63
Das Stipendium, dessen Betrag vorläufig auf 400 Mark festgesetzt ist, wird in der Regel an einen Studirenden, geeigneten Falls auch an zwei Studirende von Jahr zu Jahr verliehen. Die nicht verausgabten Zinsen werden dem Kapitale zugeschlagen, um— der voraussichtlichen Verminderung des Geldwerthes entsprechend— die Stipendien successive erhöhen zu können.
Das Stipendium wird am 1. December 1876 zum ersten Male ver- liehen werden.
d. Die Fuhr'sche Stiftung.
Der zu Darmstadt verstorbene Kaufmann Johann Heinrich Fuhr hat im Jahre 1840 der Anstalt ein Kapital von 18000 Mark gewidmet, aus dessen Zinsen zunächst einige Pensionen an Verwandte des Erblassers zu entrichten waren, während aus der übrigen Einnahme nach dem Willen des Stifters physikalische und mathematische Instrumente, Modelle, Bücher, Zeichnungen und dergléichen Gegenstände angeschafft und die Zinsen zu sonstigen nützlichen Zwecken verwendet werden konnten.
Seit dem Jahre 1869 sind 6409 Mark zur Anschaffung von Lehrmitteln in verschiedenen Gebieten des Unterrichts verwendet worden. Am Schlusse des Rechnungsjahres 1875 war das Kapital-Vermögen der Fuhr'schen Stiftung auf 21728 Mark 57 Pfg. angewachsen.
e. Die Külp-Stiftung.
Bei Gelegenheit der Feier des 25jährigen Bestehens der höhern Ge- werbschule(am 12. Juli 1861) haben die ehemaligen Schüler dieser Anstalt aus freiwilligen Beiträgen in der Summe von 574 Mark 26 Pfg. eine Stiftung gegründet und derselben— um dadurch das Andenken des verewigten Directors der höhern Gewerbschule Professors Dr. Külp zu ehren— den Namen„Külp-Stiftung“ beigelegt.
Das Stiftungskapital, welches statutenmässig unter der Verwaltung des Lehrercollegiums steht, belief sich Ende des Rechnungsjahres 1875 auf 1600 Mark. Das Zinsenerträgniss ist bestimmt zur Prämiirung würdiger Studirenden nach dem Ermessen des Lehrercollegiums. Bis jetzt sind im Ganzen fünf Preise im Gesammtbetrage von 188 Mark 58 Pfg. ver- liehen worden.
Zu Ostern 1876 wurde Seitens der Maschinenbauschule folgende Preis- aufgabe gestellt:
„Es ist zwischen zwei in grösserer Entfernung von einander liegen-
den Gebäuden eine Wellenleitung freitragend zu legen.“ Der ausgesetzte Preis von vierzig Mark ist dem Studirenden der Ma- schinenbauschule Herrn Ferdinand Reuter aus Darmstadt für dessen wohl- gelungene theoretische Begründung und constructive Darstellung der gelieferten Lösung zuerkannt worden. Die prämiirte Arbeit gilt bei der Abgangs- Prüfung als schriftliche Arbeit in der Theorie der Constructionen und den Maschinen-Elementen.


