Jahrgang 
1929
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Zimmer zur Verfügung geſtellt werden. Die Hauptverſammlung des V. D. A. zu Pfingſten 1928 fand in Gmunden am Traunſee in Oberöſterreich ſtatt. Studienrat Dr. Scheuring führte eine Gruppe von 30 Schülern, während der Schulgruppenleiter, Prof. Hüthwohl, die geſamten heſſiſchen Teilnehmer, etwa 700 Jugendliche und 100 Erwachſene, im Sonderzug zum Tagungsort und wieder heimwärts leitete. Das große Erlebnis in Gmunden war die Morgenfeier am Pfingſtmontag. 20 000 deutſche Menſchen, zu drei Viertel deutſche Jugend aus allen Gauen des deutſchen Volksbodens Mitteleuropas und darüber hinaus, verſammelten ſich auf einer großen, berganſteigenden Wieſe. Den Abſchluß bergwärts bildete hochſtämmiger, friſchgrüͤner Wald; talwärts glitt der Blick von Bild zu Bild zum klaren Traunſee, hinter dem der Traunſtein und ſeine Nachbarn im Schmuck des weit herabreichenden Neuſchnees dieſen einzig artigen Verſammlungsraum abſchloſſen. Machtvoll ſtieg der Geſang zum klarblauen Himmel. Und dann betraten nacheinander der katholiſche Prior Dietrich aus Innsbruck, wohlbekannt als einer der eifrigſten Vorkämpfer für Südtirol, und der alte treue Hirt der Siebenbürger, der evangeliſche Biſchof Teutſch die Kanzel. Jener beſchwor in ſteigender Leidenſchaft die deutſche Jugend, feſtzuhalten an den drei großen Idealen: Gott, Heimat, Volk; dieſer flehte, daß in dieſe Jugend der Pfingſtgeiſt der Liebe und Erneuerung einziehe, damit ſie fähig werde, die Zukunft unſeres Volkes zu tragen. Noch lange verweilten die Ver ſammelten auf dieſer Wieſe, ſo ſehr ſtanden alle unter dem Bann der großen Gedanken der beiden charaktervollen Männer. Nur ſchwer auch konnte man ſich von dem farbenfrohen Bild und dem gewaltigen Hintergrund losreißen. Die anſchließenden Tage eröffneten unſerer Gruppe noch weitere Schönheiten des wundervollen Salzkammergutes. Die Fahrt brachte ſie zum ernſten Hallſtätter See mit ſeinen prä hiſtoriſchen Erinnerungen, zur Rieſeneishöhle am Dachſtein mit ihren ſeltſamen Eisbildungen, über Bad Iſchl zum Wolfgang-See und auf den Schafberg, jenen mit Recht gerühmten Ausſichtsberg, weiter nach dem lieblichen St. Gilgen; ein Tag wurde der Biſchofsſtadt Salzburg, ein halber Tag ſchließlich noch der Kunſtſtadt München gewidmet. Als ein ſachkundig geleiteter Rundgang einiges von den beſonderen Schönheiten der Stadt an der grünen Iſar offenbart hatte, ſtärkte ſich die Gruppe im Bürgerbräu zur nächtlichen Heimfahrt durch ein kräftiges Abendeſſen.

7. Geſundheitspflege.

Morgenſpaziergänge fanden an folgenden Tagen ſtatt: 28. März, 9. Mai, 3. Juli, 7. Sept., 20. Dezember 1928. Von einzelnen Klaſſen wurden an dieſen oder anderen Tagen Tagesausflüge oder mehrtägige Ausflüge gemacht.

Der lange Winter gab reichlich Gelegenheit zum Eislauf, Skifahren und Rodeln. Mehrmals wurde der Unterricht am Nachmittag zu dieſem Zweck freigegeben.

Die Kälte im Anfang des Jahres 1929 führte zu vielen Erkrankungen von Schülern an Grippe und Erkältung.

Hitzfrei war an 5 Tagen. Am 8. Juni 1928 wurden 107 Schüler geimpft. Die Unterſuchung unſerer Schüler durch unſeren Schularzt, Herrn Dr. Leydhecker, wurde fortgeſetzt.

Eine größere Anzahl unſrer Schüler genoß im Sommer 1928 die Annehmlichkeiten eines Kur aufenthaltes durch Vermittlung des ſtädtiſchen Wohlfahrts- und Jugendamtes. Auch im Sommer 1929 werden ſolche Kuraufenthalte an verſchiedenen Plätzen ermöglicht werden. Es empfiehlt ſich vor⸗ herige Nückſprache mit der Direktion.

Die vom Wohlfahrtsamt der Stadt Darmſtadt getroffene Einrichtung eines täglichen Milchfrüh ſtücks wurde in dieſem Schuljahr vom 3. September 1928 bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt. Die Teilnehmerzahl betrug bei Beginn 154, am Schluß 122 Schüler(aus den Klaſſen IIIa VID). Für 25 Schüler war die Teilnahme koſtenlos. Die übrigen zahlten täglich einheitlich 10 Pfennige. Die Ab⸗ wicklung ging glatt von ſtatten, der Einfluß auf den Kräftezuſtand, namentlich jüngerer Schüler, war erfreulich.

Die Zwangsunfallverſicherung aller Schuler(aller heſſiſchen höheren Lehranſtalten) hat überall ſegensreich gewirkt. Der Beitrag für 1928/29 betrug nur 75 Pfennig. Er wurde bei uns in den Klaſſen erhoben. Der Beitrag beträgt für das letzte Verſicherungsjahr von Oſtern 1929 ab Mk. 1.20. Auch an unſerer Anſtalt haben ſich die meiſten Eltern 665 für eine Erhöhung ausgeſprochen. Das Verfahren bei eingetretenen Unfällen iſt ſehr einfach, zunächſt iſt raſche Anmeldung bei der Direktion nötig, die Erledigung erfolgt ſchnell.

8. Stiftungen.

Von den aufgewerteten Vorkriegsſtiftungen der Schule ſtanden in dieſem Schuljahr erſtmalig wieder Zinserträge aus der Klunk⸗Stiftung und der v. Huitier⸗Stiftung zur Verfügung. Sie wurden im Sinne der Stifter ihrer Beſtimmung zugeführt.