Jahrgang 
1926
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5. Der Elternbeirat.

Die im Sommer 1924 gewählten kerren, Sanitätsrat Dr. Bank, Geisenheim, Weinhändler Peter Breuer, Rüdesheim, Prof. Dr. Kroemer, Geisenheim, Katasterobersekretär Georg Erbrodt, Rüdesheim und Weinhändler Hermann Weil, Winkel blieben auch in diesem Jahre die Ver- treter der Elternschaft. Das erfreuliche Zusammenarbeiten zwischen Elternbeirat und Schule bedarf auch diesmal besonderer Erwähnung.

6. Verschiedenes. Der Neubau der Anstalt.

Kriegs- und Nachkriegszeit hatten den so dringend notwendigen Neubau des Anstalts- gebäudes immer wieder hinausgeschoben. Zeitweise mußte es scheinen, als ob es überhaupt nicht mehr dazu kommen werde. Demgegenüber ist das erfreulichste Ereignis des abge- laufenen Schuljahres die endgültige Sicherung des Baues. Damit werden dann endlich die im letzten Jahresberichte beklagten Mißstände verschwinden, die natürlich unverändert weiter bestehen und einen geordneten Schulbetrieb so sehr hemmen. Im Mai 1925 wurde durch Vertreter der zuständigen Ministerien und der beteiligten Gemeinden die Aufbringung der für den Bau benötigten Mittel geregelt, da die hierfür vorgesehenen Kapitalien inzwischen völlig entwertet waren. Durch das Entgegenkommen der staatlichen Behörden wurde eine für alle Parteien tragbare Lösung gefunden. Auch die viel umstrittene Platzfrage wurde im Laufe des Jahres gelöst. Statt des ursprünglich ins Auge gefaßten Platzes zwischen Geisenheim und Rüdesheim, der allzu weit vom Bahnhof gelegen war und auch sonstige Mängel aufwies, wurde in dem sog. Kapellengarten in schöner, freier Lage ein Platz gefunden, der allen An- forderungen entspricht. Inzwischen sind die Baupläne ausgearbeitet und die Erdarbeiten schon ein gutes Stück gefördert worden. Alle Aussicht ist vorhanden daß mit dem Beginn des Schuljahres 1927 die Schule ein ihrer würdiges Heim beziehen kann. Wenn dies dann auch etwa zehn Jahre später geschieht, als es einst erwartet wurde, so soll das die Freude der Lehrer und Schüler nicht trüben. Allen, die sich um das Zustandekommen der erfreulichen Regelung bemüht haben, ist die Schule zum wärmsten Dank verpflichtet.

7. Chronik der Anstalt.

Das Schuljahr begann am 21. April mit der Aufnahmeprüfung; am folgenden Tag nahm nach feierlichem Gottesdienst für die beiden Konfessionen der regelmäßige Unterricht seinen Anfang.

Der Amtsantritt des Reichspräsidenten von fHlindenburg wurde in entsprechender Weise in den Klassen gefeiert; der Unterricht fiel an diesem Tage aus. Des Verfassungstages kann hier, da er indie Ferienzeit fällt, erst nach den Sommerferien in ähnlicher Weise gedacht werden.

Der Dezernent der Anstalt, flerr Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg, be- suchte die Anstalt im Anfang Mai und wohnte in mehreren Klassen dem ÜUnterricht bei. Gegen Ende des Schuljahres stattete der staatliche Musikfachberater, Herr Obermusiklehrer Veidt, der Anstalt einen Besuch ab und gab dem den Musikunterricht erteilenden Lehrer wertvolle Anregungen. 3