Jahrgang 
1864
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germaniſchen; das Tiroliſche zeigt wirklich auch gwedn für geweſen, D. M. A. III, 107. Grimm ſetzt demnach lenk= denk(in der Heanzen Mundart denk, D. M. A. VI, 30), bairiſch tenk, was in den sette communi zu schenk wird; in Iglau wird Fidibus zu filibus, D. M. A. V, 214. Bopp ſtellt lact- zu ſanskr. dugdha, wozu ſich dann got. daddjan, ahd. tahan geſellt, G. d. S. II, 999; 1001. Ob unſer lihLeich dennoch zu ſanskr. deha trotz der ih= polluo gehört? Da lth und lip zuſammenſtehen; aber auch ſanskr. déhin bedeutet anima. Das ad, wie es in gotiſchen Wörtern vorkommt, ſcheintmeiſt durch Angleichung entſtanden zu ſein, während das altn. dd ſich auf etwas andere Weiſe entwickelt; Berührung mit gg, Diphth. 40 ff.; griechiſches 6 iſt anders zu erklären, G. g. E. II, 192 f...

VI. w= b.

Der alte w⸗laut wird im Anſchluſſe an die Liquiden r und l zu b(keine Verſtufung), wie im Griechiſchen vor zu 6 wird, während Erbſe neben araweiz anders aufzufaſſen ſein dürfte. Das ahd. swalawa wird nhd. Schwalbe; ahd. farawa zu Farbe; gelb entſteht aus göl, Genetiv gélewes; Milbe aus ahd. miliwa; mürbe aus ahd. muruwi; mhd. nach swalwe, varwe, milwe, mürwe; in Pfülf iſt w noch härter zur Aſpirate f geworden. Das thüringiſch⸗fränkiſche, weſtfäliſche, ſiebenbürgiſch⸗ſächſiſche b im Anlaut, z. B. bann= wann u. a. iſt anders zu erklären und gehört nicht hierher..

W m=ezr m.

Ob hier wirklicher Wechſel ſtattfinde, wird vielfach bezweifelt; neuerdings wieder von Curtius, G. g. E. II, 165, der ihn wohl für das Griechiſche annimmt, aber die von Grimm vertheidigte Ver⸗ wandtſchaft des deutſchen mit= agſ. vid, engl. with wegen des griech.erd unſtatthaft nennt. Ebenſo beurtheilt er das mundartliche, ſüddeutſche mir= wir, ſtellt aber griech. 46, 4600 zu lit. viddus, got. midjis(Nr. 469), und ſtellt mal-an,(II, 166) mit griech. 4ν0⁄, fal, griech. 4 4à⁹½Ʒ mit lat. villus zuſammen, wozu Grimm, G. d. S. I, 33, altn. smali hinzubringt; u. a. Doch kommt neben dem oft erwähnten Schwalbe, swalwe mundartlich schwalme vor, ſchleſiſch bei Holtei und Weinhold, D. D. 75; auch in Tirol schwalme, D. M. A. III, 104, wo vielfach m= b; in der Rhön, ibid. VI, 422; in Iglau, V, 213; das Umgekehrte in irwl= Ermel, marwl= Marmor, in Iglau D. M. A. V, 210; in der Wetterau;(wie das ſanskr. brü, loqui im Zend zu mrü wird, griech. 50 aus ſanskr. mridus).

1= g.

Der Genetiv von ei lautet eiges, der Plural eigir, der Nom. Sgl. ahd. agi, agſ. aeg, altn. egg. Abgeſehen davon, daß im lat. ovum eine Muta ausgefallen ſcheint, ſo daß der unterLabialismus beſprochene Wechſel eintrat, haben wir es hier nur mit dem j zu thun. Curtius, G. g. E. II, 185, vergleicht das j im altſ. gér mit got. jér; ſo auch das mittelrheiniſche gener= jener; vgl. agſ. geär dasſ.; agſ. forma geol, got. fruma jiuleis; agſ. geond, nhd. jen⸗(ſeits); agſ. geögad, ahd. Jugend; agſ. geard, engl. yard; oſtfrieſ. güntsit= jenſeits, in der Grafſchaft Mark genséid, D. M. A. V, 62; 143. In jenem Falle dürfte es wohl nur unorganiſche Erweiterung ſein, wie oben schreigen neben ſchreien. Die von Curtius, G. g. E. II, 189, nachgewieſene Eigenthümlichkeit des j, ein paraſitiſches