13 lat. uber; deutſches Bart neben lat. barba, G. d. S. I, 350 ff.; ferner got. nithjis zu ahd. néfo, niftila, altn. néfi, böhm. wieder neti; finſter und düſter ſtellen ſich wohl nebeneinander durch altſ. thimstar, dimstar; agſ. ſteht zugleich fengel und thengel, ebenſo altn. fengill und thengill; altn. fön und thön; ahd. fachala zu agſ. thäcele; ahd. fihala, agſ. féol, altn. thiöl. Die Oſtſlawen ſetzen für das griechiſche 9 ihr f.— Im W. B. ſtellt Grimm hortus neben herba; dazu Wurz. In Iglau wird Kreide zu kreibm, D. M. A. V, 214. In Schleſien wird der Sebenbaum, sabina, zum Sadelbaum, D. M. A. IV, 182.— Ein wunderliches Vorkommen ſcheinbarer Vertauſchung findet in den Dialecten zwiſchen„aber und oder“ ſtatt. In Nordböhmen, im ſächſiſchen Erzgebirge kommt oder= aber, in Thüringen adir, in der Wetterau odder= aber als allgemein mitteldeutſch vor, D. M. A. II, 235; ſo umgekehrt aber= oder in Baiern, in Mähren(Iglau), in Siebenbürgen, in der Wetterau, D. M. A. V, 126; 329. VI, 22. Griech. 960„= 92Mε½οει⁵ιν, wie es Welker auffaßt, ſtände dann zu got. bairan(vgl. Stoll, a. a. O. 18). Ob unſer Platz ſich zu plapja ſtellt, mag unentſchieden bleiben, vgl. G. d. S. I, 428. Oben ſahen wir an den Beiſpielen gharma, 9009&, waram, wie alle drei Klaſſen der Muten ſich vermiſchen. Für das Griechiſche allein findet Curtius(G. g. E. II, 81) dieſen Wechſel zwiſchen Labialen und Dentalen unſicher, und auch hier im Germaniſchen iſt er nur ſpärlich.
IV. Die Naſalen.
Schon vom ahd. zum nhd. ſehen wir den mundartlich(in der Wetterau und Schleſien durchgängig, D. D. 67) noch erhaltenen Wechſel zwiſchen m und n in: Beſem, Bodem, Buſem, Fadem; ahd. faram, nhd. Farren; ahd. pim, nhd. bin; unſer finſter neben jenem altſ. thimstar. Das got. Flexions⸗m wird ſchon ahd. zu n; in den Mundarten ſehr häufig, z. B. in Tirol zun lösn= zum Leſen; auffallend im Anlaut bei Conſonantenverbindung, ſüdböhm. gmuo= genug, D. M. A. VI, 272; in der Schriftſprache Thurm neben dialectiſchem thurn. Nur durch Angleichung(alſo nicht hierher gehörig) entſtanden: Jumfer, Himbeere= hintbere und dgl. m. Entſprechende Erſcheinungen ſind doriſch»ly: epiſch aly; lat. com: con-; lat. ven-io, griech. Salvc: ſanskr. gam, got. qvam; das vediſche him,(lat. hiems): griech. xαν u. v. a. B.
1 V. Die Liguiden.
In verſchiedenen Sprachſtämmen und in Mundarten tauſchen! und r. Griechiſch„oοaoos zu lat. balbus; ſanskr. saras: griech. a4g, lat. sal, got. salt, lit. surus(2); ſanskr. vri: griech. 824A0; ſanskr. sürjas: griech. 140, lat. sol, got. sauil; im Griech. ſelbſt aà06G: 2240»(2) u. a. m. Curtius hat durch Zählung feſtgeſtellt, daß im Griechiſchen nur ¼ aller Liquiden beweglich iſt, G. g. E. II, 131. In der Schweiz heißt die Kirche: chilche, bei Notker ſchon chilecha, ſüdböhm. kilgfölcht= Kirchfahrt, Wallfahrt, D. M. A. V, 410; die Birke: bilacha; ahd. grian, gannire= mhd. glien; altſ. fruobara, solamen= ahd. fluobara; ahd. wurde coriandrum zu chullantar; mhd. smielen neben smieren; ahd. murmurôn und murmuloòn, murmeln; mhd. marteraere und martelaere; ahd. wandarôn und wandalôn, nhd. wandern und wandeln mit etwas modificierter Bedeutung; mundartlich balbieren neben barbieren; deutſch Pilgrim= lat. peregrinuszoſtfrieſ. ungelsk= ungariſch, D. M. A. IV, 227; in Iglau kristié= kliſtieren, sturpeln=


