Profeſſor Dr. Stroman †.
Am 29. Januar 1926 verſchied nach vollendetem 64. Tebensjahre, an ſeinem Geburtstage, unſer ſeit. Mai 1924 im Ruheſtand lebender Amts⸗ genoſſe Profeſſor Dr. Auguſt Stroman, der dem LTehrkörper der Anſtalt 36 Jahre angehört hatte.„Ein bis in die kleinſten Einzelheiten des Dienſtes und der vorgeſchriebenen Schuloroôͤnung pflichttreuer Beamter“, heißt es in dem warmherzigen Nachruf des hieſigen Oberh. Anzeigers,„ein Tehrer von hin⸗ reißender Friſche uns Lebendigkeit, deſſen höchſtes Ziel es ſtets war, ſeine Schüler zu ſelbſtändigem Denken zu erziehen, allen, die mit ihm zuſammen⸗ zuarbeiten berufen waren, ein ſtets dienſtwillig bereiter Helfer und Berater, war er darüber hinaus ein Mann von umfaſſender Bildung, der vielen etwas zu geben hatte und dem geiſtigen und künſtleriſchen Leben der Zeit in mannig⸗ facher Anteilnahme eng verbunden blieb.“ Die Schule, der ſeine Tebensarbeit gewidmet war, wird ſein Andenken in Treue und Dankbarkeit bewahren.— Nach ſeinem Willen wurde er in aller Stille eingeäſchert. Der Direktor legte namens des Lehrkörpers einen Kranz an ſeinem Sarge nieder.
Schüler, Klaſſen uns Anterricht.
Die Neuanmeldungen am Anfang des Schuljahres hielten ſich auf der Höhe des vorher⸗ gehenden Jahres. Infolge des neuen Reichsgrunoͤſchulgeſetzes konnten auch die„beſonders leiſtungsfähigen“ Schüler nach dreijähriger Grunoͤſchulpflicht aufgenommen werden. Auf Grund der vorläufigen Ausführungsbeſtimmungen des Heſſ. Tandesamtes für das Biloͤungsweſen wurden elf ſolcher Schüler zur Aufnahmeprüfung zugelaſſen, von denen neun die Prüfung beſtanden. Die Schüler traten ſämtlich in die Sexta des Gymnaſiums und haben ſich dort bewährt.
Die Oberklaſſen der Oberrealſchule entwickelten ſich in ſehr erfreulicher Weiſe weiter. Die Neuanmeldoungen für die Oberſekunda waren ſo ſtark, daß die Klaſſe zum erſtenmale geteilt werden mußte. Die Zahl der Klaſſen ſtieg damit auf 24. Die Raumnot, in der wir uns ſchon in den vergangenen Schuljahren befanden, verſtärkte ſich. Die eine der Realprimen mußte Wanderklaſſe bleiben, und außerdem waren wir gezwungen, um ein neues Klaſſenzimmer zu gewinnen, die naturwiſſenſchaftliche Sammlung in einen Kellerraum, der zu dieſem Zwecke hergerichtet werden mußte, zu verlegen.
Crotz dieſer Verſtärkung der Realoberklaſſen hat die Geſamtſchülerzahl infolge des Rückganges in den Anterklaſſen weiter abgenommen(535 gegen 559 im J. 1924 und 578 im J. 1923). Die Abnahme beträgt im Gymnaſium etwa 4 ½%, in der Oberrealſchule etwa 6%.
Eine drohende Gefahr für den Weiterbeſtand des Gymnaſiums erhob ſich durch die Stellungnahme des Finanzausſchuſſes des Heſſ. Tandtages. Dort wurde der Antrag geſtellt, eine Reihe von minder ſtark beſuchten höheren Tehranſtalten Heſſens aufzuheben, unter denen an erſter Stelle das Gymnaſium zu Friedberg genannt war. Der Antrag wurde zwar abgelehnt, aber nur mit Stimmengleichheit, ſodaß die Lage bedenklich bleibt. Demgegenüber iſt es hocherfreulich, daß die eigens zur Stellungnahme in dieſer Frage einberufene Stadt⸗ verorèônetenverſammlung, an der auch der Direktor, Prof. Dr. Schmidt und Prof. Rodenhauſen als geladene Yertreter des Lehrkörpers teilnahmen, nach einem Bericht des Bürgermeiſters Dr. Seydè ſich einmütig gegen die Beſeitigung des Gymnaſiums erklärt und


