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Jakob Bickhardt in Darmstadt für 1175 Mk. ausgeführt; die des chem. und physikal. Kabinettes von den Werkstätten für Feinmechanik von Fr. Fuendeling in Friedberg im Preise von 3 383 Mh.; eine Experimentierschalttafel für 571 Ml. wurde vom elcktrotechnischen Institut von L. Lange in Darm- stadt, ein Gleichstrom-Elektro-Motor G. M. VII 220 Volt 0,75 P. S. zu 110 Mk., 1 Anlasser Nr. 934 zu 22 Ml., 1 Gleichstrom Eelektro-Motor(C. M. II 220 Volt ½³ P. S. zu 18 Mk. von den elektrotechnischen Werken in Darm- stadt, ein Experimentiertisch für Physik nach Meinhold Nr. 50003 mit Wasserluftpumpe und Wasserstrahlgebläse zu 675 Mk. von Max Kohl in Chemnitz bezogen. Die Vorhänge für die vielen Fenster lieferte das Tapeziergeschäft von W. Schad in Gross-Gerau für 657 Ml.
Alle Inneneinrichtungen, soweit sie unbeweglich sind, also mit Decken und Wänden fest verbunden, waren von der Gemeinde zu tragen(M. d. I. vom 8. April 1900) und wurden von dieser auch übernommen(Schreiben der Bür- germeisterei vom 20. August 1900).
Meinungsverschiedenheiten, die eines Ausgleiches be- durften, konnten hierbei immerhin aufkommen.
Die Ausrüstung des Turnsaales wurde vom Staate über- nommen. Da die Turnhalle auch der Volksschule zur Verfügung steht und von ihr der vielen Klassen und Schüler wegen natürlich vielmehr benutzt wird als von der Real- schule,“*) so wurde durch Verfügung des Ministeriums vom 4. April 1910 bestimmt, dass für Verzinsung der Anschaf- fungskosten 4% uand für Erhaltung und Erneuerung der Geräte weitere 3% in Rechnung zu stellen seien und dass an diesen 7% die Gemeinde im Verhältniss der Be- nutzungszeit und der Schülerzahl zu partizipieren hätte, der Anteil der Gemeinde wurde durch Vereinbarung des Bür- germeisters und des Direktors auf 70 Mk. festgesetzt.
Die Beleuchtungskörper für die elektrische Beleuchtung der Schulräume im Betrag von 1817 Mhk. wollte die Stadt anschaffen, verlangte aber eine Verzinsung der Anlagekosten zu 4 h% durch den Staat und erklärte sich bereit, auf diese Verzinsung zu verzichten, wenn auch der Staat auf die Verzinsung der Turngerätekosten verzichte.(Gemeinde- ratsbeschluss vom 8. September 1910).
Die Direktion unterstützte diesen Vorschlag; das Mi- nisterium lehnte ihn am 11. Oktober als unannehmbar ab. Der Stadtrat zog hierauf seinen Beschluss vom 8. Septbr. zurück; die Sache ruhte, und es schien, als müssten wir zunächst auf eine Beleuchtungsanlage verzichten.
Nach der glanzvoll verlaufenen Einweihungsfeier der neuen Realschule übernanm der Gemeinderat durch Be- schluss vom 4. Mai 1911 die Beschaffung der Beleuch- tungskörper, deren Kosten nach dem Voranschlag des In- spektors Gudernatsch in Darmstadt auf ca. 900 Ml. er- mässigt waren. Die Arbeit wurde durchaus befriegend ausgeführt.
Mitte Februar 1911 trat Herr Regierungsbaumeister Marx, der den Bau rege gefördert hatte, in die Dienste der Stadt Worms über. Die Inneneinrichtung war so weit ge- diehen, dass man hoffen durfte, den Bau mit Beginn des neuen Schuljahres beziehen zu können.
