht nur als ehrende Auszeichnung für eine der ältesten Bildungsanstalten des Landes angesehen werden darf, sondern auch als der Ausdruck gnädigen Wohlwollens, das der Landesherr der wichtigen und schweren Ar- beit der Schulen überhaupt entgegenbringt.
Weiter bin ich der UÜberbringer der Glückwünsche der Grossh. Regierung, insbe- sondere Seiner Exzellenz des Herrn Ministers des Innern. Seine. Exzellenz haben sich nur sehr ungern und mit lebhaftem Bedauern entschliessen müssen, unserer Feier fern zu bleiben. Aber früher übernommener Verpflichtungen wegen musste auf die Teilnahme leider ver- zichtet werden. Zuletzt spreche ich die herzlichsten Glückwünsche der Behörde aus, zu deren Leitung ich berufen bin, der obersten Schulbehörde des Landes, die mit Seiner Exzellenz gern und freudig anerkennt, was das Gymnasium in einer Arbeit von Jahrhunderten für das geistige Leben des Hessenlandes geleistet hat. Wir werden es stets als unsere ernste und vornehme Pflicht ansehen, unter der Leitung eines Ministers, der dem Schulwesen seine besondere Aufmerksamkeit zuwendet, unsere beste Kraft für die Blüte und das Gedeihen dieser ehrwürdigen Bildungsstätte einzusetzen.
Ich habe nun noch von einer Allerhöchsten Entschliessung Kenntnis zu geben. Seine Königliche Hoheit der Grossherzog haben Allergnädigst geruht, dem Gym- nasium zu Giessen in Anerkennung einer dreihundertjährigen erfolgreichen Arbeit und zu- gleich zum ehrenden Gedächtnis an den Stifter, Seiner Königlichen Hoheit erlauchten Ahn- herrn, den Namen Landgraf-Ludwigs-Gymnasium
beizulegen. Uber diese Allerhöchste Entschliessung wird dem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium eine besondere Urkunde zugestellt werden.
Meine verehrten Damen und Herren! Ich rede gewiss in Ihrer aller Sinn, wenn ich der Anstalt zu der ihr gewordenen Auszeichnung von ganzem Herzen Glück wünsche. Möge der hohe Name, den sie von heute an trägt, für alle ihre Glieder ein Ansporn sein, auch fernerhin freudig ihre Pflicht zu tun in treuer, selbstloser Arbeit für Fürst und Vaterland!“
Sofort sprach der Unterzeichnete den Dank für die seiner Anstalt zuteil gewordene hohe Ehre aus und betonte, dass das Gymnasium den Namen, mit dem es an seinem Ge- burtstage von Sr. Kgl. Hoheit selbst getauft worden sei, mit gerechtem Stolze fürderhin tragen werde. In das von ihm auf Se. Kgl. Hoheit ausgebrachte Hoch stimmten die An- wesenden begeistert ein.
Die Glückwünsche der Landesuniversität überbrachte Se. Magnifizenz Herr Rektor Professor Dr. Leist in folgenden Worten:


