Jahrgang 
1883
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Dagegen kann man gewiſs zuweilen auch der Bedeutung nach das Vorhandensein eines wirklichen Compositums zugeben, obgleich der Unterschied vom Simplex nur etwa der zweier Synonyma ist: τοσ εᷣααm der erzgefügte Schiffsschnabel Pers. 406. Dagegen zme,⁶ Grνοο der mit Rudern versehene Zug, die Flotte ib. 414.

Mit besonderer Vorliebe hat Aeschylus statt einfacher Adjectiva Composita auf yevig oder-yovos gebraucht und zwar nicht bloſs, wo es sich um den Begriff der Heimat handelt, welcher ja ein wesentliches Accedens bilden würde. So haben wir oben**) schon 7νμος Alyuaroyevnjs mit voller Geltendmachung des zweiten Bestandteiles erklärt: Hochzeit mit den Aeguptossöhnen. Ebenso kann man Pers. 6. aosoyevg an der Vollständigkeit der beiden Compositionsglieder, auch in der Bedeutung, festhalten. Indessen kann man doch bei Aeschylus vielleicht noch zwei Stufen von Gebrauchsweisen dieser Adjectiva unterscheiden. Teil- weise nämlich erscheint das Compositum mit schwach hervortretender Bedeutung des zweiten Gliedes, teilweise tritt dieses aber auch ganz zurück, was auch die Scholiasten erkennen. Zur ersten Art, also zu einer gewissen unvollständigen Abundanz, rechne ich Ausdrücke wie loxte ouαoysvie Pers. 12. Myaordyν Alyvrroyevjg ib. 36. Ire¹Ooyente 59os ib. 43. ouοmsά εε˙ς ib. 642. uovoyente Trsεανν Ag. 862. xœobl raðra rär auudr doεyev diese Worte sind der Anfang von Klagen, anfanggeworden ib. 1599. Es ist nicht zu ersehen, warum yevg hier allein die active Bedeutung haben soll, welche Todt a. a. O. S. 38 ihm zuschreibt: principium generantia verba. In dem ersten Glied ist die ursprüngliche Form des Substantivs bewahrt. Die verderblichen Keren und Erinyen sind&νσιρέιοαοσw)OQάĕ‚ le zur Vernichtung geboren Sept. 1039. Schol. Mꝭ rο(r Dind.) οαειεοεν νε̈νννυᷣ.. Die sigmatische Flexion von &'eloc ist bekanntlich durch das homerische ιρέ gesichert. Die zweite Art dürfte wohl durch das Schol. zu Ch. 517 als schon im Altertum gewürdigt erwiesen sein; dort heiſst es nämlich zu vsoyevtg ddoαο: dvyrl roP vov. Aulserdem sind fast alle Stellen mit xauisvis xadads hierherzurechnen; namentlich eανεκνι αιοασασα Sept. 725. Schol. ri œαe x⁴υσςμασαέσν. 200% adνyeni Ag. 1608. x. Moloa Eum. 172. al. KOGvς Pr. 223. x. u,πμο Jib. 871. Dazu vergleiche man noch Suppl. 347: xςσν§eνpt- vνο dse. Schol. σν μ τν vεœταεας. Auch die gute Conjectur Hermanns zu Ag. 1117 findet hier ihre Stelle. Derselbe hat das handschriftliche veoννοσ αe‿οωσσνν μἀνον ge- ändert in œudb alg ve6ννοο αμἀιοο Schlieſslich erinnere ich an die S. 13 besprochenen 9ανεν οστοσε, εmνοες dοοσενονενεες, ds zæld roœrò Kaduoysvig.

Auch die zahlreichen Composita auf-oo glaube ich in ihren meisten Verbindungen nicht anders erklären zu sollen, als indem ich annehme, dals sich im häufigen Gebrauch die Bedeutung-des zweiten Gliedes soweit abgeschliffen hat, dals Aeschylus sie weniger dazu be- nutzt, um, wie man gewöhnlich anzunehmen beliebt, leblose Gegenstände poetisch zu personi- ficieren, sondern vorwiegend um vollere Formen anstatt der einfachen zu gewinnen. Die Poesie seines Stils wird dadurch nicht geringwertiger. Wie eng sich übrigens diese Composita mit den oben behandelten decken, sieht man deutlich, wenn man Ausdrücke, wie œαe‿αάνεννα KOGvos, xœααs)άᷣ̃sst Motoai mit folgenden Stellen vergleicht: Suppl. 573 wird Zeus genannt ενους adalρσον υεταςα vercv. Ich kann in dem Compositum nur eine Variation oder ein Syno- nymon von dòg erkennen, das eine andere Seite des Alters betont als etwa alxłνεκνα.

*) S. 7.