Jahrgang 
1926
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folgende Entſchließung an die Regierung und den Tandtag gerichtet hat:Die Stadtveroroneten⸗ verſammlung der Stadt Frieoberg hat mit Bedauern und Befremden von der Tatſache Kenntnis genommen, daß im Finanzausſchuß des Tandtages überhaupt der Gedanke auftauchen konnte, das nahezu 400 Jahre beſtehende Gymnaſium in Frieèberg aufzuheben. Die zentrale Tage der Stadt, die Höhe der Schülerzahl, die von der Stadt und ihrer Bürgerſchaft bisher gebrachten ungeheuren Opfer fordern gebieteriſch die Erhaltung des humaniſtiſchen Gymnaſiums. Eine Aufhebung des Gymnaſiums würde dem Staat auch keinerlei Erſparniſſe erbringen. Die Stadtveroronetenverſammlung verwahrt ſich daher einſtimmig ſtrengſtens gegen jeglichen Abbau icgen einer in Frieoberg beſtehenden Schule, insbeſondere des Gymnaſiums oder auch der olksſchule.

Eine nicht unbedeutende Arbeit machte die Vorbereitung der Einführung der im Dezember erſchienenen neuen Lehrpläne. In mehreren Geſamt⸗ und Fachlehrerräten wurde über die ver⸗ änderte Lage beraten. Die ſtarke Herabſetzung des neuſprachlichen AUnterrichts im Lehrplan der Oberrealſchule erregte Bedenken und gab Anlaß, zu erwägen, ob die Ober⸗ realſchule nicht in ein Reformrealgymnaſium umzuwandeln ſei. Der Geſamtlehrerrat lehnte dies aber mit ſtarker Mehrheit ab. Das Ergebnis war auch von Kützlichkeitserwägungen beeinflußt. Es geht nicht an, daß eine Anſtalt wie unſere Oberrealſchule, die in ihren Oberklaſſen Schüler der benachbarten Realſchulen und höheren Bürgerſchulen aufnimmt, einen Tehrplan annimmt, der dieſen Uebergang erſchwert, wenn nicht unmöglich macht. Dagegen ſtimmte der Geſamt⸗ lehrerrat einer durch Prof. Dr. Molz vorgelegten und begründeten Entſchließung zu, wonach die ſtarke Zurückdrängung der neueren Sprachen in dem neuen Typ der Oberrealſchule bedauert wird, und zwar in Anbetracht der Notwendigkeit einer gründlichen ſprachlichen Ausbildung der Schüler in allen höheren Tehranſtalten und wonachdieſe Notwendigkeit wegen der Zuſammen⸗ ſetzung des Schülermaterials nirgends dringender iſt als an der Oberrealſchule. In der kom⸗ menden Oberſekunda und Unterprima der Oberrealſchule, die doppelzügig ſein werden, werden wir, falls ſich Schüler finden, die eine ſolche Gabelung wünſchen, in dem einen Zug den neu⸗ ſprachlichen Unterricht auf Koſten des mathematiſch⸗naturwiſſenſchaftlichen verſtärken. Die Aus⸗ ſprache ließ deutlich die Schwierigkeiten an den Tag treten, die mit der Einführung der neuen Lehrpläne verbunden ſind, was zur einſtimmgen Annahme eines Antrages des Studienrates Prof. Kloos führte,daß die Durchführung der neuen Lehrpläne um ein Jahr verſchoben werde, damit die Tehrerſchaft ſich mehr in die vorgeſehenen Aenderungen vertiefen könne, ſowie des Zuſatzantrages des Studienrates Prof. Dr. Blecher,daß ſolche Neuerungen, die auch für Eltern und Schüler von einſchneidender Bedeutung ſind, zunächſt an denjenigen Anſtalten ausgeprobt werden ſollen, wo durch Herſtellung von Doppelzügen eine allgemeine Schädigung durch ſpäter etwa wieder notwendig werdende Aenderungen vermieden werden kann. In den Fachlehrer⸗ räten wurde über die neuen Beſtimmungen in den Einzelfächern eingehené beraten, die Ueber⸗ gangslehrpläne, Unterrichtsverteilung, Tehrbuchfrage u. a. erörtert. Der Fachlehrerrat der Neu⸗ ſprachler ſtellte einen Uebergangslehrplan im Franzöſiſchen für die kommende Quinta, Quarta und Untertertia auf, der eine Schädigung dieſer Schüler, die entſtehen würde, wenn auch für ſie der neue Tehrplan ſchon durchgeführt würde, verhindern will.

Die ſehr weitgehenden Zuſammenlegungen zweier Klaſſen im Anterricht, wie ſie im vorhergehenden Jahre durch den Beamtenabbau notwendig geworden waren, konnten dank der Bewilligung der von uns gefordͤerten Tehrerſtellen zum großen Ceil wieder rückgängig gemacht werden. Die erhöhte Belaſtung der TLehrkräfte mußte aber leider, ganz gewiß nicht zum Nutzen des Anterrichtes, beſtehen bleiben.

Es blieb auch möglich, den Turnunterricht, der in den Oberklaſſen unſerer Anſtalt vor⸗ bildlich erteilt wird, auf der Höhe zu erhalten. Die im vorigen Jahre neben den lehrplanmäßigen beiden Turnſtunden eingerichteten Spielſtunden(2 St. wöchentlich) blieben für die Sekunden und Primen, aus denen 3 Abteilungen gebildet wurden, beſtehen. Auch das Mädchenturnen konnte mit 4 Wochenſtunden in den Stundenplan wieder eingeſetzt werden.

Anfang 1925 hatten wir bei der Stadtverwaltung beantragt, die Einrichtung der elektri⸗ ſchen Beleuchtung, die gegenwärtig nur in den größeren Räumen beſteht, im ganzen Hauſe durchzuführen, unſere geſundheitlich völlig unhaltbaren Schülerabortverhältniſſe zu ändern, zur weiteren Vervolllommnung des Turnunterrichts durch Hinzunahme des der Stadt gehörigen Nachbargartens einen Spielplatz anzulegen und eine Freilufthalle zu errichten, die