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IX. Schulgeld und Freistellen. Einrichtungen zum Besten minderbemiftelter jetziger und früherer Schüler.
a. Schulgeld.
Das Schulgeld betrug im Schuljahr 1926/27 monatlich für Einheimische M. 15.—, für Nusländer M. 30.—, für Ruswärtige. M. 18.75,
für 2. Kind 50% Ermäßigung, für 3. Kind Schulgelderlaß auf besonderen Antrag.
Die Baerwaldstiftung, zum Andenken an den im Weltkriege gefallenen früheren Schüler Hans Hermann Baerwald begründet, bezahlte für einen bedürftigen würdigen Schüler das Schulgeld.
b. Zahl der Freistellen. Im Schuljahr 1926/27 wurde 34 Schülern eine ganze Freistelle verliehen.
c. Lehrmittelfreiheit, Theaterbesuch.
Denjenigen Schülern, die vom Schulgeld befreit waren, wurde auch Lehrmitelfreiheit gewährt.
Aus einer von der Stadt zur Verfügung gestellten Summe ¶5 M.) konnte 18 Schülern der Oberstufe der Besuch des Opern- bezw. Schauspielhauses ermöglicht werden.
d. Hilfsbücherei.
Aus der umfangreichen Hilfsbücherei konnten alle Ansprüche der sich meldenden Schüler befriedigt werden. Im Sanzen wurden rund 800 Bücher ausgeliehen.
e. Erziehungs=⸗ und Studienbeihilfen.
Wie im vorigen Jahre konnten auch 1926/27 zwei Schülern der Oberstufe auf Antrag der Schule Erziehungsbeihilfen aus städt. Mitteln gewährt werden.
Ebenso gelang es wie im vorigen Jahre auch in diesem Jahre einem Abiturienten durch die Wirtschaſtshilke der deutschen Studentenschaft das Studium zu ermöxlichen, während die Wohltätigkeitsanstalt der Loge zur Einigkeit, der auch hier herzlich gedankt sei, für einen weiteren Abiturienten eine namhaſte Summe als Studienbeihilfe zur Verfügung stellte. Rus den Mitteln der Jubilãumsstiftung Siehe unter IX,Gy wurde einem früheren Schüler ein Darlehen
von 250.— M. gewährt. f. Reinhardt⸗Fond.
Zum Andenken an den früheren Lehrer an der Musterschule, Herrn Professor Dr. Wilhelm Reinhardt, der im Weltkriege als Major gefallen ist, wurde seinerzeit von Freunden und Schülern ein ansehnliches Kapital für eine Reinhardt-Stiftung gesammelt mit dem Zweck, die Zinsen zur körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend zu verwenden. Leider ist die Summe infolge der Inflation restlos verloren gegangen.
Das Gedächtnis des vortrefflichen und unvergeßlichen Mannes auch durch eine äußere Einrichtung der Schule dauernd wachzuhalten bot sich erneut eine Gelegenheit, als seine Schwester, Prau Howie⸗Buffalo, der Schule 258 Dollars überwies, die als Sundsrau einer künftigen Reinhardt-Stiftung angelegt wurden und inzwischen durch mehrfache Spenden, namentlich des Frankfurter Offiziersvereins, dem wir auch hier unseren herzlichsten Dank dafür aussprechen, auf 1400 M. angewachsen ist. Im vergangenen Jahr konnte bedürftigen Schülern aus den Zinsen und einer besonderen Zuwendung insgesamt 165 M. bewilligt werden.


