Jahrgang 
1910
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III. Chronik. Das Schuljahr 1900 wurde am 20. April mit einer Andacht und der Einführung

der neu aufgenommenen Schüler eröffnet. In den Lehrkörper trat an diesem Tage

Herr Hans Roggenkamp als Turn- und Vorschullehrer ein.

Hans Roggenkamp, geb. 1880 in Hoosdorf bei Lübeck als Sohn eines Lehrers, besuchte die Volksschule seines Heimatortes und die Mittelschule zu Lübeck; seine Ausbildung zum Lehrer empfing er auf dem Präparandeum zu Oldesloe und dem Seminar zu Ratzeburg. Nach dem Genügen der Militärpflicht 1901/2 war er von Ostern 1902 bis Michaelis 1997 im Volks- schuldienst tätig. Nachdem er im Mai 1907 in Kiel die Turnlehrer-Prüfung bestanden, ging er anfangs September 1907 als Elementarlehrer an die Höhere Schule zu Algringen in Lothringen über. Von dort wurde er Ostern 1909 an die hiesige Anstalt beruſen.

Am 18. Mai starb Herr Provinzial-Schulrat Professor Dr. Baier, der Vor-

gesetzte der Friedrich-Wilhelms-Schule und ihres Lehrerkollegiums. In ihm verlor die Anstalt einen liebenswürdigen, gerechten und kenntnisreichen Vorgesetzten, der mit uner- müdlichem Interesse die Weiterentwicklung der Anstalt seit dem Beginn des Jahres 1905 gefördert hatte. Im Namen des Lehrerkollegiums legte Professor Dr. Pontani einen Kranz am Grabe des so früh entschlafenen vortrefflichen Mannes nieder. Wir werden ihm ein dankbares Andenken bewahren. Die Turnfahrt fand am 26. Mai statt. Als Ziel ihrer Wanderung hatten sich ge- wählt: Die Oberprimaner den Reinhardswald(Münden, Bursfelde, Sababurg, Beberbeck), die Unterprimaner Werleshausen, den Bilstein bei Großalmerode, Helsa, Wilhelmshöhe und Cassel; die Obersekundaner Reinhausen, die Gleichen und Göttingen; die Gymnasial- Untersekundaner Göttingen, Hünstollen, Plesse, Hardenberg; die Real-Untersekundaner den Westerwald und Heiligenstadt; die Obertertianer Hasselbach, die Seesteine, die Kitzkammer, den Bilstein bei Großalmerode und Helsa; die Gymnasial-Untertertianer Reichenbach und Spangenberg; die Real-Untertertianer Kreuz burg und Mihla; die Gymnasialquartaner Münden und Sababurg; die Realquartaner Eisenach und Umgebung; die Gymnasialquintaner Münden und Umgegend; die Realquintaner den Hanstein und Witzenhausen; die Gymnasialsextane r den Schlierbach und Wanfried; die Realsextaner und die Schüler der ersten Vorschulklasse den Roßkopf und Forsthaus Halbemark; die übrigen Vorschüler die Silberklippe.

Am 2. Juli entwarf Oberlehrer Ulrich vor den Schülern der oberen und mittleren Klassen ein Lebensbild des Reformators Calvin.

An dem Johannisfest 63. und 4. Juli) nahmen Schüler der mittleren und unteren Klassen teil.

Die ersten Weimarer Nationalfestspiele für die deutsche Jugend wurden von 5 Schülern der Friedrich-Wilhelms-Schule unter Führung des Oberlehrers Dr. Römheld besucht.

Das Sedanfest wurde bereits am Nachmittage des l. September gefeiert. Unter Vorantritt der städtischen Musikkapelle zog die Schulgemeinde vom Schulplatz über den

Markt, wo am Kriegerdenkmal, wie schon seit langen Janren, ein frischer Eichenkranz nieder-

gelegt wurde, nach dem Leuchtberg. Dort erfolgte, nachdem der gemeinsame Gesang Gaudeamus igitur verklungen, die UÜbergabe der neuen, von den Mitgliedern des Lehrerkollegiums gestifteten Schulfahne durch den Senior des Kollegiums, Professor