Jahrgang 
1883
Einzelbild herunterladen

23

b) Das Compositum hat adjectivische Form.

Die besprochenen Epitheta betrachten wir also als Reste der alten karmadharaya-Composi- tion, welche bei Aeschylus sich demnach noch wirksam zeigen, selbstverständlich aber, wie dies aus der Zeit des Dichters sich erklären läfst, schon von der späteren wirklichen, nicht blos metaphorischen bahuvrthi-Bildung überwuchert wird. Letztere zu behandeln wäre unsere nächste Aufgabe. Da wir jedoch nicht mehr die alten Päninischen Kategorieen uns zum Muster nehmen, so behandeln wir damit zusammenhängend alle mit einem Adjectiv-Suffix versehenen Zusammensetzungen, deren einer Teil, sei er nominal(bahuvr.) oder verbal(karmadh.), den Begriff des aufserhalb stehenden regens wieder aufnimmt. Die schlimme Liebe heiſst mit Aufgabe des alten appositionellen Verhältnisses Ch. 584 nicht etwa eνεέι οσσς, sondern dmrνταςιυτοε, der schlechte Dank nicht dxaοιςα ·dνος, sondern dxαοτε Ch. 40. Diese können nur bahuvrthi sein: keine oder schlimme Liebe, keinen Dank habend. Es ist also nur ein Unterschied in der Form zwischen diesem Ausdruck und den zuletzt behandelten, in der Bedeutung ist derselbe so gut wie verschwunden. Ubrigens erklürt der Scholiast daπςαπιοο mit orwyvég. Hoffentlich steht man jetzt davon ab, an Stelle der handschriftlichen Lesart aus einer nicht hierhergehörigen Hesychglosse da‿υιοσσοσ oder daεοασσσς in den Text zu bringen, wie u. a. auch Dindorf(man vgl. nur sein Lexicon) versucht. Die Verbindung ist so echt äschylisch, daſs man wirklich staunen muſs, wie man zu einer derartigen Aenderung greifen konnte, für die man zu einer etymologi- schen Erklärung noch nicht einmal gelangt ist. Ich kann mich einer weiteren Erörterung darüber um so mehr entheben, als von W. Clemm meines Erachtens die Richtigkeit der Lesart unzweifelhaft erwiesen ist*).

Ebenso finden wir jetzt dem offenbar vorherrschenden Sprachbewulstsein entsprechend nicht etwa Néooα ποουνοεε zahlreiche Perser, sondern τ⁴ανοι Pers. 531. Ag. 670. a 1οσουαντ⁴ἀειιν Pers. 430= ro0000ro. Vgl. 41*ʃιυο ³dαοιςσφα ib. 41. 9ννοG ri³οò(ferne Grenzen habend) xdo der ferne Rand der Erde Pr. 1. 1*2 ,0⁰9⁰9% ib. 805. xνιοεσ ⁶ϑυοσασ Eum. 145. vουαοοοενꝓσεες αέα Ag. 275. 9Gονοςσ volauss ib. 374. 6αφσσνον eleειν Ag. 147= 692l G. 68⁶μοιαπσα soluυ μασra laute Wehlelagen Sept. 1007. ueyαοrovæ iuara Pr. 415. Ueber dεοατονο ⁶αez vgl. S. 9 unten.*αεαι⁴ανοοο π‿νa weite Irrfahrten Pr. 573. ομααα νοοο π ib. 583. dοmσανοο daarela ib. 898. Eine wahre Cumulation von derartigen Synonymen bietet dυοαρνιαιο odrie ralatva dda schlimm tönender Unglücksgesang Pers. 11. Auch von den schwierigeren bahuvrihi- Bildungen auf-goo lassen sich einige auf diese Weise und ohne daſs man zu dem be- quemen Auskunftsmittel der Personification zu greifen braucht, ohne Schwierigkeit erklären. So erscheint doch sicher ⁶οσ⁷⁰υμ Sept. 52 nur als eine aus dem Einfluſs von Gs hervorgegangene Weiterbildung statt 6⁶εοα; vgl. dem ist kein Herz im ehernen Busen bei Goethe und Gαιυeμον eꝙƷ⁵ιο 205. xενσοοσα ‿εμασταα Pr. 760.&oovrtle 8 ⁶8 2οε, eigentlich αëπσέκαeν εαιαν εμeρ᷑ωα, ein kluger Gedanke Pers. 147.bνα̈εροσ uustides=vvciεtꝭi Ch. 609. d⁴⁴ροαον vυναα ⁵εασά(ςoν ε das männliche Her= Ag. 11, worüber auch oben S. 16. In 00769%oveg(dies ist eine zwingende Conjectur Valkenaers für dowα.) 2xd ο⁴οναμ⁴εςι υοσeυνοιι σον frevelnd und tückisch in unheiligem

entschliefsen, da mir doch die Deutung zu entlegen scheint: Kinder der Nacht, die keine Kinder, d. h. nicht mehr jung sind. Vielmehr hat hier arwe die ganz gewöhnliche Bedeutung kinderlos. K. O. Müller: Urnachtstamm ohne Stamm.

*) De alpha intensivo in Curtius Stud. VIII, 111. 113.