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zwar berücksichtigt worden, allein die Einteilung der Räume wäre auch vom Standpunkt des praktischen Schulmannes aus zu begutachten und eventl. Vorschläge zu berüksichtigen. Ihr Einverständniss mit unseren Vorschlägen vorausge- setzt dürfen wir Ihnen vielleicht vorschlagen, sich die Pläne zu verschreiben, sie zunächst nachzuprüfen und alsdann erst Herrn Baurat Plitt zu einer Erläuterung und Be- sprechung im Beisein des Lehrerkollegiums einzuladen. Es liegt uns sehr am Herzen, einen durchaus einwand- freien Schulbau zu erstellen, welcher allen Bedürfnissen genügt und der Gemeinde zur Zierde gereicht, den Leh- renden und Lernenden aber einen in jeder Beziehung zu- frieden stellenden und aneifernden Aufenthalt gewährt.
Nuss.
In seiner Antwort vom 6. Dezember 1908 dankte der Unterzeichnete der Stadtvertretung für die Bereitwilligkeit, womit sie die für die hiesigen Verhältnisse hohen Opfer übernommen, und rühmte den weiten Blick, den sie damit bekundet habe. Er wies ferner darauf hin, dass er gern mit dem Schulbau eine Direktorwohnung verbunden ge- sehen hätte und nur deshalb auf dieser Forderung nicht bestanden habe, um nicht Schwierigkeiten zu häufen und den Schulbau selbst zu gefährden. Doch möõöge man die Sache im Auge behalten. Den Wünschen der Bürger- meisterei zu entsprechen, erklärte er sich gern bereit und schlug eine Besichtigung ähnlicher Neubauten z. B. der Höheren Bürgerschule zu Gross-Gerau und Dieburg vor.
Am 6. Mai 1909 erhöhte der Gemeinderat die Summe um 10 000 Mk. also auf 180 000 Mk., um zugleich bei dem Schul-Gebäude ein eigenes Haus für den Schul- diener zu schaffen. Am 21. Dezember 1908 fand eine Sitzung des Lehrerrates statt, worin Herr Regierungsbau- meister Ulrich die Baupläne erläuterte und die Wünsche des Lehrerkollegiums entgegennahm. Sie betrafen einen Arbeitsraum für Schüler in Physik, einen An- und Aus- kleideraum beim Turnsaal, und die Verlegung des Mine- ralienkabinetts an den Chemiesaal. Am 13. jJanuar 1909 hatten der Unterzeichnete und Herr Regierungsbaumeister Ulrich wegen des Bauplanes eine Besprechung bei der obersten Schul- und der Baubehörde in Darmstadt, ebenso Herr Baurat Plitt am 20. Januar.
Hiernach wurde das Direktorzimmer wegen des besseren Ueberblickes über den Hof in den Nordflügel verlegt.
Die übrigen Beanstandungen des Ministeriums wurden dem Herrn Kreis-Bauinspektor am 28. Juni 1909 schriftlich mitgeteilt und von diesem der Realschuldirektion am 1. Juli übermittelt, von ihr am 6. Juli dem Lehrerrat vorge- legt und diesem am 8. Juli von Herrn Baurat Plitt und Regierungsbaumeister Ulrich erläutert. Die vom Ministe- rium vorgeschlagenen Aenderungen liessen die äussere Ar- chitektur des Baues unberührt und bezweckten nur eine etwas andere Verteilung der Räume; den Wünschen des Ministeriums wurde möglichst entsprochen.
Herr Regierungsbaumeister Ulrich übernanm am 1. Oktober 1909 eine Stelle in Dessau in Herzogl. Anhalti- schem Staatsdienst. Den Bau hatte er eiſrigst gefördert. Sein Nachfolger wurde anfangs Februar 1910 Herr Regierungs- baumeister Marx.
Im Sommer 1910, wo der Rhein wochenlang die Lin- denallee überflutete, drang das Hochwasser auch in die Keller- und Ffeizräume des Realschulneubaues ein und machte um- fangreiche lsolier- und Verdichtungsarbeiten nötig, um einer Wiederholung solcher Kalamität künftig vorzubeugen.
Im Herbst 1910 war der Rohbau vollendet.
