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und bei anderen geeigneten Gelegenheiten die Lehraufgaben zu den großen kriegerischen Ereignissen... in lebendige Beziehung zu setzen. Ich kann diesen Bestrebungen nur meine Anerkennung aussprechen und bin überzeugt, daß keine der mir unterstellten höheren Lehranstalten es unterlassen wird, die Jugend anzuleiten, die ruhmvolle Zeit verständnisvoll mitzuerleben und die Erinnerung an sie unauslöschlich in ihr Gedächtnis einzuprägen... Solche Anknüpfungen hindern keineswegs, an der Forderung treuer Pflichterfüllung bei den Schülern und Schülerinnen festzubalten...“
28. November. Ministerialerlaß. Zuweisung eines Exemplars der„Technik des Kriegswesens“(„Kultur der Gegenwart“, Band 4, Abt. 12) als eines Geschenks des B. G. Teubner'schen Verlags.
10. Dezember. Ministerialerlaß. Der Direktor wird zum Mitglied der Kgl. Wissenschaftlichen Prüfungskommission in Frankfurt a. M. für Geschichte ernannt.
10. Dezember. Ministerialerlaß. Prof. Manns wird zum Mitglied derselben Kommission für kathol. Religion ernannt.
19. Dezember. Ministerialerlaß. Schüler, die nach dem Erlaß vom 31. August in eine höhere Klasse versetzt, aber wegen Verwundung oder Krankheit wieder aus dem Hcere entlassen worden sind, sind von Ostern 1915 ab in die nächsthöhere Klasse aufzunehmen; kehren sie vorher zurück, so treten sie in ihre Klasse wieder ein, aber die Versetzung behält ihre Giltigkeit.
1915. 18. Januar. Provinzial-Schulkollegium. Zuweisung von 2 Kaiserprämien zur Verteilung am Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers.
3. Februar. Ministerialerlaß. Bei der Versetzung ist auf die Hemmungen Rücksicht zu nehmen, die infolge des Krieges vielfach auf die Leistungen der Schüler ungünstig eingewirkt haben.
8. Februar. Ministerialerlaß. Solche Schüler, die Ostern die Versetzung nach Oberprima erreicht haben und nachweisen, daß sie für den Heeresdienst oder für den Dienst in der freiwilligen Krankenpflege im Etappengebiet angenommen worden sind, können vom 1. Juni ab zu einer Reifeprüfaung zugelassen werden. Schülern, welche Ostern die Versetzung nach Unterprima, Obersekunda und Untersekunda erreichen und denselben Nachweis liefern, ist vom 1. Juni ab die Reife für die nächsthöhere Klasse zuzuerkennen.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Vom 21. April bis zum 16. Mai blieb Herr Prof. Ankel dem Unterricht fern, da er an einem vier- wöchigen kunstgeschichtlichen Kursus in Florenz und Rom teilnahm; die Vertretung übernahm im wesentlichen Herr Kand. Dr. Eisner. Vom 21. bis 29. April wurde auch Herr Prof. Dr. Flechsenhaar vertreten, da er zur Teilnahme an einem physikalischen Fortbildungskursus in Göttingen beurlaubt war; bei der Vertretung unter- stützte uns Herr Kand. Scheibe.
Zur Ableistung des Probejahres wurde uns Ostern 1914 Herr Kand. Adolf Schmidt zugewiesen, der im ersten Vierteljahr Deutsch in V, Geschichte in IV, Erdkunde und Geschichte in VI erteilte. Herr Kand. Dr. Eisner gab lateinischen und geschichtlichen Unterricht in IV und griechischen in U III. Herr Kand. Kunz, der uns zur weiteren Beschäftigung zugeteilt war, wurde beurlaubt, um seiner militärischen Dienstpflicht genügen zu können. Zu Michaelis trat Herr Kand. Ost sein Probejahr bei uns an; er erteilte griechischen Unterricht in OIII, deutschen in IV und erdkundlichen in VI, wurde aber zu Anfang Januar 1915 zur Fort- setzung des Probejahres dem Kgl. Sachsenhäuser Reformgymnasium zugewiesen.
Am 11. Juli verschied, 61 Jahre alt, unser früherer langjähriger Kollege, Herr Zeichenlehrer Gustav GCaster; des wohlverdienten Ruhestandes, in den er am 1. Oktober 1912 getreten war, hatte er sich nicht lange erfreuen können.— Am 8. Januar 1915 starb im Alter von 87 Jahren der frühere langjährige Dezernent des Lessing-Gymnasiums im Königl. Provinzial-Schulkollegium, Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat D. Dr. Lahmeyer. Dankbar wird die Anstalt immer des gütigen, wohlwollenden, immer auf ihr Wohl bedachten Vor- gesetzten gedenken.
Vom Schluß des vorhergehenden Schuljahres ist nachzutragen, daß zu Ende März 1914 ein früherer Schüler der Ansalt, Herr Referendar Lr. Stein, vor den Schülern der oberen und mittleren Klassen in der Aula einen Vortrag über„Pflege des Sports, insbesondere die Methoden der Leichtathletik“ hielt, der bei uns sehr dankbare Aufnahme fand.
Am 28. April bereits fanden die Schulausflüge statt. Die Oberprima durchzog den südlichen Odenwald von Weinheim nach Neckarsteinach und fuhr auf einem Kahn nach Heidelberg hinunter, wo sie das


