Jahrgang 
1876
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f. Das Laubenheimer'sche Legat.

Der zu Darmstadt verstorbene Grossherzogliche Oberbaurath Lauben- heimer hat der Anstalt im Jahr 1858 ein Legat von 857 Mark 14 Pfg. ausge- setzt, dessen Kapitalbetrag nun auf 1715 Mark angewachsen ist, und dessen Zinsen nach dem Willen des Stifters zu Prämien für solche Studirende der polytechnischen Schule verwendet werden, welche in der reinen und ange- wandten Mathematik eine der Prämie würdige Arbeit einliefern.

Für das Jahr 1875 war die durch Anschlag am schwarzen Brett näher erläuterte Aufgabe von der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Schule

gestellt: Die Anwendung der Lehrsätze von Pascal und Brianchon für die

Construction eines Kegelschnitts, von welchem fünf Punkte oder fünf Tangenten als Bestimmungsstücke gegeben sind, soll für eine Reihe von speciellen Fällen synthetisch und graphisch durchgeführt werden.

Der ausgesetzte Preis von 70 Mark ist dem Studirenden des zweiten Jahrescurses der Ingenieurschule Herrn Ludwig Baur aus Friedberg, welcher eine umfangreiche, wohlgeordnete, mit zahlreichen Figuren versehene und das gestellte Thema erschöpfend behandelnde Arbeit eingeliefert hat, zuer- kannt worden. Die durch den Preis ausgezeichnete Arbeit gilt bei der Ab- gangs-Prüfung als schriftliche Arbeit in der darstellenden Geometrie.

Eine weitere von dem Studirenden des zweiten Jahrescurses der Ma- schinenbauschule Herrn Emanuel Frohnhaäuser aus Biedenkopf eingelieferte Preisarbeit ist als eine befriedigende Leistung zu erachten und tritt auch hier die erwähnte Vergünstigung bei der Abgangs-Prüfung ein.

Für das Jahr 1876 wurde von der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Schule folgende Aufgabe gestellt:

Ein prismatischer elastischer Stab ruht auf vier in einer geraden horizontalen Linie befindlichen und gleichweit von einander entfernten Stützpunkten und ist in der Mitte zwischen je zwei derselben durch Gewichte von ungleicher Grösse belastet. Wie vertheilt sich der Druck auf die einzelnen Stützpunkte und welche Gestalt nimmt der Stab unter diesen Verhältnissen an, vorausgesetzt, dass sein Eigenge- wicht nicht in Betracht komme? Es sind ferner die Maximalwerthe der Durchbiegungen, sowie die Stellen, wo solche eintreten, festzu- setzen.

Der ausgesetzte Preis von 70 Mark ist dem Studirenden des zweiten Jahrescurses der Ingenieurschule Herrn Heinrich Rothamel aus Homburg v. d. H., welcher die gestellte Aufgabe gründlich und sehr vollständig gelöst hat, ertheilt worden. Die preisgekrönte Arbeit gilt bei der Abgangs-Prüfung als schriftliche Arbeit in der technischen Mechanik.

Eine weitere Concurrenzarbeit, welche das MottoBeharrlichkeit trug, hat insofern befriedigt, dass dem Verfasser ebenfalls die Befreiung von der genannten Prüfung zuerkannt wurde.

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