Jahrgang 
1925
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Erziehungsbeihilfen

wurden in 2 Fällen an beſonders geeignete Schüler vergeben.

Schülerkaſſe.

Die ſeit Jahren beſtehende und zurzeit von Studienrat Dr. Sinning verwaltete Schülerkaſſe wurde von den Üeberſchüſſen bei Schulveranſtaltungen und Spenden aus der Elternſchaft geſpeiſt. Für alle Ausgaben ſind Rechnungsbelege vorhanden. In der Zeit der Geldentwertung und der ſchmalen im Haus⸗ haltsplan der Anſtalt vorgeſehenen Beträge diente die Kaſſe beſonders der Beſchaffung der notwendigſten Lehr⸗ und Lernmittel. Neuerdings bringt ſie vor allem die für den Aufbau des Schülerorcheſters notwen⸗ digen Koſten für Beſchaffung der Inſtrumente und Noten und für die Beſoldung der vier angenom⸗ menen Muſiklehrer auf.(Vergl. 2 f). Ohne weitere Spenden der Elternſchaft würde die Kaſſe in kurzer Zeit leiſtungsunfähig ſein und das Schülerorcheſter eingehen müſſen. Neben den laufenden Ausgaben ſind die Koſten für die Anſchaffung von Schlagzeug, eines Streichbaſſes und weiterer Blasinſtrumente auf⸗ zubringen.

Die Eltern werden herzlichſt gebeten, bei jeder Schulgeldzahlung einen ihren Verhältniſſen ent⸗ ſprechenden Betrag mitzuüberweiſen. Denjenigen Eltern, die dieſem oftmals ausgeſprochenen Wunſche be⸗ reits und zum Teil in großzügiger Weiſe gefolgt ſind, ſei hiermit der herzlichſte Dank ausgeſprochen.

Hilfsbücherei.

Seit Jahren beſteht an der Anſtalt eine Hilfsbücherei, aus der bedürftigen und würdigen Schülern Schulbücher als Lernmittel leihweiſe zur Verfügung geſteilt werden können. Während ihre Beſtände früher durch freiwillige Bücherabgabe ſeitens der in eine höhere Klaſſe aufſteigenden oder die Anſtalt ver⸗ laſſenden Schüler und durch Spenden der Elternſchaft erhalten werden mußten, ſtehen jetzt erfreulicher⸗ weiſe für dieſen Zweck reiche im Haushaltsplan vorgeſehene Mittel zur Verfügung. Die durch die Schul⸗ reform veranlaßte Neueinſührung verſchiedener Leyrbücher erfährt hierdurch eine weſentliche Erleichterung. Zurzeit ſind neben anderen Lehrbüchern und zahlreichen Florilegien die beſonders teuren Phyſikbücher und Atlanten neu eingeſtellt worden.

Es muß auch ſeitens des Elternhauſes mit Entſchiedenheit dafür Sorge getragen werden, daß die verliehenen Bücher in angemeſſenem Zuſtande zurückgegeben werden.

4) Berufsberatung.

Die zu einem praktiſchen Berufe abgehenden Schüler wurden von den Lehrern, ſoweit es mög⸗ lich war, über die Ausſichten in dem gewählten Berufe aufgeklärt. Die Abiturienten wurden vor dem Philologieſtudium gewarnt. Im übrigen wurden die abgehenden Schüler zu fleißiger Inanſpruchnahme des ſtädtiſchen Berufsamtes aufgefordert. Das Berufsamt ſchreibt uns über die Berufsberatung unſerer Schüler u. a. folgendes:

Die Berufswünſche der Schüler des Kaiſer⸗Friedrichs⸗Gymnaſiums zeigen das Streben nach einer volkswirtſchaftlich vernünftigen Berufsverteilung. Der ſonſt zu beobachtende Maſſenzuſtrom zu wenigen ſtark begehrten, aber ebenſo ſtark überfüllten Berufen(Juriſt, Vokkswistſchaft, Chemiker. Ingenieur, Phi⸗ lologe u. a.) iſt nicht zu bemerken. Zu bedauern bleibt allerdings zweierlei:

1. daß keiner ſich zu einem der hochqualifizierten Handwerke, die wirtſchaftlich und ſozial die denk⸗

bar beſten Ausſichten und Aufſtiegsmöglichkeiten bieten, entſchließen konnte,

2. daß nur 6 Schüler die Berufsberatung in Anſpruch genommen haben. Auch diejenigen, die glauben, ſchon einen feſten Entſchluß gefaßt zu haben und das Ziel klar zu ſehen, bekommen aus den reichen Erfahrungen des Berufsamts in jedem Falle wertvolle Wink⸗ und Fingerzeige über den beſten Weg zu ihrem Ziele, über theoretiſche und praktiſche Ausbildung, über wich⸗ tige, laufbahnfördernde Kombinationen u. v. a. m. Es wäre dringend zu wünſchen, daß das Zu⸗ trauen zu der Tätigkeit des Berufsamtes auch an den höheren Schulen von Jahr zu Jahr wenn auch langſam, ſo doch ſtetig wachſen möge, und zwar im eigenſten Intereſſe der jugend⸗ lichen, in den meiſten Fällen höchſt unerfahrenen Berufsſucher. Die Tatſache, daß einzelne Frank⸗ furter Mittelſchulen ſchon bis zu 90% ihrer Abſolventen in die Berufsberatung ſchicken, dürfte auch den höheren Schulen zu denken geben.