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bei einem Nebeneinanderſein Beider die Erſteren in einem Stücke, das noch wichtiger iſt, als das Lernen, den Letzteren manchmal als Muſter können vorgeſtellt werden.
Nicht blos bei den Fachmännern aus den oben angedeuteten Gründen, ſondern auch anderwärts iſt die Befähigung der Taubſtummen zuweilen der Gegenſtand des Geſpraͤchs und indem man— die beim Unterrichte derſelben erzielten Erfolge nicht kennend oder doch nach ihrer Bedeutung für die Taubſtummen ſelbſt und ihren Verkehr mit Hörenden wegen der fortbeſtehenden Taubheit und wegen der beſonders in ſprachlicher Beziehung allerdings immer wahrnehmbaren Mangel⸗ haftigkeit des Könnens nicht nach Gebühr würdigend— dieſe Be⸗ fähigung auf ein allergeringſtes Maß glaubt beſchränken zu duͤrfen, will man damit die Gleichgültigkeit beſchönigen, mit welcher man ſich den Angelegenheiten des Taubſtummen⸗Bildungsweſens gegenüber ſtellt bei vielleicht großer Theilnahme, welche man für andere Beſtrebungen ähnlicher Art bethätigt. Allen, welche durch das eben Geſagte be— troffen werden, wünſchen wir, daß ſie zu derſelben Erkenntniß gelangen und dieſelbe Buße thun möchten, wie weiland die Herren Philipp Merian und Biſchof⸗Biſchof in Baſel. Von dem Erſteren wird in einem der Berichte der Taubſt.⸗Anſtalt zu Riehen erzählt, daß er auch die vorgefaßte Meinung gehegt habe, mit den Taubſtummen ſei hinſichtlich der Bildung Nichts zu erzielen und was man ihnen beibringe ſei Schwindel, daß er aber dann in Folge eines Beſuchs in genannter Anſtalt zum Freunde der Taubſtummen umgeſtimmt worden ſei. Welchen Werth dieſe Wandlung in den Anſichten des reichen Mannes hatte, lehrt je die letzte Seite der Berichte der Anſtalt in Riehen, auf welcher Rechnung abgelegt wird über den Stand der Ph. Merian'ſchen Stiftung— Haus mit Liegenſchaften und Kapitalien im Geſammtwerth von c. 70,000 Fr.— In ganz ähnlicher Weiſe wie Merian war ſchon vor ihm Biſchof-Biſchof aus einem Saulus zu einem Paulus geworden, hatte dann 32 Jahre lang dem Comité für die Riehener Anſtalt angehört und dabei 29 Jahre die Pflichten eines Kaſſirers derſelben erfüllt, und als er zum Sterben kam, hat er ſeine Liebe noch über ſeinen Tod hinaus fortdauern laſſen, indem er letzt⸗ willig zu den laufenden Ausgaben der Anſtalt 2000 Fr. geſteuert, überdies alle Glieder der Anſtalt mit Geld und anderen Dingen be⸗ ſchenkt und die Merian'ſche Stiftung, aus deren Zinserträgniß Frei⸗ plätze für taubſt. Kinder bewilligt werden, um 10,000 Fr. vermehrt hat. Das ſind Bekehrungenl! Luk. 10, 37.


