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Man wird gewiſs die Aehnlichkeit dieser Verbindungen mit ασα¶m»εdemπττuς nicht verkennen können.— Nicht anders erkläre ich es, wenn Kassandra Ag. 1090 ihr Los xœαrκαοτιιοι Un- heilslose) ruxat nennt*).— Wenn ferner Homer den Paris als einen Unglücksparis(A⁶όααRG) P 39. N 769 bezeichnet oder den Telemach zur Penelope sagen läſst: aνντe εο, ddσμινεο, so scheinen Reminiscenzen an diese Verbindungen den Aeschylus zu dem oft besprochenen ⁶ xdreο αmrατο Ch. 307 veranlaſst zu haben**). Statt einfach zu sagen: o unglücklicher Vater, jammert Orest:% Vater, Unglücksvater, betont dadurch nachdrücklichst das Sohnes- verhältnis und läſst des Vaters Unglück um so schmeralicher erscheinen.— Auch zaxdgarto Bodâ schlimmer Ruf Pers. 915 gehört wohl wegen der beibehaltenen Substantivendung des Compositums hierher***).— Endlich e⁴οeσα duijo ein junger Mann Sept. 516. Die hier im ersten Gliede ruhende Abundanz constatierte schon Tzetzes ad Lycophr. v. 1345: 5„ ydo dvdοοπσαdd σmσπ,‿dio⸗σ., o?ε vεαeαον ς mμεεαꝓροdεσν εꝓνεα.—.
Eine höchst wahrscheinlich ebenfalls uralte Sprachfigur, welche namentlich von den Tra- gikern beliebt wird, ist die Erscheinung, daſs einem Substantivum statt eines negativen Aus- drucks, der, wie wir gleich sehen werden, mannigfach in der Bedeutung variiert, ein Compositum beigefügt wird, das formell nur wieder dasselbe Substantiv+ a privativum enthält. Wenn wir wiederum Homer zum Ausgangspunkt unserer Betrachtungen nehmen dürfen, so gehört wohl hierher 73: T008 44008, Iros, der schon jetzt nicht mehr er selbst ist. Wir können die kühne Wortverbindung im Deutschen gar nicht mit der gebührenden Kürze wiedergeben, sondern blos als vorherrschenden Begriff aller ähnlichen Ausdrücke die Negation bezeichnen; diese allein genügt dem Dichter nicht, auch die Adjectiva zazdòg, druxi¹ u. ä. würden nicht eine gleiche Einfachheit und zugleich Anschaulichkeit gewähren, daher diese eigentümlichen Zusammensetzungen. Aber eben, daſs man einem nicht immer einfachen negativen Be- griffe nur allein durch die allgemeinste Bezeichnung, als welche wir gewils Wiederholung des Substantivs+ a priv. anerkennen werden, Ausdruck giebt, scheint mir doch ganz entschieden auf eine sehr frühe Periode sprachlicher Gestaltung hinzuweisen.— Wir lesen also bei Aeschylus †):&sερνοσνντιαα οοαααοα vãeg dvyaes. Offenbar: die Schiffe sind zu Grunde ge- gangen, sie, die jetzt nicht mehr Schiffe sind, als Nichtschiffe. So auch Schol.: ad u*⁵rt vieg, dmοvro v⁴ο. Pers. 671.— d&eε ααμς αοm⁷ schlechter Dank, Undank Ag. 1531. Pr. 542. Die- selbe Lesart bietet auch M Ch. 40, wo man des Metrums halber in νᷣαοαοοα geändert hat.— Die Weissagung der Kassandra ist Ag. 1096 ein»6α dνοσs eine Weise, die keine lst, ein Unglücksgesang.— Athene hat mit Agamemnon Troia vernichtet: T01ν ⁴eηοαι 2εεο τεν E9xas, also eigentlich die Stadt zu einer Nichtstadt, zu nichte, gemacht. Eum. 453.— d*παέινσ dde πᷣοετηρο dieser Kampf ist ein Nichtkampf, d. h. ein schlimmer, ein nicht zu bestehender. Pr. 902. Man vgl. unser Vnweg, Untier u. ä.— Hierher würde auch die höchst ansprechende Hermann'’sche Conjectur, die aber immer nur eine solche bleiben kann, zu rechnen sein Ag. 1170 Gοονι¶ υςπαoα y.—
*) Vgl. 9l00G 8Mlαν Soph. Trach. 81.— ν ꝙϑυαααν Eur. Hel. 213.— Sνααχ⁴ον 9109 Eur. Suppl. 960.
**) Besonders über die Form Lobeck Paral. p. 213. Auch Curtius, Z. Chr. p. 75.— Bedeutung namentlich bei Todt a. a. O. p. 23.
***) Die Accentuierung der homerischen Nominalcomposita hat Leop. Schröder in dem S. 17 erwäühnten Auf- satze behandelt. Für die eben besprochenen Formen würden namentlich S. 106, 112 zu vergleichen sein, obwohl die nachhomerische Sprache leider in dem Aufsatze fast gar nicht berücksichtigt worden ist.
†) Eine gute Zusammenstellung ähnlicher Verbindungen giebt Wecklein zu Aesch. Prom. 544 und 904. †t) Eum. 1011 Nuærdg xaxMldee Aradeg äühnlich zu erklären, wie Hermann u. A. thun, kann ich mich nicht


