Jahrgang 
1883
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entwicklung zu geben. So suche ich in allen Ausgaben und Lexiken, die mir zugänglich geworden, vergeblich nach irgendeiner Ansicht über die Interpretation der Alανοουνιοι ⁴ιm, welche Suppl. 928 der Argiverkönig den Danaiden zur dauernden Wohnung anbietet. Daſs Häuser gemeint sind, in welchen sie allein wohnen sollen, geht aus dem Vorhergehenden hervor: ϑ*ν dnrν Boro euuαne valedr 6⁶νμμα αοαιν μuᷣν ααν. So auch Weil. Dagegen Kruse: Einzelhäuser. Oberdick:Unrichtig Weil. Gemeint ist vielmehr der Königspalast«. Die Lexica: einsam, von Einem bewohnt; solitarius; unum habentes ordinem 1. e. dominum(Todt). Man hätte doch wohl irgendwo eine Andeutung darüber erwarten dürfen, was man sich unter dem 6 ⁴ομsε, welchen der sprachgewandte Dichter gewiſs nicht zweck- und sinnlos componiert hat, denkt. Denn mit bloſsem Raten und mehr wird man in den beigebrachten UÜbersetsungsversuchen kaum erkennen mögen erklärt man keine Composita, wie ja auch an Homer schon längst zur Genüge dargethan ist. Nun ist allerdings an die gewöhnliche Bedeutung von 69ο nicht zu denken. Aber abgesehen von den bei anderen Schriftstellern sich findenden Stellen, wo das Wort die Art und Weise, den Zustand, das Verhältnis bezeichnet, giebt uns Aeschylus selbst in vyGς ⁶ι ⁴οοσ⁹ιmνισμ grausam bin ich so zur Ordnung gebracht, in dieses Verhältnis ver- setet Pr. 244 den richtigen Weg zur Erklärung. ⁴l ο86ο0υ ⁄G6ς ist also einsame Verhältnisse bietend. Und wenn den einsamen Häusern zugleich ein 6u,μο in dem angegebenen Sinne zu- geschrieben wird, so ist dies eben nur ein ausmalender Zusatz. Wenn die feigen Bürger zαααααννννοο Sept. 219 genannt werden, so weist das zweite Glied zugleich auf den Sitz dieser Eigenschaft hin. Ebenso dαοανπαν᷑ννυνε Pr. 728. 68 ⁴ο⁴ιοσ Sept. 883. Hσωειοεοιο dες ib. 595 und von der Klytämnestra Ag. 1353*). Zete dœ‿αoyνεααν Pr. 191.

Namentlich bemerkenswert ist auch das Bestreben des Dichters, den nüchternen Zahl- begriff in ein schöneres Gewand zu kleiden, indem er ihn mit einem bedeutsamen Worte, das ein Nomen oder Verbum sein kann, zusammensetzt. Ein ähnliches Bestreben findet sich ja seit jeher in aller Poesie, es widerstrebt scheinbar allem poetischen Gefühle, die nackte Zahl als solche hinzustellen, daher die vielen Umschreibungen und Zerlegungen; mitwirkende Kraft wird auch dem Bedürfnisse des Metrums zuzuschreiben sein.

Die beiden Atriden heiſsen diυιιια Taννταεαν Ag. 1424, ein WMolfspaar dlαο υω Pr. 33, die drei Parzen Molοα οιςσο Pr. 518. Der Zusatz der Gestalt führt uns das Bild der Schicksalsgöttinnen vor Augen. Daſs die dritte Generation roοετ⁶οασσοοο ο heilst Pers. 809, haben wir schon vorweggenommen. Ein malendes Particip soll die dreifachen d. h. die heftigen Leiden versinnlichen und in höchst bezeichnender Weise zugleich an deren Ursprung erinnern: rolxaara ærlœra Sept. 969. Sehr anschaulich und mit einer breiten Sinnlichkeit, die im Deutschen nicht mit gleicher Deutlichkeit wiederzugeben ist, heilst die doppelte Königswürde der Atriden, welche gemeinsam das Land beherrschen: 6 ϑνο ar diαιντοοο ν MAg. 42; dt˙εμοωσemQQ 2odros ib. 108. Zweifache Leiden= 6400 heiſsen Sept. 832 d6εμοσ αανι, Ag. 845 dœσεᷣa aiuara. Nit beiden Händen dud*⁶eεεος TeOG, eigentlich auf beiden Seiten rechts, beide Hände gebrauchend Fr. 237. Ebenso dνκσσεεοιᷣ&ναά Fr. 257. Ein dreifaches Grab, ein dreifaches Gewand von Erde IOν ο⁵ιμ⁴οαοσ atwæ Ag. 836.

*)1οσσασᷣmεαασαοτοαο, welches von Hense poet. Personification S. 52 als kühne Verbindung ange- führt wird, existiert nicht. Denn das Adjectivum bezieht sich an obiger Stelle ohne Zweifel auf Klytämnestra. Man kann überhaupt Hense den Vorwurf nicht ersparen, daſs er bei seinen Zusammenstellungen oft recht unkritisch verfuhr.