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die nach deinem Rat über unser Land gekommen sind. Wir danken dir, dass du ihr ver- liehen hast, während ein Geschlecht nach dem andern kam und ging, Schüler auszubilden, die ihres Volkes Lehrer, Richter, Führer und Helfer geworden sind. Lass es uns in dieser Stunde, da deine Güte uns so deutlich vor Augen steht, tief empfinden, wie aller Segen und alle Hilfe allein von dir kommt. Deinem Schutze und deiner Fürsorge empfehlen wir auch für die Zukunft diese Anstalt. Lass sie allezeit sein und bleiben eine Pflegestätte ge- diegenen Wissens und edler Sitte! Schenke ihr Lehrer, die in ihrem Berufe tüchtig sind und in seiner Ubung Freude und Befriedigung finden! Wirke durch deinen heiligen Ceist an den Herzen der Schüler, dass sie willig sind zum Lernen, sich bescheiden in die Ord- nungen der Schule finden und ihre jJugendzeit dir weihen und heiligen! Lass ein Band der Eintracht und des Vertrauens sich schlingen um die Eltern, die der Schule ihre Kinder anvertrauen, und die Lehrer, denen du sie zur Leitung befohlen hast! Lege deinen reichen Segen auf alles, was hier unternommen und getan wird, auf dass es gerate zu der Menschen Wohlfahrt, zur Heiligung deines Namens und zur Förderung deines Reiches. Erhöre unsere Bitten um deiner Barmherzigkeit willen! Vater unser, der du bist im Himmel, Geheiliget werde dein Name, Zu uns komme dein Reich, Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden, Unser täglich Brot gib uns heute, Vergib uns unsere Schuld, wie wir ver- geben unseren Schuldigern, Und führe uns nicht in Versuchung, Sondern erlöse uns von dem Obel, Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
Nach dem Gebete begrüsste der Unterzeichnete die Festversammlung mit folgenden Worten:
Im Namen unserer Anstalt rufe ich allen, die von fern und nah herbeigeeilt sind, um mit uns die Feier des 300 jährigen Bestehens unseres Gymnasiums zu begehen, ein freudiges und herzliches Willkommen zu. Ehrerbietig begrüsse ich die Herren Vertreter der hohen Staatsregierung, Se. Magnifizenz den Herrn Rektor der Landesuniversität wie deren Herren Dekane, die Herren Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und unseres Regiments, die Herren Abgeordneten der Schwesteranstalten, die Freunde und Gönner unserer Schule, die ehemaligen Lehrer und Schüler wie die Angehörigen unserer jetzigen Schüler und spreche ihnen für ihr überaus zahlreiches Erscheinen zu unserem bescheidenen Feste tiefgefühlten Dank aus.
Zu unserem bescheidenen Feste; denn in bescheidenen Grenzen, das stand für uns von vornherein fest, musste sich die Festveranstaltung bewegen. Wie sollte es auch anders sein? Der Zeitpunkt, an dem unsere Erinnerungsfeier eigentlich hätte stattfinden sollen, der 10. Oktober 1905, war versäumt worden, musste versäumt werden aus Gründen, die darzu- legen hier nicht der Ort ist.
Und dann kam die Jubelfeier unserer Ludoviciana. Ihr ungemein glanzvoller Verlauf ist noch bei allen Teilnehmern in so frischer Erinnerung, derselbe Raum, der uns heute vereint, sah damals eine so glänzende Versammlung erlauchter Festgäste, dass es vermessen gewesen wäre, in anderer als bescheidener Weise unser Jubelfest zu begenen. Und dazu trat noch eines. Nach des Dichters Worte wirkt der Ort, wo Tage strebsamer jugend ver- lebt wurden, wie Magnetstein aufs Herz. Und so waren denn die meisten, die auf unserem Gymnasium die Fundamente für ihr späteres Studium gelegt hatten, bereits dem Rufe ihrer alma mater gefolgt und gingen für unsere Feier verloren.
So ist denn unser Gymnasium unter dem Drange der Tatsachen bei seiner dritten Jahrhundertfeier in eine Art von Abhängigkeitsverhältnis zu der Landesuniversität wieder


