Jahrgang 
1928
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Wolf VIb, in der Sammlung der Anschauungstafeln Lahme, Köhler, Heumüller UIIb. Besondere Anerkennung und Erwähnung verdient außerdem Bierau Ula, der die große Landkarte Deutschlands für die graphische Darstellung unserer Studienfahrten gezeichnet hat. Sie hat auf dem ersten Flur Aufstellung gefunden.

b) Schülervereine.

Schülervereine im eigentlichen Sinne des Wortes bestehen nicht. Wohl lose Vereinigungen zu einer Turn-, Hodey- und Ruderabteilung, dazu eine Gruppe des V. D. A. Gruppenleiter war Studienrat Dr. Eichholz, er wurde namentlich von dem Obersekundaner Peter Rost wirksam unterstützt. Gelegentlich der Werbewoche für den V. D. A hat die Schule 200. M. an die Zentrale abgeführt, später noch einmal 40 M. und an Beiträgen der Gruppe 40. M., zusammen 280. M.

c) Aufgabenfreier Nachmittag. Als aufgabenfrei gilt auf Beschluß des Kollegiums während des ganzen Schuljahres der Samstagnachmittag, damit der Sonntag für Spiel, Sport, Wanderungen und Lektüre gut ausgenutzt werden kann.

d) Wanderungen und Schulsport.

Die vom Herrn Minister angeordneten monatlichen Wandertage wurden, soweit das Wetter es erlaubte, regelmäßig im Sommer und Winter eingehalten. Nus der Fahrtenkasse wurden dabei zur Bestreitung der Unkosten an bedürftige Schüler 161.50 M. ausgezahlt.

Am 16. Xugust wurde unter Mitnahme einer Nusikkapelle eine Festfahrt der ganzen Schule unternommen. Mit Sonderzug ging es nach Kastel, wo wir den gemieteten SonderdampferFreiherr vom Stein der Köln- und Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft bestiegen, der uns zur Loreley und am Nachmittag wieder zum Sonderzug nach Kastel zurückbrachte. Die Kosten der glänzend verlaufenen Fahrt, zu der auch der Vorstand desVereins der Eltern und Freunde der Musterschule sowie der Elternbeirat eingeladen waren, wurden mit 1513.50 M. aus der Fahrtenkasse bestritten.

Ebenso erhielt aus der Fahrtenkasse die V. D. N.⸗Gruppe 400. M., um an der großen Tagung in Goslar teilnehmen und daran noch eine Wanderung durch den Ober⸗ und Unterharz mit Besuch Quedlinburgs und des Kyffhäusers anschließen zu können. Die Führung hatten die Studienräte Dr. Eichholz und Dr. W. Mäller.

Die Angaben über Schulsport finden sich unter Abschnitt X, VI, c.

e) Studienfahrten.

Das Programm der Studienfahrten konnte in diesem Jahre zum ersten Male vollständig durchgeführt werden. DieKleinen Studienfahrten der Untersekunden nahmen, da sie in den Winter fielen, die Form von Sport- ausflügen an. Die Untersekunda a unter Führung von Studienrat Dr. Weidemann ging in den Vogelsberg und bezog im Vater-Bender=Haus auf der Herchenhainer Höhe Standquartier, die Untersekunda b unter Führung des Oberstudienrats Dr. Sander ging in den Taunus, wo sie in der Jugendherberge Schloßborn vor- zügliche Unterkunft fand und von dort aus Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung unternahm. Namentlich im Vogelsbers waren die Schneeverhältnisse ausgezeichnet, sodaß in den drei Tagen ein überaus fröhlicher Rodelbetrieb herrschte. Die beiden wohlgelungenen Ausflüge verliefen ohne jeden Zwischenfall und waren für Lehrer und Schüler eine wirkliche Erholung und ein köstlicher Genuß. Die Kosten in Höhe von 500. M. gingen zu Lasten der Fahrtenkasse.

Die großen 8 12 tägigen Studienfahrten der Oberstufe, die im Anschluß an die neuenRichtlinien und an wiederholte besondere Prlasse des Herrn Ministers zur Vertiefung und Abrundung des Unterrichts gedacht sind, fanden vor den Herbstferien statt.

lm ganzen gingen 132 Schüler mit 10 Lehrern auf Fahrt. Die Einteilung erfolgte je nach den verschiedenen Interessen in Gruppen zu 10 14 Schülern unter Führung eines Lehrers, vereinzelt wurden auch Doppel- gruppen gebildet. Sinn und Verlauf der Fahrten gehen aus folgender Ubersicht hervor:

1. Gruppe(Thüre mit 14 Schülern).

ufgabe: München als Kunst- und Museumsstadt, die deutschen Voralpen.

Verlauf: München(Deutsches Museum, Alte und Neue Pinakothek, Schadkgallerie, Hofgarten, Universität, Frauenkirche, Hofbräuhaus), Besuch des Trabrennens zu Daglfng, Nusflug nach Nymphenburg(Besichtigung des Schlosses, des Parkes und der Staatl. Porzellanfabrik), Nusffug ins Isartal und an den Starnberger See, Fahrt nach Kochel- und Walchensee(Besichtigung des Walchensee-Kraftwerkes), Wanderung nach Wallgau und Garmisch-Partenkirchen(Höllentalklamm, Bader- und Eibsee). Von dort Heimfahrt über München.

2. und 3. Gruppe(Did und Hepp mit 24 Schülern).

Allgemeines Ziel: Geographisch=kulturkundliche Wanderung durch das Salzkammergut und Königssee-Gebiet. Verlauf: München(Deutsches Museum, Frauenkirche, Hofbräuhaus), Salzburg(Besichtigung der Stadt, Bel⸗- vedere, Hohensalzburg, Kapuzinerberg), St. Wolfgang(Pacher-Altar), Ischl, Wanderung durch die Almbach⸗ klamm zum Standquartier in Berchtesgaden(Nufstieg zum Lockstein, Rundfahrt auf dem Königssee, Besichti- gung des Salzbergwerkes, Besteigung des Watzmann mit Ubernachten, Aufstieg zur Kneifelspitze, Besuch eines Bauerntheaters), Reichenhall, von dort Heimfahrt über München.

4. Gruppe(Euler mit 13 Schülern).

Alleemeines Ziel: Kennenlernen der deutschen und österreichischen Voralpen auf einer möglichst ausgedehnten Wanderung.

Verlauf: München(Deutsches Museum, Frauenkirche, Hofbräuhaus), Kochelsee, Walchensee-Kraftwerk, Be- steigung des Herzogstandes, Mittenwald, Ellmau, Garmisch-Partenkirchen(Höllental, Badersee und Eibsee, Fahrt mit der Schwebebahn auf Kreuzedo, über den Rernpaß nach Innsbrud(Besichtigung der Stadt, Alpen- relief, Ferdinandeum, Hofburg, Hofkirche, Iselberg), Achensee(mit Dampferfahrt), Achenseepaß, Tegernsee, von hier Heimfahrt über München.