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9. Zufolge Verf. vom 27. Oktober S. 5200¹, bzw. Min.⸗Erlaß vom 22. Oktober U. II. 8084, rückten aus Anlaß der Penſionierung des Prof. Gegenbaur die Oberlehrer Prof. Dr. Koerber, Dr. Zilch und Dr. Bölke vom 1. Oktober ab um je eine Stelle auf, und in die dadurch frei werdende letzte Oberlehrerſtelle wurde zum 1. April c. der ordentliche Lehrer am Gymnaſium zu Wiesbaden Oberlehrer Dr. Georg Weſener befördert.
Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war während des abgelaufenen Schuljahres ſehr ungünſtig. Nicht nur mußte der Direktor Dr. Goebel, nachdem er ſchon vom 5. September ab den Unterricht eingeſtellt hatte, für ein halbes Jahr, der Prorektor Prof. Gegenbaur für die Monate Auguſt und September und der Hülfslehrer Tiemann für die beiden erſten Wochen des Winterſemeſters wegen Krankheit Urlaub nachſuchen, ſondern auch andere Lehrer erkrankten für längere oder kürzere Zeit. So blieb Oberlehrer Dr. Zilch im Mai 5, im September 4, im Oktober 6, im November 4, im Dezember 2, im Januar 13 Tage und vom 1. Februar an der Schule fern, ebenſo Oberlehrer Dr. Bölke im November 4 und im März 2, Gymnaſiallehrer Breitung im April 18 und im Februar 2, Hülfslehrer Stern im November 3 und Zeichenlehrer Binder öfters mehrere Tage. Außerdem wurden einige Lehrer durch dienſt⸗ liche oder ſonſtige Verhinderungen wiederholt dem Unterricht entzogen. Unter dieſen Umſtänden mußte die vollſtändige Erreichung der Lehrziele fraglich erſcheinen.“*)
b) Feierlichkeiten und andere Vorgänge.
1. Am 8. April, dem weißen Sonntag, wurden 7 evangel. Schüler, welche durch den Konfirmanden⸗ Unterricht des Herrn Superintendenten Rollmann vorbereitet worden waren, feierlich konfirmiert.
2. Am 9. April wurde das Schuljahr eröffnet. Zunächſt wurden die neu angemeldeten Schüler geprüft und den verſchiedenen Klaſſen zugewieſen. Tags darauf begann, nachdem ein feierlicher Gottesdienſt in der Nonnenkirche ſowie der herkömmliche Eröffnungsakt mit Choralgeſang, Gebet, Anſprache des Direktors, Vorleſung der Schulgeſetze ꝛc. in der Aula voraufgegangen war, der Unterricht.
3. Im April waren 25 Jahre verfloſſen, ſeit Herr Dr. Eduard Goebel die Leitung unſerer An⸗ ſtalt übernommen hatte, nachdem er durch Allerhöchſtes Reſkript vom 26. Februar 1863 zum Direktor der⸗ ſelben ernannt und am 7. April verpflichtet worden war. Es war begreiflich, daß das Lehrerkollegium den Ehrentag eines Mannes, der ſich nicht nur um das Gymnaſium hoch verdient gemacht, ſondern auch ſtets das beſte Einvernehmen mit ſeinen Mitarbeitern gepflegt hatte, feierlich zu begehen wünſchte. Die vorgeſetzte Behörde kam dieſem Wunſche bereitwilligſt entgegen, indem ſie geſtattete, daß an dem betreffenden Tage der Schulunterricht ausgeſetzt und ein Feſtakt veranſtaltet werde. Mit Rückſicht auf beſondere Verhältniſſe wurde der 27. April zur Feier beſtimmt. Ein Fackelzug, welchen die Schüler ihrem hochgeſchätzten Direktor am Vorabende zu bringen beabſichtigt hatten, ſowie ein Feſteſſen, welches die Kollegen am Tage der Feier ſelbſt zu veranſtalten willens geweſen waren, mußte wegen des bedenklichen Geſundheitszuſtandes Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich III. unterbleiben. Daher beſchränkte ſich die Feier auf die Räume der Schule, ließ aber auch ſo erkennen, welche Verehrung der Direktor genießt. Bei dem Feſtakte in der reich
*) In II waren ſeit dem 4. Februar die meiſten(13) Lehrſtunden des Oberl. Dr. Zilch nebſt dem Ordinariate dem Hülfslehrer Stern übertragen.


