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Dr. Pontani, der zugleich auf die näheren Umstände hinwies, unter denen die älteren Fahnen gestiftet waren, und die besten Wünsche für die Anstalt hinzufügte. Der Direktor übernahm die kostbare Spende mit Worten des Dankes, indem er der frchen Genugtuung darüber, daß der Anregung der Damen des Kollegiums, die diese mit Eifer und Geschick ins Werk gesetzt, so bald die Erfüllung des von ihm langgehegten Wunsches gefolgt sei, und der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß dies feste Zusammenhalten aller Mit- glieder des stattlichen Kollegiums auch ferner zum Segen der Anstalt sich wirksam er- weisen werde. Er versprach die neue Fahne als ein teures Gut und Vermächtnis zu wahren und übergab sie dann dem Fahnenträger, dem Oberprimaner Seibert. der zu diesem Amt dreierlei mitbringen müsse: einen starken Arm, einen festen Mut und ein reines Herz. Der Gymnasial-Turnverein spendete kostbare Schärpen; dem Sprecher des Vereins, Oberprimaner Jjacob, dankte der Direktor herzlich.— Nach dreiviertelstündiger Pause, während welcher sich trotz des wenig günstigen Wetters dank der überaus regen Teilnahnme der Angehörigen der Schüler und der Freunde der Schule und dank der mancherlei Vorkehrungen, die von den Schülern getroffen waren, eine recht gehobene Stimmung und ein munteres Treiben entwickelt hatte, fand der eigentliche Festakt statt. Nach einem einleitenden Gesange des ersten Chors und Deklamationen knüpifte der Direktor in seiner Ansprache an die Goetheschen Worte„Wohl dem, der seiner Väter gern ge- denkt“ an, pries das Glück des deutschen Volkes, das in seiner ganzen Vergangenheit nichts finde, dessen es sich schämen müsse, wies auf die leizten Ereignisse hin, aus denen wir die frohe Gewißheit entnehmen dürften, daß noch die Welt den Deutschen gehöre, nachdem das mannhafte Eintreten des deutschen Reiches und Volkes für seinen Verbündeten Oesterreich, einer guten deutschen Klinge gleich, das widrige Intrigenspiel und das Lügen- gewebe seiner Neider und Feinde durchhauen hätte, und schloß mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser. Turnerische UÜbungen, Reigen, allerlei Belustigungen schlossen sich in buntem Wechsel an, bis mit Eintritt der Dunkelheit die Schüler der unteren und mittleren Klassen den Rückmarsch antraten. Ein Tanzvergnügen aus dem Stegreif für die älteren Schüler, das sich fast bis Mitternacht ausdehnte, machte den Beschluß der wohlgelungenen stimmungsvollen Feier.
Der Schußprüfung unterzog sich ein Realschüler; die sehriftlichen Arbeiten wurden vom 14. bis 17. September angefertigt, die mündliche Prüfung am 18. dess. Mts. unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten.
Bei Gelegenheit seiner Anwesenheit in Eschwege stattete Seine Excellenz der Herr Oberpräsident der Provinz, Hengstenberg, am 2. November auch der Anstalt einen kurzen Besuch ab.
Des 150sten Geburtstages Schillers wurde in den Tagen vom 8. bis 10. November in den deutschen Unterrichtsstunden gedacht.
Eine besondere öffentliche Schillerfeier fand am 13. Dezember im großen Stadtparksaale statt, der kaum die zahlreichen Besucher zu fassen vermochte. Nach dem Vortrage des Goetheschen„Epilogs“ durch den Oberprimaner Fr. Krumhoff kam die Schillersche„Glocke“ in der Komposition von Brede zur Aufführung. Die Solopartien hatten in liebenswürdiger Bereitwilligkeit Frau Professor Dr. Ritter und


