Jahrgang 
1903
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Frl. Krüger¹) und Frl. Rohde?) gefunden wurden, wobei Herr Oberlehrer Hensing als Klassenvorstand von Ia den mathematischen Unterricht in Seminar und Oberklassen übernahm, Frl. Krüger hauptsächlich englischen Unterricht in Ober- und Mittelklassen erhielt und Frl. Rohde die Klasse Xb zufiel. Ferner wurden Frl. Ruthsé) je 2 Hand- arbeitsstunden in den neu errichteten Klassen VIc und Ve übertragen. Für Herrn Ritz, der Herrn Fuchs vertreten hatte, trat Herr Kopp') am 1. April 1902 provisorisch als Klassenführer von Klasse VIIb ein.

Der Unterricht begann Dienstag, den 8. April, ½ 8 bezw. ½ 9 Uhr in 25 Klassen, mit einer Gesamtschülerinnenzahl von 778(761 1. V.), in Schule und Seminar, welche Zahl sich durch das Schuljahr als Durchschnittsbestand erhielt.(Näheres s. Statistik D. ff. SS.)

Am 16. Mai konnte unser lieber Kollege Herr Professor Keil, von allen aufs herz- lichste beglückwünscht, sein 4o jähriges Dienstjubiläum festlich begehen. Der 25. August, Ludwigstag, sowie der 2. September, Sedan, wurden in der üblichen Weise begangen, der Unterricht fiel an diesen Tagen aus. Vom 17. Mai bis 3. August war Frl. Strecker nach Paris beurlaubt, sie wurde bis zum 5. Juli, dem Beginn der Sommerferien, durch Frl. Dittmar vertreten. Vom 27. August bis 1. September wohnte Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth täglich dem Unterricht in Schule und Seminar bei. Bei der Enthüllungs- feier des von hessischen Frauen gestifteten Denkmals der hochseligen Großherzogin Alice, am 12. September 1902, war die Schule im Chore der Schülerinnen durch die Klassen IlaIIIb vertreten. Nach der erhebenden Feier folgten die Schülerinnen am 15. September der liebenswürdigen Einladung des Herrn Oberbürgermeisters zu Kaffee und Kuchen in den Saalbau. Am 15. Oktober nahm die Schule und das Seminar an einer von dem deutschen Flottenverein veranstalteten äußerst anregenden Vorführung von Bildern aus dem Leben auf unserer Flotte u. s. w. teil, die einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden, Lehrer wie Schülerinnen, machte. 3

Auf Großherzogs Geburtstag hielt Herr Professor Keil die Festrede überDie Große Landgräfin Caroline, in der er die hervorragenden Eigenschaften dieser bedeutenden Fürstin lebendig und anschaulich in warm empfundener Rede schilderte. Se. Kgl. Hoheit

die Verwaltung einer Oberlehrerstelle an der höheren Bürgerschule(Realschule und Progymnasium) zu Dieburg übertragen. Am 28. Juli 1803 erhielt er seine Ernennung zum Lehramts-Assessor. Das Allerhöchste Dekret vom 14. September 1898 ernannte ihn zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg, und durch Allerhöchstes Dekret vom 21. Mai 1902 wurde er zum Oberlehrer an der Viktoriaschule und dem Lehrerinnenseminar zu Darmstadt ernannt.

¹) Lebenslauf: Elisabeth Krüger, geboren am 24. April 1877 zu Homberg(Reg.-Bez. Kassel), besuchte seit Ostern 1893 die Viktoriaschule und das Lehrerinnenseminar zu Darmstadt und bestand am 17. März 1896 die Staatsprüfung. Von September 1896 bis Ende August 1899 war sie Erzieherin in England. Nachdem sie während des Sommerhalbjahres 1900 die Stelle einer Erzieherin in Herrenalb bekleidet hatte, wurde sie am 27. September mit Wirkung vom 15. Oktober 1900 zuerst als Vertreterin und im Juli 1901 als Schulverwalterin an der Stadt-Mädchenschule III zu Darmstadt angestellt. Seit dem 8. April 1902 ist sie als provisorische Lehrerin an der Viktoriaschule verwendet.

) Lebenslauf: Helene Rohde, geboren am 26. Februar 1876 zu Darmstadt, besuchte acht Jahre lang das Hofmännische Institut, trat dann in die II. Klasse der Viktoriaschule ein und bestand daselbst nach Absolvierung des Seminars Ostern 1894 ihre Prüͤfung für das höhere Lehrfach. Zuerst bekleidete sie nun die Stelle der Erzieherin auf einem bayrischen Landgute, ging sodann zu ihrer weiteren Ausbildung auf ein Jahr in ein Pensionat nach Dieppe und nahm hierauf nochmals eine Privatstellung in Frankfurt a. M. an. Von Herbst 1899 bis Ostern 1902 war sie am Institut Danielowsky-Lange tätig und ist seit 7. April 1002 als provisorische Lehrerin an der Viktoriaschule verwendet.

) Lebenslauf: Elise Ruths, geboren in Darmstadt im Jahre 1871, erhielt ihre Schulbildung im Institut Reineck und an der Viktoriaschule hier und bestand im Jahre 1890 das Examen als Hand- arbeitslehrerin an der hiesigen Aliceschule. Als solche war sie von Oktober 18091 1893 an der Volksschule in Rüsselsheim und danach in Privatstellungen in Darmstadt tätig. Von Ostern 1896 bis 1903 erteilte sie außerdem den Turnunterricht am Institut Kirschbaum und bestand im Jahre 1897 die staatliche Prüfung für Turnlehrerinnen in Darmstadt. In den Jahren 1900 und 1902 wurde ihr die Vertretung für Handarbeitsunterricht an hiesigen Schulen übertragen. Auf Verfügung Großh. Ministeriums leitete sie in den Jahren 1900 und 1901 sechs Instruktionskurse zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen in den Kreisen Bensheim, Heppenheim und Dieburg. Seit 14. April 1902 ist sie als Handarbeits- lehrerin an der Viktoriaschule und seit 1. Juni 1902 als Turn- und Handarbeitslehrerin an dem Groß- herzoglichen Seminar für Lehrerinnen an Volksschulen hier tätig.

*) Lebenslauf: Philipp Kopp, geboren zu Überau bei Reinheim im Jahre 1866, besuchte die Präparandenschule zu Lindenfels und alsdann von 18821885 das Lehrerseminar zu Bensheim. Im Frühjahre 1883 wurde er zum Schulgehilfen an der Mittelschule für Knaben und im Herbst desselben jJahres zum Schulverwalter an der Stadt-Mädchenschule I zu Darmstadt ernannt; 1887 bestand er die Definitorialprüfung und gelangte im Jahre 1805 zur definitiven Anstellung. Er verblieb an der Stadt- Mädchenschule I, bis er durch Dekret Großh. Ministeriums vom 1. April 1902 an die Viktoriaschule versetzt wurde.