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d anzunehmen, führte dann zu den got. Formen mit dd, wie wir ſie oben ſahen.(Anders bei Grimm, Diphth.). Ueber die altn. Gemination in der Verbindung igg, egg= j ſieh Heyne, a. a. O. 139; 141; vgl. G. g. E. II, 185 f.
VII. Die Spiranten.
Die Spiranten wechſeln in einer und derſelben Mundart, wie im ahd. sajan, sdhan, sawan= serere; fôher und föwer(engl. few)= paucus; craju, gràwa= cana; im altſ. thrijo, thriwo= ter; bräha, bräwa= supercilium; sähun, sawun= viderunt; farliwan, farlihan= concessus; für zu erwartendes knéowon ſteht knéohon, Heyne a. a. O. 111,= genubus; naho, najo= paene; sajan, schan= serere; im agſ. wo g für j erſcheint, nigeuma, nivcuma= advena; bügian, büvan= habitare; für engl. und deutſch: blow= blähen; mow= mähen; throw= drehen; row= Reihe; ſo ahd. pluojan und pluohan, agſ. blôvan; im Anlaute: jäten= plattd. wöde, altſ. wiodan, agſ. weodjan, engl. to weed. D. M. A. III, 378. Ueber w und h Diphth. 20.
Die Spirans s geht bekanntlich(wie im Lat.) im ahd., altſ., agſ., frieſ., und noch entſchiedener um ſich greifend, im altn. in r über, wie auch die got. Spirans z im ahd.; got. huzd= ahd. hort, altn. aſſimiliert hoddr; ahd. kuri: koôs, altn. kurum(obwohl kusum daneben): kiosa, und ſo überall in der Flexion. Ferner agſ. hara= ahd. haso, agſ. iren= ahd. isen(isern); agſ. baso= ahd. peri;— agſ. irsjan, got. airzjan, ahd. irran iſt wohl Aſſimilation. Das tiroliſche uscht bewahrt got. uzd= ahd. ort, und im Chiemgau iſt meschder, was ſonſt merder. G. d. S. II, 1031.
Auch wechſelt die Spirans s mit j, wie im ahd. plasan, got. blésan, altn. blasa= plajan; vgl. im Lat. Caesius und Cajus, Maesius und Maja(2), G. d. S. I, 113, Anm.). So ſtellen ſich denn auch mit w hveol, hvel, hiul,’ε⅓ᷣ zu dem got. sauil, sagil, ibid. 107 und Diphth. 16, und ahd. winistar ſtellt Grimm, G. d. S. II, 987, zu lat. sinister. Zendiſchen Wechſel zwiſchen s und h haben die tiroliſchen Formen hell= selbes; hoggara für soggara; higst= ſiehſt, D. M. A. III, 107.
Uebrigens wechſelt im Gotiſchen die Media g mit der Spirans h ohne äußere Veranlaſſung: äigands und äihands, während im Auslaut väih: veigan als Verſtufung gelten muß, die uns hier nichts angeht. Ebenſo berührt ſich gg mit h, z. B. juggs: juhiza(und mit v in lat. juyvenis); huggrjan: huhrus, während gahts neben gaggan wegen der antretenden Dentalen anders aufzufaſſen iſt.(Anders bei Heyne, a. a. O. 97; 98, verglichen mit 118.)
VIII. Vocaliſation.
Die oben berührte Verwandtſchaft von g und v(Digamma, G. g. E. II. 28; 171 ff.) zeigt ſich noch in einer beſonderen Weiſe in der vollſtändigen Vocaliſation. Bei Diez, R. G. I, 17, finden wir oyννα im Provengaliſchen übergehend in sauma(Diphth. 25 mit saccus zuſammen), franz. somme, deutſch Saum(⸗ſattel). Da aber l, wie wir gleich weiter ſehen werden, ſich ebenfalls zu u vocalſſiert, ſo entſteht auf umgekehrtem Wege aus dem eben angeführten sauma im Spaniſchen salma. Wie aldace aus audax, ſo wird Smaragd, R. G. I, 218, zu esmeracde im Poema de Alexandro, weiter


