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ſtolpern ibid. V, 209; in Südböhmen Tülk= Türke, VI, 272; in Gottſcheer Mundart prin- schleich= Blindſchleiche VI, 527; ſo entſpricht ahd. sciluf, mhd. schilf dem lat. scirpus, Syn. Nr. 1637. Die unregelmäßigſten Uebergänge von l zu r(und von r zu n) zeigt die ſiebenbürgiſch⸗ſächſiſche Mundart, D. M. A. V, 262 ff.
Liquiden wechſeln auch mit Naſalen, beſonders bei Conſonantenverbindung; im ahd. sliumo für sniumo; nhd. Knoblauch für„Kloblauch“ von„klieben“; der Klopphengſt heißt im Hennebergiſchen knopphengst, D. M. A. IV, 307; in unſerem nhd. Orgel= griech. ö9„.νο; ahd. scörning und scériling= Schierling; ahd. chumin= nhd. Kümmel; agſ. cild,(vgl. got. kilthei)= ahd. chind; und ſo ſtellt ſich altn. munu doch wohl zu griech. 644&; ob„*ro doch gleich 8 4ero? lycklawe oder nyclawe? D. M. A. IV, 362. Wie verhält ſich nhd. Forelle zu ahd. forhana, mittellat. forena? iſt es aus dem Diminutiv forenula, forhel entſtanden? vgl. Diefenbach, Gloſſ. 128.— Ein ſeltner Wechſel von r zu n liegt in der wetterauer Mundart vor: pandskiwil= Pferdskäfer, scarebaeus, der auch bei Iſerlohn vorkommt: paànwiemel, was bei Bochum peärrewiebel iſt, D. M. A. IV, 269.
Im Niederdeutſchen(auch in der wetterauer Mundart) erſcheint ganz regelmäßiger für eine Dentale, welche zwiſchen zwei Vocalen ſteht; z. B. wetterauiſch monrer= Mutter(Mutterthier), oder vielmehr = muotar; mer harre= wir hatten; lerrer= Leder u. ſ. w.; ndd. lerrer= Leiter; Wiggers a. a. O. ſchreibt zwar nur d und dd für die Ausſprache r und rr, z. B. lad ſprich: lar; ik had ſpr. har; ji lad't ſpr. lar't u. ſ. f. vgl. Höfer, Ztſchr. I, 390: hörr= hütete; blörr= blutete u. a. m.; ſchleſiſch scharl= Schädel D. M. A. II, 237; im Leſachthale iſt gaden zu garn geworden, ibid. II, 344; in Nürnberg nerrn= nedden, nieden, unten, ibid. II, 419; V, 365. Für den Anlaut kommt die Eigenthümlichkeit des Engliſchen in Betracht, welches Richard zu Dick und Robert zu Dobe um⸗ wandelt,(vgl. Höfer, Ztſchr. II, 165) wie im Prakrit daha in der Compoſition zu-raha(= dexd) wird. Das Neuſeeländiſche gibt uns darüber den beßten Aufſchluß, da dort d gar nicht vorhanden iſt und ſtets r dafür erſcheint(wie umgekehrt chineſiſch das r, armeniſch das l vermieden wird); z. B. Rawiri= David; Hura= Inda; wie auch dorter für l vorkommt: Erihapeti= Eliſabeth; Peterehema= Bethlehem, Höfer, Ztſchr. I, 208. Auch italieniſch wird sper zu spiedo, ferire zu fiedere, Porphyr zu porfido, prora zu proda, rarus zu rado u. ſ. f. R. G. I, 248. Gleicher Wechſel zwiſchen d, l, r erſcheint in unſerm got. lif= lika= dika= decem(oben raha), wie auch das Hinduſtaniſche Schwanken zwiſchen den drei Lauten zeigt. Außer dieſem got. lif in ainlif, tvalif erſcheint wohl der bekannte Wechſel im Germaniſchen nicht häufig.— Außer den oft citierten ddrοουνμα neben lacruma; Odoesεdg neben Ulixes; 4⁶ϑ ν, ſanskr. madhus neben 1641, mel; daijo neben levir; dlερα neben adeps, im Lat. ſelbſt odor neben olor und olere, deutſch silapar neben lit. sidabras(mundartlich adebar neben eilber, Diphth. 42), gibt Diez, R. G. I, 8 die intereſſante Zuſammenſtellung von badius(Varro
bei Nonius) und franz. baillet, griech. 5αᷣαα, wie filius: fidius. Grimm ſtellt, Diphth. 46, tlan zu iddja; das vermuthete addi ſteht neben lit. ola. Geht aber lingua aus älterem dingua hervor, ſo iſt dieß vollſtändig got. tugg?, während doch lingua kaum von lingo zu trennen ſein dürfte. Lautlich ſteht aud-io doch gewiß zu aur-is, aber got. aus-ö, nhd. Ohr führt wieder zu r= s(wovon unter VII; vgl. G. d. S. I, 352) und für nahe Verwandtſchaft ſprechen die Uebergänge von 70½1ε„ zu 70½1ε˙ν„ 0011„ zu 6%, ſowie das Umwandeln der Dentalen in s vor antretenden andern Dentalen im ganzen Indo⸗


