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Eine weitere Einnahmequelle bot, außer Kapitalzinſen, Beiträgen zu den Lehrgeldern, Geſchenken, beſonders noch der Reinertrag folgender Schriften:
1. Prof. Dr. Fertſch: Rede am Grabe des Taubſtummen⸗Lehrers
Pendling 1841;
2. Dr. F. Sobernheim: Gottesdienſtlicher Vortrag in der Synagoge zu Bingen 1843;
L. Chr. Matthias: Von und zu den Taubſtummen. Confir⸗ mationspredigt u. ſ. w. 1843;
J. B. Seipp, Gymn.⸗Lehrer in Worms: Ueber den Unterricht im Hebräiſchen auf Gymnaſien. 18435
Dr. Levi: Confirmation zweier taubſt. Geſchwiſter israelitiſchen Glaubens. 1844.
In Folge aller dieſer Zuflüſſe war zu Ende des Jahres 1846 das Kapital ſchon auf fl. 6626. 57 ½ kr. angewachſen und da das Zinserträgniß dieſer Summe weitaus für das vorhandene Bedürfniß genügte, ſo brauchte nicht blos eine weitere Bewilligung der Kollekte nicht mehr beantragt, ſondern es konnte auch in der Gr. Heſſ. Zeitung Nr. 256 von 1847 unter gebührender Dankſagung für empfangene Durchhülfe gebeten werden,„die ſeither der Taubſt.⸗Unterſt.⸗Kaſſe ge⸗ ſpendeten milden Gaben künftig nach anderen Seiten hin wenden zu wollen“— eine Bekanntmachung und Bitte, die mit großem Wohl⸗ gefallen aufgenommen wurde, da ſie— wie man ſagte— zeigte, daß es auch noch Leute gäbe, die nicht mehr haben wollten, als ſie nöthig hätten. Inzwiſchen hat ſich nach der 1876er Rechnung(die 1877er Rechnung iſt noch nicht geſtellt) das Kapital der Kaſſe auf 22,820,6 M. vergrößert.
Rechner der Kaſſe waren bisher Matthias von Anfang bis zum Antritt ſeiner gegenwärtigen Stelle 1854; Taubſt.⸗Lehrer Speckhard bis zu ſeiner Dienſtentlaſſung 1860; Tbſt.⸗Lehrer Rühl bis zur Niederlegung ſeines Rechneramtes 1874 und ſeitdem Taubſt.⸗ Lehrer Billaſch.—
Vom Jahre 1843, wo die Kaſſe auch der Aufſicht der Ober⸗ Schulbehörde unterſtellt wurde, bis 1876 wurden im Ganzen an Unterſtützungen verausgabt 7,260,29 M. und die hoͤchſte Unter⸗ ſtützung betrug 266 fl. 20 kr. im Jahre 1847, die niedrigſte aber 1 fl. im Jahre 1871.—
Die Beihülfe der Kaſſe wurde für 55 Lehrlinge in Anſpruch genommen, 11 Mädchen und 44 Knaben. Die Maäͤdchen erlernten ohne Ausnahme das Kleidermachen und haben ſich alle zum ſelbſtändigen Betrieb ihres Geſchäfftes tüchtig gemacht; von den Knaben ſind 21 Schneider, 7 Schuhmacher, 5 Kappenmacher und Kürſchner, 3 Schreiner, je 2 Buchbinder und Dreher, je 1 Meſſerſchmied, Lithograph, Weber und Gürtler geworden und auch ſie haben großentheils ihr Gewerbe mit dem beſten Erfolge erlernt.—
Ehe wir hier ſchließen, drängt es uns, noch eine Bemerkung zu machen.— So gewiß auch heute noch das Sprüchwort gilt „Handwerk hat güldenen Boden“, ſo läßt es ſich doch nach den von
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