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das Stiftungskapital auf 631 Gulden verminderte. Dieſe Waſſer⸗ pumpe trägt zur bleibenden dankbaren Erinnerung an die edele Wohl⸗ thäterin unſerer Anſtalt auf einer ſtählernen Tafel die eingeſtochene Inſchrift:„Dieſer Brunnen ſammt dazugehörigem Pflaſter iſt erbaut aus einem Theile des der Großh. Taubſt.⸗ Anſtalt von Frau Wilhelmine Magdalene Marie Flechſel geb. Cellarius, geſtorben am 10. October 1862 zu Frank⸗ furt a. M., vermachten Legats.“
Als im Jahre 1868 das Kapital ſich wieder auf 765 fl. erhöht hatte, fand eine abermalige Verwendung ſtatt für 2 Vorfenſter und 2 Fenſterladen in der Wohnung des Directors, deren Anſchaffung bei der ganz freien Lage des Hauſes zur unabweisbaren Nothwendigkeit geworden war. Für dieſe Veranlagung waren 91 Gulden erforderlich und das Kapital betrug jetzt 674 Gulden.
Im Jahre 1875 war dieſes Kapital wieder auf 829 fl. 45 kr.= 1422,43 Mark und im Jahre 1876 auf 1475,43 Mark angewachſen, in welcher Höhe ſich denn auch daſſelbe bis jetzt erhalten hat, da die durch Einrichtung eines Waſſer⸗Cloſets im letztgenannten Jahre entſtandenen auf 163,59 Mark ſich belaufenden Koſten allmählig durch die Zinſen bezahlt werden. Bis jetzt ſind dieſe Koſten bis auf 39,39 M. getilgt, und iſt auch dieſe Reſtſchuld berichtigt, dann wird das Kapital ſich bald zu ſeinem urſprünglichen Betrag: 1714,29 Mark wieder ver⸗ vollſtändigt haben, unſere Anſtalt aber iſt ſchon jetzt durch die Ver⸗ wendungen aus dem Flechſel'ſchen Legat um ſehr werthvolle Ver⸗ beſſerungen reicher geworden.——
Durch Verfügung der früheren Ober⸗Studiendirection vom 10. October 1872 zu Nr. 7069 wurde auf unſere bezügliche Vor⸗ ſtellung und Bitte erlaubt, ſtatt der ſeit der Amtsführung des zeitigen Directors verwendeten 25 künftig 50 Gulden jährlich für die Chriſt⸗ beſcheerung in unſerer Anſtalt verausgaben zu dürfen. So dankenswerth dieſe Verwilligung iſt, ſo reichen doch die durch dieſelbe gebotenen Mittel eben nur für das Allernöthigſte aus und wenn wir auch je und je zu unſerem großen Danke noch manche freundliche Weihnachtsgabe von einzelen Freunden unſerer Zöglinge, beſonders von einer in ihren Liebeserweiſungen unermüdlichen Dame, erhalten haben, ſo waren wir doch darauf bedacht, auch noch andere Einnahmeguellen für den bezeichneten Zweck zu eröffnen. Als uns nun
6. die Krug von Nidda'ſche Schenkung,
in 100 fl. beſtehend, von Frau Hofgerichtsrath Krug von Nidda in Gießen bei Lebzeiten unſerer Anſtalt gemacht und nach dem Ableben derſelben am 11. Juli 1866 von dem Bruder der Hin⸗ geſchiedenen, Hrn L. Heß in Mainz, an uns ausbezahlt, und
7. das Rauch'ſche Legat, ebenfalls 100 Gulden betragend, unſerer Anſtalt hinterlaſſen von der in Aſchaffenburg verſtorbenen Rentnerin Frl. Anna Maria