Die Arbeiten waren an folgende Unternehmer vergeben worden:
Die Dampfheizungsanlage an Käuffer in Mainz, die Eisenbetonarbeiten an Diplom-Ingenieur Fischer auf der Gustavsburg, die Erd- und Maurerarbeiten an Adam Bonn Ill. und Vereinigung der Bauunternehmer Lorsch, die Stein- hauerarbeiten an Schneider und Katzenbächer hier, die Materiallieferung an die Gernsheimer Holzindustrie, die Grob-Schlosserarbeit an Leonhard Wilhelm hier, die Speng- lerarbeit an Röchner und Hüter hier, die Zimmerarbeiten an Michael Bikoni, Anton Dann, Joh. Jakbob Dann und Andreas Maus II., sämtlich hier, die Blitzableiteranlage an Heinrich Lüttig in Worms, die Dachdeckerarbeit an Kaspar Schmelz in Mainz, die Installationsarbeiten an J. Nohl in Darmstadt, die Glaserarbeiten an Friedrich Brand hier, die Weissbinderarbeit der Vereinigung der Bauunternehmer in Lorsch u. Friedrich Schneider II. u. Cons. hier, die Schreiner- arbeit an Joseph Renner u. Cons. hier, der Linoleumbelag an Wilhelm Erbnich u. Cons. hier, die Schlosserarbeit Los 1 u. 4 an Karl Bauer und Anton Bicht hier, Los 2 u. 3 an Leonhard Wilhelm hier.
Nach der Abrechnung vom 12. Oktober 1911 kam der Realschulbau einschliesslich dem Wohnhaus des Schul- dieners auf 184 1190 Mk. 30 Pfg.
Zum Vergleich sei beispielsweise vermerkt, dass der Bau der Höheren Bürgerschule zu Dieburg 187 600 Ml. und derjenige zu Gross-Gerau 147 000 Ml. kostete.
Für die Inneneinrichtung hie die Direktion einen Kredit von 20 000 Mk. verlangt. In einer Zuschrift Gross- herzoglichen Ministeriums vom 6 April 1900 wurde diese Summe als viel zu hoch bezeichnet. Der Eineug in den Neubau dürfe kein Anlas; sein, sofort umfassende Anschaf- fungen zu machen; es wurden genaue Voranschäge verlangt.
Am 21. Mai nachmitttags hielten dann Herr Ministerialrat Eisenhuth und Herr Geheimer Oberschulrat Block mit dem Lehrerkollegium eine Besprechung ab wegen der inneren Einrichtung des Neubaus. Die einzelnen Punkte unserer Vor- anschläge wurden auf ihre Notwendigkeit hin geprüft; manche Wünsche mussten der Finanznot wegen aufgegeben werden.
Die Dürftigkeit unseres physikalischen und chemischen Kabinettes wurde nach einer Besichtigung ausdrücklich an- erkannt und der jährliche Kredit in den sachlichen Aus- gaben hierfür von 300 auf 700 Mk. in dankenswerter Weise erhöht. Bei der Anschaffung des Schulmobiliars wurde mõög- lichste Berücksichtigung der heimischen Geschäftsleute empfohlen. Der auf Grund dieser Besprechung von der Direktion aufgestellte neue Voranschlag ergab für die Innen- einrichtung die Gesamtsumme von 13 000 Mk. Dieser fand die Billigung der Schulbehörde, sie vertrat ihn bei den Landständen, und diese bewilligten die vorgesehene Summe ohne die damals allgemein üblichen Abstriche. Durch Ministerialverfügung vom 15. April 1910 wurden der Direktion 13 000 Mk. für die Inneneinrichtung der Realschule unter Kapitel 118 Titel 6 zur Verfügung gestellt.
Die Lieferung der neuen Schulbänke für 1545 Ml. er- hielt die Alsfelder Schulbankfabrik, die alten mit sonstigem Mobiliar wurden von den Vereinigten Bauunternehmern in Lorsch für rund 500 Mk. neu gestrichen. Neues Schul- mobiliar u. a. für den Zeichensaal, das Lehrerzimmer lie- ferte in Losen zu 1616, 551 und 505 Mk. Herr Möbel- schreiner Renner in Gernsheim; für sonstige Schreinerar- beiten erhielt derselbe 326 Mk.; Schreinermeister Nikolaus Wunqderle V. in Gernsheim für einen eichenen Tisch 44 ½ Mlk.; die Ausstattung des Turnsaales wurde von der Firma


