Jahrgang 
1878
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Rauch, einer geborenen Friedbergerin, und am 31. Juli 1874 an uns abgeliefert,

zugekommen waren und wir die Allerhöchſte Ermächtigung zur Annahme dieſer Zuwendungen erhalten hatten, ſchlugen wir der Behörde vor, beide Summen kapitaliſiren und das jährliche Erträgniß derſelben für unſere Chriſtbeſcheerung benutzen zu dürfen, welcher Vorſchlag durch die reſp. Verfügungen der Gr. Ober⸗Studiendirection vom 16. Dec. 1867 Nr. 7920 und vom 6. Auguſt 1874 Nr. 6151 angenommen wurde.

8. Die StiftungKindesdank

beſteht in einer Gabe von 300 Mark, welche wir am 28. Oct. 1877 erhalten haben von Seiten eines dem Beamteuſtande angehörigen Wohl⸗ thäters, der jedoch zu unſerem Bedauern an dieſer Stelle nicht genannt ſein mochte. Wir haben dieſe Gabe wie geſchehen bezeichnet, weil in dem Begleitbriefe, mit welchem uns der Betrag zugeſendet wurde, ge⸗ ſagt war,das Geſchenk ſei ein dem Himmel gebrachtes Dankopfer für die beginnende Wiedergeneſung einer theueren Mutter, und ſolche Bethätigung kindlicher Liebe gewiß, zumal in ſelbſtiſcher, pietätsloſer Zeit, nicht allzuoft gefunden wird. Mit Einwilligung des edelen Schenkgebers haben wir das Jahreserträgniß auch dieſer Stiftung für unſere Chriſtbeſcheerung beſtimmt und die Ermächtigung zur Annahme derſelben iſt durch Allerhöchſte Entſchließung Sr Königl. Hoheit des Großherzogs vom 24. Nov. 1877 verliehen worden.

Bisher waren die Urkunden aller dieſer Stiftungen mit der einzigen Ausnahme von Nr. 3 in unſerer Verwahrung und die Verwaltung lag in unſerer Hand, ſelbſtverſtändlich unter der Ober⸗ Aufſicht der vorgeſetzten Behörde, welcher wir alljährlich in unſerem Rechenſchaftsbericht über den Stand der Sache den erforderlichen Nach⸗ weis gaben, nur daß die Taubſt.⸗Unterſtützungs⸗Kaſſe von Anfang an ihren beſonderen Rechner hatte. Vom Jahre 1878 an hat Großh. Miniſterium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten,um beſtehende Beſtimmungen zur Geltung zu bringen, die Verwaltung ſelbſt übernommen, die Rechnung der Stiftungen ſoll unter eigenen Rubriken durch die Rechnung der Taubſt.⸗Unterſtützungs⸗Kaſſe gehen und die Werthpapiere ſind jetzt bei genannter Höchſter Stelle deponirt. Wir hatten denndie Liebe will was zu ſorgen haben den Wunſch, es möchte beim Alten, ſo lange ſchon Beſtehenden und Gewohnten be⸗ laſſen werden; da dieſem Wunſche aber nicht willfahrt worden iſt, ſo wird ja hoffentlich dadurch, daß uns dieSorge um unſere Stiftungen abgenommen worden iſt, unſereLiebe zu ihnen und überhaupt zu der Sache, der bis jetzt unſer Leben gehört hat, nicht gemindert werden.