Jahrgang 
1929
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Für die Schüler der 5 Unterprimen fand, gemeinſchaftlich mit den Schülern der anderen höheren Knabenſchulen, vom 5. November 1928 an einLehrgang zur Ausbildung in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen, ein ſogenannter Sanitätskurſus, in unſerer Turnhalle ſtatt. Wir ſind Herrn Hauptmann Lotheißen, der wie in den vorhergehenden Jahren in uneigennütziger Weiſe die Leitung übernommen hatte, zu beſonderem Danke verpflichtet. Desgleichen danken wir ſeinen Helfern, den Herren von der freiwilligen Sanitätskolonne, herzlich. Der Lehrgang wurde durch den Vorſitzenden des Heſſiſchen Landes vereins vom Roten Kreuz, Herrn Präſidenten von Hahn, mit einer Anſprache eröffnet. Auch der Vertreter des Miniſteriums, Herr Miniſterialrat Dr. Schrohe, ſprach herzliche Worte der Begrüßung zu den Teil nehmern. Der Kurſus wurde mit einer theoretiſchen und praktiſchen Prüfung am 17. Dezember 1928 geſchloſſen. Bei dieſer Gelegenheit ſprachen Herr Präſident von Hahn, Herr Hauptmann Lotheißen und Herr Oberſtudiendirektor Dr. Kammer, während bei der Eröffnung Herr Oberſtudiendirektor Laute ſchläger im Namen der Schulen geſprochen hatte.

Die 46 Teilnehmer unſerer Anſtalt, die durch ein Erinnerungsblatt ausgezeichnet wurden, waren:

aus Ib 1: Antes, Fiſchl, Frech, Hemmer, Henrici, Horn, Kempenich, Lenz, Müller, Nothis, Raab;

aus Ib2: Büttner, Duchardt, Emich, Gerſchlauer, Heß, Hofmann, Rebelein, Schneider; aus Ib3: Biedenkapp, Erdmann, Griesheimer, Hild, Kunze, Mickel, Mollenkopf, Oppelt, Reeg, Schuchmann, Thiede;

aus Ib4: Berg, Blum, Gehbauer, Gepp, Hartmann, Lutz, Maus, Morell, Schüßler, Walldorf, Wolff:

aus Ib5: Freund, Hieronymus, Köhler, Wenzel, Staedel.

Das Verhalten und der Eifer der Teilnehmer wurde zur Freude der Schule von den Leitern beſonders gelobt. Die Beteiligung aus unſerer Schule war in dieſem Jahre erfreulich groß.

Am 13. Dezember 1928 hörten die Teilnehmer des Kurſus einen Vortrag des Herrn Präſidenten von Hahn über die Friedenstätigkeit des Heſſiſchen Roten Kreuzes.

Am 25. Februar 1929 fand ein ſehr ſtark beſuchter Elternabend für die Eltern der neu in die Sexten der höheren Lehranſtalten eintretenden Schüler ſtatt. Der Direktor und der Konrektor beſprachen hierbei die für unſer Realgymnaſium in Betracht kommenden Fragen. Unſere jetzigen Sextaner ſangen 4 Lieder, einzelne ſpielten Klavier oder Violine, andere trugen Gedichte vor.

Die Anmeldung der ſogenannten 4⸗Jährigen für Sexta fand am 28. Februar und 1. März 1929 ſtatt, die der 3⸗Jährigen am 7. März 1929.

Die Aufnahmeprüfung der in Betracht kommenden Sextaner ſ. VI.

Es will uns nach den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen bedünken, als ob in Darmſtadt und beſonders auf dem Lande in den Orten, deren Schüler die höheren Schulen in Darmſtadt beſuchen, noch nicht genügend bekannt ſei, daß auch nach dreijährigem Beſuch der Grundſchule Schüler, die gute Leiſtungen aufzuweiſen haben und geſund ſind, in die höheren Schulen eintreten können. Anfang Januar iſt eine Meldung bei dem Schulleiter nötig.

5. Schulfeierlichkeiten.

Das Jugendfeſt fand am 23. Juni 1928 ſtatt; wir veranſtalteten eine Sternwanderung auf den Frankenſtein. Erfriſchung im Burghof, Geſänge des Chors unter Trompetenbegleitung, Anſprache: Studienrat Kabel. Manche Klaſſen benutzten zur Heimfahrt die Straßenbahn. Das Wetter war ſchön, aber recht heiß. Bei der Verfaſſungsfeier am 18. Auguſt 1928 in der großen Turnhalle ſprach Studienrat Dr. Liſtmann, das Schülerorcheſter und der Gemiſchte Chor wirkten mit. Die Totenfeier am 24. November 1928 begingen die einzelnen Klaſſen in ihren Zimmern oder mehrere Klaſſen in der Aula unter Leitung der Klaſſenführer.

Die von dem Kultusminiſterium am 30. April 1928 angeordnete Feier des 400⸗jährigen Todestages Albrecht Dürers hat am 26. Mai 1928 ſtattgefunden. In den Klaſſen VI-IIIb ſprachen die Klaſſenführer, vor den anderen Klaſſen(in 2 Abteilungen) hielt die Anſprache Studienrat Machemer. Eine größere Anzahl Lichtbilder erläuterten ſeine Ausführungen, umrahmt von 2 Muſikſtücken von Bach, die unſer früherer Schüler, Herr ſtud. Dietz, in dankenswerter Weiſe auf dem Klavier vortrug.

Bei dem akademiſchen Feſtakt, der zur Zweihundertjahrfeier von Leſſings Geburtstag am 21. Januar 1929 von der Darmſtädter Stadtverwaltung im Einvernehmen mit Darmſtädter Vereinen veranſtaltet wurde, wobei Geheimerat Prof. Dr. Berger die Feſtrede hielt, leitete Muſikoberlehrer Weide das aus den Schülerorcheſtern der 4 höheren Knabenſchulen gebildete Orcheſter. In dem FeſtſpielPhilotas ſpielte W. v. Selzam(1a2 3) den Philotas, F. Ollendorf(Ib 1) den Parmenio.

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