Die muſikaliſchen Darbietungen von Schuͤlern der drei feiernden Anſtalten wurden von den Herrn Weide, Oberreallehrer am Realgymnaſium, Pfaff, Oberreallehrer an der Ludwigs-Oberrealſchule, und Lambert, Oberreallehrer an der Liebigs-Oberrealſchule, geleitet.
Es wurden von folgenden Herren Anſprachen gehalten: Herr Miniſter von Brentano(Regierung), Herr Oberburgermeiſter Dr. Glaeſſing(Stadt Darmſtadt), Herr Prof. Schlink(Techniſche Hochſchule), Herr Studienrat Glenz(Heſſ. Philologenverein), Herr Oberſtudiendirektor Lauteſchläger(Darmſtädter höhere Lehranſtalten), Herr Schulrat Bach(Stadtſchulamt), Herr Dr. Repp(Vereinigung der ehemaligen Schüler und der Freunde des Realgymnaſiums) und Herr Regierungsrat Reuter(Vereinigung der ehe— maligen Schüler der Oberrealſchulen).
Als das Jubiläum der Anſtalt herannahte, wurde ein Verein der ehemaligen Schuler und der Freunde des Realgymnaſiums gegründet. Er verdankt ſein Entſtehen vielſeitiger Teilnahme, die ihm entgegengebracht wurde, hauptſächlich aber der tatkräftigen Arbeit des Herrn Dr. Repp und des Herrn Rechnungsrates Enders, ſeiner jetzigen Vorſtandsmitglieder. Unter den ehemaligen Schülern wurde eine Sammlung veranſtaltet, und am 4. Dezember 1926 wurden in feierlicher Sitzung der Schule 4000 Mk. überreicht(ſ. IV., 6, S. 12).
Die Schenkungsurkunde, in wertvollem Einband, iſt kunſtvoll in Vielfarbendruck“*) ausgeführt und hat folgenden Wortlaut:
Urkunde:
Die Hundertjahrfeier des Realgymnaſiums zu Darmſtadt veranlaßte den Verein der ehemaligen Schüler und der Freunde des Realgymnaſiums, um ſeiner tiefempfundenen Dankhbarkeit für ſeine hochverehrten Lehrer und ſeine liebe Schule nicht nur in Worten, ſondern auch in einer realen Tat Ausdruck zu verleihen, durch eine unter ſeinen Mitgliedern veranſtaltete Sammlung einen Grundſtock zu ſchaffen, der als erſter Bauſtein für die Errichtung eines Landheims dienen ſoll.
Trotz der allgemeinen Verarmung des Volkes und trotz der kurzen Dauer unſerer Sammlungs— tätigkeit iſt es uns gelungen, dieſen Bauſtein neben einer uns zur Verfügung geſtellten anſehnlichen Materialſpende auf die Höhe von über 4000 Mk. zu bringen.
Dieſe Summe iſt zinsbringend und mündelſicher angelegt und unterſteht der Verwaltung eines eigens hierzu gewählten Kuratoriums. Der Verein betrachtet ſeine Sammeltätigkeit mit dieſer Be— kanntgabe keineswegs als abgeſchloſſen, vielmehr iſt gerade in letzter Zeit erneut eine beſonders lebhafte Werbetätigkeit in Angriff genommen worden, und wir glauben, uns der frohen Zuverſicht hingeben zu dürfen, daß die Spende in abſehbarer Zeit eine Höhe erreichen wird, die es uns ermöglicht, unſere idealen Beſtrebungen in die Wirklichkeit umzuſetzen. Dies wird um ſo eher zu erreichen möglich ſein, wenn wir uns auch der wohlwollenden, tatkräftigen Unterſtützung und Mithilfe der Leitung und des Lehrkörpers, ſowie aller Schüler verſichert halten dürfen.
Darmſtadt, November 1926.
Der Vorſtand:
Dr. Repp. Profeſſor Kabel. Rechnungsrat Enders. Cand. rer. pol. Lautz.
Die Schule dankt auch an dieſer Stelle ihrem„Verein“ herzlich für die reiche Gabe, ſie hofft, daß die Bauſteine zum Landheim bald alle zuſammen ſind; auch ſie wird an ihrem Teil kräftig an dem ſchönen, dem Wohl und der Geſundheit unſerer Jugend gewidmeten Werk mitarbeiten.
Noch eine zweite Stiftung iſt uns zu teil geworden: die Jubiläumsſtiftung. Sie iſt entſtanden aus einer Sammlung unter den jetzigen und früheren Lehrern der Anſtalt, den ehemaligen Mitgliedern des Pädagogiſchen Seminars und den jetzigen Schülern. Abgerundet wurde die Summe durch einen Beitrag aus der Wohlfahrtskaſſe. Durch einen einſtimmigen Beſchluß des Lehrerrates vom 3. Dezember 1926 iſt ſie ins Leben gerufen worden zum dauernden Gedächtnis an die aus Anlaß des 100⸗jährigen Beſtehens der Anſtalt veranſtaltete Feier. Die Zinſen der Stiftung, deren Grundſtock 3000 Mk. beträgt, ſollen all— jährlich an Oſtern als„Preiſe der Jubiläumsſtiftung“ an tüchtige, leiſtungsfähige Schüler aller Klaſſen vergeben werden. Auch zu anderen Zwecken zum Beſten der Schüler können die Zinſen durch Lehrerrats⸗ beſchluß verwendet werden. Die erſte Vergebung dieſer Preiſe erfolgte Oſtern 1927(ſ. III., S. 6).
Eine 3. Stiftung, die Münchſtiftung, die zu Ehren des verdienten, langjährigen Leiters der Schule entſtanden war, und zwar durch eine Sammlung unter den ehemaligen Schülern und Freunden des Geh. Schulrats Münch und den Lehrern der Anſtalt, iſt leider der Ungunſt der Zeiten durch Entwertung zum Opfer gefallen.
Auch ſie iſt durch Beſchluß des Lehrerrates vom 10. Januar 1927 durch eine Spende von 500 Mk. aus der Wohlfahrtskaſſe wieder hergeſtellt worden.
*) Von der Buchdruckerei Hohmann in Darmſtadt.


