Am 27. September 1928 veranſtalteten Chor und Orcheſter unſerer Anſtalt eine Schubertfeier, ein größeres Konzert, unter freundlicher Mitwirkung früherer Schüler der Anſtalt in der großen Turn— halle unter Leitung des Muſikoberlehrers Weide. Der Reinertrag der ſtark beſuchten und wohlgelungenen Veranſtaltung iſt für die innere Ausſchmückung unſeres Landheims beſtimmt.
6. Schüler.
m 2. Auguſt 1928 iſt Helmut Roth, ein braver Schüler der V2 nach langem, ſchwerem Leiden geſtorben. Nach Wiederbeginn der Schule nach den Sommerferien legte der Klaſſenführer, Studienrat Dr. Gombert, mit den Mitſchülern am Grabe des ſo früh Verſtorbenen mit herzlichen Worten freund— lichen Gedenkens einen Kranz nieder.
Der Oberprimaner Neuſel erhielt für ſeine trotz ſeiner Verwundung geleiſtete tatkräftige Hilfe bei dem Eiſenbahnunglück bei Dinkelſcherben am 31. Juli 1928 von der Eiſenbahndirektion 2 ſchöne Bücher zum Geſchenk.
An den Schlagballwettkämpfen um den vom Heſſiſchen Philologenverein geſtifteten Preis nahm unſere Anſtalt zum dritten Mal teil. Wir kämpften am 4. Juli 1928, leider ohne Erfolg, gegen das G. Bensheim.
An den Reichsjugendwettkämpfen waren wieder viele Schüler der in Betracht kommenden Klaſſen IIIb— la beteiligt. Wir nennen nur die erſten Sieger: Sechskampf Unterſtufe, 1914/15 (Reck, Barren, Lauf, Weitſprung, Ballweitwerfen, Schwimmen): Rößler IIb 1, Linder IIIb 3, Schellhaas IIb 4. Mittelſtufe, 1912/13(Übungen wie vorher, ſtatt Schwimmen auch Pferd) Hertel IIb 1, Schüßler IIb 4, Weidmann Ila 4. Oberſtufe, 1910/11(Übungen wie vorher): Moldenhauer Ia 1, Grünig Ib 5, Kabel 1at. Fünfkampf Unterſtufe, 1914/15(ohne Schwimmen und Pferd): WMennekes IIIa 4, Kabel 3.
In den Schulſchwimmwettkämpfen, die am 5. und 12. Dezember 1928 in der großen Halle des ſtädtiſchen Schwimmbades ausgefochten wurden, ſiegten wir in Gruppe I(Schüler über 14 Jahren, 10✕ 50 m⸗Staffel, Bruſtſchwimmen) zum 5. Male; Schwimmer waren: v. Selzam, Vollheim Ia 3, Sachs Ib2, Müller, Schuchmann Ib 3, Gehbauer Ib 4, Schwarz IIa 2. Wucherpfennig IIa 3, Schüßler IIb 4, Hermes IIIa2. Auch in Gruppe II(Schüler unter 14 Jahren, 10¼ 50 m⸗Staffel, beliebig) ſiegten wir in dieſem Jahre wieder. Schwimmer waren: Heyne, Jacob IIIb 1, Linder, Zürtz IIIb 3, Balſer, Fiſchl, Hallwachs, Köhler, Stahlecker IV'1, Brandis IV4.— Auch der Wanderpreis für die Schüler unter 14 Jahren iſt jetzt endgültig in den Beſitz der Schule übergegangen. Unſere 3 Schwimmpreiſe hängen auf dem mittleren Gang.
Die unſeren Schülern in der Reichsunfallverhütungswoche(Ruwo) zur Verfügung geſtellten Druckſachen wurden verteilt.
Die Schülerbücherei wurde von der Hälfte aller Schüler regelmäßig benützt. Der Leſehunger iſt groß, muß aber ſehr eingedämmt werden, da die Mittel zu einer zeitgemäßen Ausgeſtaltung unſerer Vor— räte immer noch fehlen.
Der Schülerleſeverein wurde im Jahre 1919 von Schülern der Anſtalt gegründet. Die Schüler der Klaſſen Ib— la können Mitglieder werden. Gegen Entrichtung eines monatlichen Beitrags von 10 Pfennig kann jedes Mitglied ſich ein Buch auf 3 Wochen entleihen. Die Buͤcherei umfaßt 460 Bände. Die Verwaltung für 1928/29 lag in den Händen von Schaub und F. W. Seitz aus Ia3. Als Berater des Vereins wirkt Studienrat Dr. Gombert.
Von der Schülermiete des Landestheaters machten 100 Schüler aus den Klaſſen Ia—lII a Gebrauch. Bemerkenswert iſt der ſtarke Rückgang der Teilnehmer, 1927/28 waren es 138. Die Aus⸗ wahl der Stücke, die der Schülermiete zugeteilt werden, ſcheint nicht ohne Einfluß hierauf zu ſein. Die Generaldirektion ſtellte außerdem für jede Vorſtellung der Schülermiete eine Anzahl Freikarten für minder— bemittelte Schüler zur Verfügung, wofür wir auch an dieſer Stelle unſeren beſten Dank ausſprechen.— Von der Schülermiete 1927/28 fielen in dieſes Schuljahr noch„Fidelio“,„Barbier von Sevilla“,„Egmont“, „Zauberflöte“,„Was ihr wollt“,„Journaliſten“.
Im Jahr 1928/29 hatten wir bis jetzt„Don Carlos“, 2 Singſpiele von Schubert,„Wie es euch gefällt“,„Minna von Barnhelm“,„Lohengrin“. Zu bedauern iſt, daß die 10 vorgeſehenen Stücke nicht im Laufe des Schuljahres bis Oſtern aufgeführt werden, da immer Umſtändlichkeiten entſtehen, weil Schüler, beſonders die Oberprimaner, die Anſtalt verlaſſen.
Die Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland(V. D. A.) hat ihre vorjährige Mitgliederzahl 600 bewahrt. Als V. D. A.⸗Jugendzeitſchriften werden„Jung Roland“,„Rolandblätter“ und„Rolandrätſel“ bezogen. Den Kern der Gruppe bildet eine engere V. D. A.⸗Gemeinſchaft mit einem ſelbſtgewählten Vorſtand. Für ihre wöchentlichen Zuſammenkünfte konnte jetzt ein beſonderes V. D. A.—


