Jahrgang 
1864
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I. Labialen neben Gutturalen. k, g= w(v), b, p, f. Tabialismus*).

Als früheſtes Beiſpiel liegt wohl im Sanskrit ſelbſt ap= lat. aqua vor, ahd. aha, das ſich wieder mit awa(Diphth. 17) berührt,(G. g. E. II, 56), was auf eine Urform ak führen muß. Darnach berichtigt ſich Grimms Grundform 70l%(G. d. S. I, 347); die vom Etym. Magn. angeführte Form kexog ſteht näher zu einer anzunehmenden Urform akvas als 7απα̈ ½(G. g. E. II, 43 und Nr. 624) trotz dem ſanskr. agvas, perſ. asp. Auch das Rumäniſche zeigt apé neben lat. aqua, wie ëapé neben equa(R. G. I, 213), wie das äol. 16 0eg neben lat. quatuor; franz. ache= apium; ſanskr. Wurzel cal d. i. kal= deutſch fallan; got. qithan führt zu lat. vates(Höfer, Ztſchr. IV, 92). Aehnlich ſteht got. kaurs neben griech. 5aς, ſanskr. gurus; deutſches quillan zu griech. 44 (G. g. E. II, 61; 60) u. a. Grimm vereinigt ſo, G. d. S. I, 348, lat. sagax mitſpähen. Im Deutſchen begegnet uns die mundartliche Form penge(inf. in der Wetterau), die wohl neben altn. kyndaz, zünden, zu ſtellen ſein wird.(Ueber ng= nd ſieh das nächſte Kap.) Ob es ſich zu der keltiſchen tan ſtellt, ſoll zweifelhaft bleiben, ſo lange der Streit überKeltiſch und Germaniſch noch andauert. Unſeres Erachtens wird ſich dann Vieles anders geſtalten und als germaniſch herausſtellen, wenn ſich erſt Holtzmanns Anſicht Bahn gebrochen haben wird. Viele Bauſteine zum Triumphbogen ſind ſchon herbeigefahren durch Jacob Grimm und neuerdings wieder durch Künßberg. Von gewaltiger Bedeutung für die Erklärung ſ. g. galliſcher Wörter iſt die ſchmuckloſe Bemerkung in G. d. S. I, 540:daß es der fränkiſchen Sprache nicht an Spuren der unterbliebenen Lautverſchiebung fehlt; dazu ſehe man den Auslauf über die malbergiſche Gloſſe(G. d. S. I, 548) und Künßberg(W. g. A. 143188). Darnach entſcheidet ſich die Priorität von dialectiſchen Formen wie Schwalbe und Schwalchen.(Hennig Pr. W. s. v.). Der Vogel wurde nach derKehle benannt: agſ. svelgan, svealh= deglutire; engl. swallow, ahd. swalawa, wozu man ahd. salaha, agſ. sealh, engl. sallow halte. Curtius, G. g. E. Nr. 388, hat das mhd. swal swalwe= cithara und swalwe= hirundo zu griech. Gάάα(4) geſtellt und eine svar angenommen, wozu ſich dann, Nr. 406, ahd. swarb= gurges ſtellen könnte, wenn nicht andere Bedenken dagegen ſprächen. Vgl. G. d. S. I, 205. Das ndd. swalke, swölk, swulk ꝛc. iſt ſicherlich kein Diminutiv, das daneben swalfke lautet, D. M. A. VI, 422. Dieſe Reihe iſt zahlreich vertreten in Wörtern wie tallow= Talg, sorrow= Sorge, furrow= Furche, marrow= Mark, barrow= Borg, plow neben plough= Pflug u. v. a.; ſchott. owsen= engl. oxen; mundartlich Elbück= engl. elbow; bei Schmeller diu weife, Grenzmark= weich; ndd. ſchück= ſchief; engl. dwarf= Zwerg; ahd. hovar, nhd. Höcker, Herbſt iſt im Oberbairiſchen: Hirgſcht. Zu lat. pluvia ſtellt ſich lit. plaukti; zu griech. 10 zog lat. lupus, ſanskr. vrika, ruſſ. vl'k', perſ. gürk(wie auch hier gerdiden= ſanskr. vrit); zu griech., ½8 1 lat. nebula; got. vintrus, ahd. wintar zu hiems, griech. Xeu, Xet³ααεν; got. qainén, ahd. weinôn; unſer kommen, got. qiman iſt lat. ven-ire (griech. dennoch 5αιο). In der beliebten Verbindung qu iſt ein Stück Alterthum erhalten. Aus Dacvus entwickelt ſich einerſeits Dacus(Dacia) Dahae, andrerſeits Davus, wie aus racvus: raucus und ravus, G. D. S. I, 190; 223. Unſer Schaum, scum iſt lat. spuma(vgl. Jacobi a. a. O. 47. Grimm im W. B. s. v.Feim); Gras dürfte nicht zu weit abſtehen vom ahd. wraso, ſowie die Kuh,

*) Dieſer Terminus iſt von Curtius entnommen.