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Oberſchulrat Dr. Zühlke mit ſeinem Beſuche. Am 31. 8. und 7. 9. beſuchte der Direktor der Anſtalt und Studienrat Dr. Herdt die Gruppe. Der Geſundheitszuſtand war ausgezeichnet. Die ſonſt üblichen Halsentzündungen ſtellten ſich nicht ein. Zwei Drittel der Schüler hatten an Gewicht zugenommen. Die Höchſtleiſtung ſtellt eine Zunahme von I11 ½ Pfund dar, andere Schüler hatten 9, 8, 6 ½ Pfund zuge⸗ nommen. Demgegenüber mußte bei einem Drittel der Schüler eine Gewichtsabnahme bis zu 5 Pfund feſtgeſtellt werden.“(Dr. Huth).
„Die Wegſcheide hatte am 29. Auguſt 1924 ihre Goethe⸗Feier, wie ſie ſich vielleicht ſchöner und ſtimmungsvoller nicht denken läßt. Auf der Höhe, beim Schein des Weihefeuers, ertönten des Meiſters Lieder und Gedichte, die kurze Feſtrede, beim Auflodern des Feuers das Chorlied„Flamme empor!“, bei deſſen Kniſtern und Gluten die feierlichen Weihe⸗ und Feuerſprüche. Eine tiefe Andacht lag über der großen Kinderſchar bis hin zum Schlußchor:„Ueber allen Gipfeln iſt Ruh'!“ Dieſe Stunde wird uns unvergeſſen bleiben, die uns lehrt:
„Mehr Licht! ſo heißt das Teſtament
Des Großen, deſſen heute wir gedenken,
Zu deſſen Ehren dieſes Feuer brennt.—
Mehr Licht! O helft's in ſeinem Sinn der Menſchheit ſchenken!“
Die UIII des K. F. G. beſorgte die Abſperrung und übernahm die Feuerwache.“
(Döpfer). Schulſpeiſung.
An der ſeit einer Reihe von Jahren unter Beaufſichtigung des Oberſchullehrers Döpfer ſtehen⸗ den„Frühſtücksſpeiſung“, die ſich bei unſeren Schülern großer Beliebtheit erfreut, waren zu Anfang des Schuljahres 70, am Schluſſe 103 Knaben aller Klaſſen beteiligt.
Die wachſende Teilnehmerzahl hatte ihren Grund ſowohl in den ſozialen Zeitverhältniſſen, als auch in der ſtets geſteigerten Güte der Speiſung ſelbſt; ſeit Herbſt wurden im ſtetigen Wechſel von je drei zu drei Tagen Milch, Kakao(beides mit Milchwecken) oder eine kräftige Suppe(Einlage von Reis, Nudeln, Erbſen oder Bohnen) verabreicht.
Jedesmal vor den Ferien wurde den Frühſtücksteilnehmern neben Milch oder Kakao(je dreizehntel Liter) eine große Brezel verabfolgt.
Die Städtiſche Frühſtücksſpeiſung hat unſeren Schülern in den Zeiten der ellgemeinen Not zwei⸗ felsohne nicht zu unterſchätzende, gute Dienſte geleiſtet.
Geſundheitliches und Schularzt.
(Befreiung von den Leibesübungen).
Von einigen Einzelfällen abgeſehen, war der Geſundheitszuſtand der Schüler befriedigend. Auf⸗ fallend war das häufige kurzfriſtige Fehlen der Primaner.
Die Geſchäfte eines Schularztes verſah mit Genehmigung des Provinzial⸗Schulkollegiums Herr Dr. med. Münch. Seine Haupttätigkeit an der Anſtalt beſtand in der Erteilung von Beſcheinigungen über die Befreiung von den Leibesübungen. Aber auch ſonſt wandten ſich die Schüler des öfteren an ihn um Auskunft. In einem Falle, wo ein Schüler plötzlich heftig erkrankt war, war Herr Dr. Münch auf Anruf des Berichterſtatters ſofort zur Stelle. Die Bewirkung der Befreiungen durch den Schularzt erſpart den Eltern mancherlei Koſten. Da Herr Dr. Münch ſeine Tätigkeit bei uns ehrenamtlich aus⸗ übt, ſei ihm an dieſer Stelle hierfür der herzlichſte Dank ausgeſprochen.
Die Befreiung von den Leibesübungen erfolgt grundſätzlich nur durch amts⸗ oder ſchulärztliche Be⸗ ſcheinigung. In ſchwierigeren Fällen wird auf die Vorlegung eines hausärztlichen Gutachtens nicht ver⸗ zichtet werden können.
Bei der Beurteilung der Schüler(auch bei der Verſetzung und bei der Reifeprüfung) bleibt das Turnen nur dann außer Betracht, wenn durch amts⸗ oder ſchulärztliche Beſcheinigung dargetan iſt, daß durch körperliche Gebrechen eine Betätigung in den planmäßigen Leibesübungen unmöglich war. Es iſt leider immer noch nicht bekannt, daß eine Befreiung vom Spielen und allen anderen etwa von der


