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Auch hier fanden Farbspiele und Übungen im abstrakten Ornament zur Geschmacks- bildung statt.
Kl. I und J. Die Übungen aus der Vorstellung und Erinnerung wurden allmählich durch Naturstudien abgelöst.
Lebende Pflanzen, Architekturen, Maschinen, das Gebiet des Sports gaben den Stoff zur Arbeit. Als Techniken kamen Malen in Tempera, Zeichnen in Blei und Feder, Papier- und Linolschnitt, Klebpapiere in Anwendung.
Befreiungen vom ÜUnterricht fanden nicht statt.
2. Musik.
Die Klassen V und VI hatten wöchentlich 2 Stunden Gesangsunterricht, während die stimmbegabten Schüler der mittleren Klassen zu einem gemischten Chor, die der oberen Klassen zu einem Männerchor mit wöchentlich je 2 Chorgesangsstunden vereinigt waren. Als Singebücher wurden die 4 ersten flefte des Jödeschen Liederbuches„Der Musikant“ eingeführt. In die Chor- gesangsstunden wurden musikwissenschaftliche, insbesondere musikgeschichtliche Belehrungen eingeflochten unter Hervorhebung verschiedener Tondichter. Ein Schülerorchester konnte bisher leider nicht zustande gebracht werden, obgleich etwa 25% der Schüler Musiker sind.
3. Leibesübungen.
a) Turnen: Während des Sommerhalbjahres bestanden 5, im Winterhalbjahre 7 Turn- abteilungen, deren kleinste 21 und deren größte 45 Schüler zählte. Geturnt wurden im ersten flalbjahre hauptsächlich die volkstümlichen Übungen, Laufen, Werfen, Springen, Rhythmische Gymnastik, im zweiten flalbjahre dagegen tüchtig an den Geräten geübt und neuzeitliche Frei- und Handgeräteübungen durchgeturnt. Gehübungen, Körperschule, Laufschule und Leistungs- turnen bildeten das Gerippe für den Ausbau der Turnstunden, zu denen Jahns„Deutsche Turnkunst“, die Werke Neuendorffs, Bodes, Kriegs, Schütz’, Niels Bukhs usf. Turnstoff im Übermaße boten. Ein vernunftgemässes Üben und Durcharbeiten dieser Turnstoffe ließ die Schüler den Wert der geregelt betriebenen Leibesübung am eigenen Körper erkennen und zeitigte den Erfolg, daß einem großen Teil der Schüler die Turn- und Spielstunden zu einer „Krbeit im Gewande jugendlicher Freude“ wurden.
b) Turnspiele: Geübt wurden in wöchentlich 8 Stunden, an denen außer den vom Turnen befreiten Schülern alle teilnehmen mußten, Schlagball, Faustball, Handball, Fubßball, Schleuderball und die zu diesen Kampfspielen gehörigen Vorbereitungsspiele. Es bestanden 4 Spielabteilungen. Eine bei den Reichsjugendwettkämpfen teilnehmende Faustballmannschaft brachte es durch ihr fleißiges UÜUben unter Anleitung des Studienrats Schlitt fertig, bei 6 Be- werbern den ersten Sieg zu erringen. Hlemmend für den Spielbetrieb wirkten ungünstige Platz— verhältnisse, die große Anzahl der Fahrschüler und die Größe der Abteilungen, von denen eine 72 Schüler zählte.
c) Schwimmen, die gesundeste Leibesübung, konnte nur im Sommer, wegen des un— mittelbar am Ufer des Rheinstroms gelegenen Turnplatzes aber um so stärker betrieben werden. Von den 230 Schülern sind 128= 56% Freischwimmer.
g) Freie Arbeitsgemeinschaften.
Wie aus der Lehrverfassung zu ersehen ist, wurden im Winterhalbjahre 6 Arbeitsgemein- schaften zur Vertiefungverschiedener Unterrichtsfächereingerichtet u. dabei folgende Stoffebehandelt


