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5. und 6. Gruppe(Zickel und Schäfer mit 25 Schülern). Leitender Gedanke: Vertiefung des kunstgeschichtlichen Unterrichts.
Verlauf: Stuttgart(Besichtigung der Bauausstellung), Ulm(Münster, Rathaus, Patrizierhäuser), Blautal und oberes Donautal: Blaubeuren(Besichtigung des Klosters und des Blautopfes), Sigmaringen und Donaueschingen (Besichtigung der dortigen Museen), Kloster Beuron(eingehende Besichtigung), Besteigung von Schloß Weren- wag, Burg Wildenstein und Schloß Bronnen, Bodensee: Insel Reichenau(Kirchen in Ober⸗, Mittel⸗ und Unter- zelh, Fahrt nach'Ueberlingen, Konstanz(Rundgang), Meersburg(Besichtigung), Lindau(Rundgang und Aus- flug in die Umgebung), Weingarten(Besichtigung der Klosterkirche).
Auf kunstgeschichtliche Betrachtungen wurde besonderes Gewicht gelegt(die meisten Schüler waren Teilnehmer der kunstgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft), ebenso auf zeichnerisches Nachbilden von seeigneten Kunstwerken und Landschaften.
7. Gruppe Gichholz mit 12 Schülern).
Leitender Gesichtspunkt: Die frühromanische Kunst im Weser- und Harzgebiet und die Entwicklung des deutschen Fachwerkbaus, geographisch=-kulturkundliche Wanderung durch den Ober- und Unterharz und durch das mittlere Wesergebiet.
Verlauf: Goslar(Rundgang, Kaiserpfalz, Rathaus, Patrizierhäuser, Frankensteinerkirche), Wernigerode(Rat- haus), Fußwanderung auf den Brocken, von Rübeland aus Besuch der Hermannshöhle, Xutofahrt nach Trese-⸗ burg, Wanderung durchs Bodetal, Blankenburg(Besteigung des Regensteins), Quedlinburg(Dom), Braun- schweig(Dom), Hildesheim(Dom, Michaeliskirche, Patrizier⸗ und Bürgerhäuser, Fachwerkbau), FPahrt nach Hameln, Wanderung nach Rühle, Corvey, Carlshafen, Fahrt nach Cassel(Besichtigung des Parkes und Schlosses Wilhelmshöhe), von hier Heimfahrt. 2
8. und 9. Gruppe(Reuter und W. Mäüller mit 25 Schülern).
Leitgedanke: geographisch-biologische Fahrt durch das nordwestdeutsche Tiefland einschl. Küste und Helgoland. Verlauf: Hildesheim(Rundgang), Celle(Besichtigung des Gestütes), Fahrt durch die Heide von Celle über Soltau nach Fallingbostel, Heidewanderung über die sieben Steinhäuser, Manhorn, Bergen(Besichtigung des Heidemuseums), Hermannsburg, Lönsdenkmal und Münsterlager nach Bispingen als Standquartier. Vorstoß in die Zentralheide: Kieselgurgruben bei Hügel, Borsteler Schafstall, Wilseder Berg(Besichtigung des Heimat- museums in Wilsede), Totengrund. Weiterfahrt von Bispingen über Lüneburg(Rundgang) nach Hamburg: Hafen, Dampferbesichtigung, Elbtunnel, Bismardadenkmal, Hagenbedkscher Tierpark, Fleets, Alster, Sachsen- wald. Fahrt: Hamburg— Helgoland- Cuxhafen. In Helgoland Besichtigung der biologischen Station und des Nordseemuseums. In Cuxhaven: Besichtigung des Fischereihafens, Beiwohnen bei der Fischauktion, Besichti- gung der Fischkonserven-und Marinadenfabrik, an der„alten Liebe“ Beobachtung der ein- und auslaufenden Schiffe, der aufkommenden Flut, dann Strandwanderung nach Cuhner mit eingehenden biologischen Studien. Abstecher ins Marschenland. Fahrt von Cuxhaven nach Bremen(Rundgang) und Hannover(Rundgang), von dort Heimfahrt über Kassel.
Die Schüler waren z. Teil Mitglieder der biologischen Arbeitsgemeinschaft.
10. Gruppe(Sander mit 17 Oberprimanern).
Allgemeines Ziel: England, Land, Leute, Kultur und Sprache.
Der Aufenthalt dauerte drei Wochen und setzte infolgedessen einen größeren Zuschuß einiger Eltern voraus, die ihrerseits zu Gunsten weniger begüterter Schüler auf eine Unterstützung seitens der Schule verzichteten. Die Unterkunft in englischen Quäkerfamilien hatte Oberstudienrat Dr. Sander gelegentlich seines Sommer- aufenthaltes in England gegen sachgemäße Vergütung oder unter der Verpflichtung, später einen englischen Schüler aufzunehmen, ausgemacht.
Verlauf: Fahrt Frankfurt— Ostende— London. Hier Begrüssung durch die englischen Freunde, der Evening Standard hat die Szene in einem Bild und in einem kurzen Artikel festgehalten. Verteilung der Schüler auf die einzelnen Familien. Jeden Tag gemeinsamer Treffpunkt zwedks Besichtigung der Stadt: St. Paul’s Cathedral, Oity, Guildhall, Tower Bridge, Tower, Britisches Museum, Old Houses Holborn, Staple Inn, Record Office, Lincoln’s Inn, Temple Bar and Church, National Gallery, The Mall, Buckingham Palace, Kensington Museums, London Museum, Tate Gallery, Oxford Street, Ostend, Chinatown, Judenviertel, Sailorss Home, Dodks, Merchant Taylors School, Whitehall, Horse Guards, St. James’ Park, Westminster Abbey, Houses o Parliament..
Nach 8 Tagen trennte sich die Gruppe, drei Schüler fuhren mit dem Leiter nach Manchester und wurden dort vorzüglich untergebracht, die übrigen blieben in London bei ihren aufmerksamen und liebenswürdigen Quäkerfreunden, die sich ihrer in jeder Weise annahmen und sogar in ihrem schönen, großen Hause einen Gesellschaftsabend zu Ehren unserer Schüler veranstalteten. In London und Manchester hatten die Schüler ge⸗ legentlich Zutritt in eine der großen Schulen, so auch in die berühmte Grammar-School in Manchester. Andere machten mit ihren Freunden weitere Ausflüge, z. B. nach Brighton und auf die Isle of Wight.
Am 9. Oktober 1927 traf man sich wieder auf dem Victoriabahnhof in London zur, Heimreise.
Die Schüler waren im vorigen Jahre zum großen Teil Mitglieder eines neusprachlichen Lesezirkels.
Die meisten Gruppen kamen mit dem von der Schule aus der Fahrtenkasse geleisteten Zuschuß, 50 M. für den Schüler, 75 M. für den Lehrer und 150 M. für den Führer der Englandgruppe, aus. Insgesamt zahlte die Fahrtenkasse 7425 M.
Es darf mit Befriedigung festgestellt werden, daß die Fahrten die Erwartungen, die die Schule daran knüpfte, vollauf erfüllt, z. T. auch übertroffen haben.


