Jahrgang 
1883
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liche Gesetze, eine Reihe kühner Verbindungen dadurch interpretieren, daſs wir in dem Com- positum den Vertreter eines mannigfach variierenden Genetivbegriffs erkannten. Ich erinnere nur an die grundverschiedene Ansicht, welche sich bei Hense gegenüber diesen Ausführungen über Ausdrücke wie suνειιοι οσυσꝛντακναρσ oder luere α⁵οσνριεένασν ½ειαοοemνοσ luds findet.

Trotzdem sich aus den kurz berührten Gesichtspunkten für die Mehrzahl der von Hense und mir gemeinschaftlich zur Sprache gebrachten Redewendungen ein durchgreifender Unterschied in unserer Auffassung ergiebt, erkenne ich dankbar die groſse Hülfe an, die mir jenes Buch für die Erklärung der hier folgenden Beispiele geleistet hat. Wenn manches aus jener Arbeit sich hier in ähnlicher Gestalt wiederfindet, so geschieht dies der Vollständigkeit halber, welche eine nochmalige Besprechung bedingt. Es war aufserdem der Absicht dieser Blätter entsprechend, darzuthun, welche Composita dem concurrierenden Streben nach Fülle im Ausdruck einerseits, nach poetischer Idealisierung andererseits zu danken sind. Nur diese Fälle kommen hier in Betracht.

Zunächst*) würden, da wir wohl von den allgemein gebräuchlichen wG dο⁵ενiöe, edμενν, eueuis u. d. absehen können, hier einzustellen sein einige Composita auf-poωνο welche leblosen Gegenständen beigelegt werden, ohne daſs man von ihnen sagen könnte, das zweite Glied werde nicht mehr empfunden. Das Bestreben, die Nocwun; und Ary zu personifi-. cieren und sie sich nach echt griechischer Weise als Gottheiten darzustellen, hat die kühnen Verbindungen dοσν αππονά⁷ die Strafe mit listigem Sinn Ch. 939 und Guαρσρν a das Verhängnis mit freundlichem Sinn Pers. 109 geschaffen. Aber die Blüte alles derartigen hoch- poetischen Stils bietet doch olαοωνõmxeroa der Felsen mit einsamem Sinn Suppl. 759 oder auch G³ερσοσσρν σ‿αςο das Lisen mit grausamem Sinn Sept. 713. Der Zusatz vonoον ggiebt hierbei dem Gedanken eine ganz wesentliche Färbung, indem er die einfachen Begriffe ver- edelt und vergeistigt und so das Substantiv kühn aber nicht unschön hervorhebt. Solche poetische Ausgestaltungen konnten nur dem überaus beweglichen Vorstellungsvermögen der Griechen gelingen. Auch das Tier wird in verwandter Weise mit menschlichen Eigenschaften begabt gedacht, so 2uαοο ⁶ςν Ch. 409**).

Beseelende Personification liegt ferner vor in W Q0, eu-la vergebliche Thorheit Pr. 387. aloxo,ομν αα,οασσοπ schändliche Verblendung Ag. 209. Das zweite Glied hat dabei offenbar schon eingebülst. 646 1 eαea ⁹εο Pers. 105 s. oben S. 17. Vgl. mit un- besonnener Sorgfalt in Herm. u. Dor.

Auch dadurch, daſs leblosen Dingen menschliche Körperteile beigelegt werden, wird der Stil belebt und mit plastischen, anschaulichen Bildern erfüllt. So ist nicht blofs die Zunge 46 ν9*06GG1́ Suppl. 915, sondern auch die Rede hat einen ehrwürdigen Mund 6ℳ⁴Hαe⁶οτοο, wo doch das einfache ⁶eενς μννεα allen Anforderungen der Deutlichkeit genügen würde. Pr. 952. aAlo*ατιο τνοανωσ³ bewegliche Orakelsprüche ib. 660. Der Schiffsschnabel ist nicht bloſs erzgefügt, wie wir oben sahen, sondern hat auch einen ehernen Mund: Laloονα ³ααα nach der alten Emendation Stanleys Pers. 403. Und wenn wir selbst auch kaum noch das Gefühl haben eine poetische Personification in den Ausdruck zu legen, indem wir von dem Mund oder der Mündung eines Gefälses sprechen, so gehört doch nach äschylischem Sprachbewuſst- sein sicher noch hierher τιπν⁶οστιωιν τ resννs Gefäls mit engem Mund Fr. 107.

*) Vgl. Hense beseelende Personification(Progr. 1874) S. 3 6.(Oben S. 3 Z. 2 bitte ich statt 1877 zu lesen: 1874 und 1877.)

**½) Dagegen heiſst εᷣ‿⁴εκαα⁵ν αμmO,ew³⁸ der seinen Vorsatz ausführende Groll Ag. 676.