B. Die Vorbereitung der Einweihungsfeier.
Am 23. Februar vereinigte der Unterzeichnete das Leh- rerkollegium zu einem Meinungsaustausch über eine etwaige Einweihungsfeier. Die Ansichten gingen sehr auseinander, manche meinten, man solle von einer Einweihungsfeier
*) Im Winter 1911/12 benutzte die Volksschule den Turnsaal in 22 Stunden wöchentlich, die Realschule in 6 Stunden.
überhaupt absehen oder sie doch sehr stille halten; fehlte doch ohnehin für eine entsprechende Feier das Geld.
Um die Frage der Einweihung in Fluss zu bringen, richtete die Direktion am 9. März 1011 eine Anfrage an den Stadtvorstand, ob und welche Feier die Stadt mit der Uebergabe des neuen Realschulgebäudes an die Schule zu verbinden gedenke.
Am 30. März fand hierüber eine Stadtratsitzung statt, wozu der Direktor und Herr Oberlehrer Uhl eingeladen und erschienen waren. Es wurde beschlossen, dass eine Einweihungsfeier stattfinden solle, sie wurde auf Mittwoch, den 26. April festgesetat und sollte sich nach folgendem Programm vollziehen.
9% Uhr: Abschfied vom alten Schulgebäude; Zug zum neuen.
10 4 Uebergabe des neuen Realschulgebäudes; hierauf Schulfeier im Turnsaale.
11 ½. Besichtigung des Neubaues.
12¹„. Festessen.
7 4 Kommers im Haas'schen Saale.
Anfangs Närz schon hatte der Direktor zur Beschaffung von Geldmitteln an die früheren Lehrer und Schüler fol- genden Aufruf erlassen:
Sehr geehrter Herr!(Kollege!)
Nach Ostern wird die Einweihung des stattlichen Neu- baues der Realschule zu Gernsheim erfolgen. Es ist be- absichtigt, diesen Tag festlich zu gestalten und den früheren Schülern Gelegenheit zu bieten, bei einem frohen Zusam- mensein ernste und heitere jugenderinnerungen auszutauschen.
Mit einem solchen Fest sind Kosten verknüpft, auch bedarf unsere Lehrmittelsammlung einer Erweiterung. Wir möchten nun die früheren Lehrer und Schüler der Real- schule und höheren Bürgerschule bitten, auch durch einen kleinen Geldbeitrag ihr Interesse an der Schule und der Feier zu bekunden. Es kommt uns weniger auf die Höhe des Beitrags als auf die Zahl der Beitragenden an. Einige Beträge von 1l bis 10 Mk. sind bereits gespendet. Wir laden auch Sie freundlichst ein, sich dieser Kundgebung anzuschliessen. Ueber die eingegangenen Beträge wird später Rechenschaftsablage erfolgen. Die Drucksachen zur Feier werden Ihnen nach Feststellung des Programms noch zugehen. In vorzüglicher Hochachtung! Grossherzogliche Direktion der Realschule Gernsheim a. Rh.
Dr. Seidenberger.
Die Gaben gingen nun so rasch und reichlich ein, dass nicht nur die pekuniären Bedenken schwanden, sondern vor allem auch der deutliche Beweis erbracht war, dass für eine Einweihungsfeier die Bereitwilligkeit weiter Kreise vorhanden war.
Mit froher Zuversicht konnte nun an die nähere Vor- bereitung des Festes gegangen werden. An die früheren Schüler und an die Eltern der jeteigen wurden etwas über 1000 Einladungen versandt, wovon etwa unbestellbar zu- rückkamen. Die Schul- und Baubehörden, sowie das Kreis- amt wurden schriftlich éingeladen, die übrigen Einladungen ergingen durch die Zeitung.
Für etwaige Versechen, die in der drängenden Eile un- terlaufen sein mögen, bittet der Unterzeichnete um freund- liche Entschuldigung.
Die Frage der Musik beim Kommers fand eine glück- liche Lösung. Die Herrn Kaufmann Schnell, Sekretär Simon und Gasthalter Schnatz(Klein-Rohrheim) erklärten sich be- reit, ihr musikalisches Können zur Verfügung zu stellen,


