Jahrgang 
1876
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Die durch zeitweilige Sistirung des Stipendiums nicht verausgabten oder durch andere Zuwendungen vermehrten Zinsen werden dem Kapitale zuge- schlagen, um der voraussichtlichen Verminderung des Geldwerthes ent- sprechend die Stipendien, welche vorerst auf 700 Mark festgesetzt sind, successive erhöhen zu können.

Die am 17. Juni 1876 bekannt gegebene dritte Verleihung des Stipen- diums im Betrage von 700 Mark ist an den Studirenden des IV. Jahrescurses der Ingenieurschule Herrn August Soeder aus Darmstadt erfolgt.

Seit Gründung der Stiftung sind nunmehr an drei Studirende zusammen 1742 Mark 86 Pfg. verliehen worden.

b. Stipendien-Stiftung des verst. Fräulein Jeannette Bergmann, Tochter des verst. Pfarrers Bergmann zu Zwingenberg.

Diese Stiftung, welche seit 1867 an der Anstalt besteht, verfügt über ein Kapital von 18514 Mark 28 Pfg. und bezweckt, aus dem Zinsenertrage befähigte Studirende der Anstalt durch Stipendien zu unterstützen. Dem Willen der verewigten Stifterin gemäss werden alljährlich mindestens 171 Mark 43 Pfg. dem Kapitale so lange beigeschrieben, bis dasselbe den Betrag von 34,285 Mark 71 Pfg. erreicht hat.

Der Betrag eines Stipendiums ist auf jährlich 180 bis 250 Mark festgesetzt, und wird den Stipendiaten auf die Dauer des Lehrcurses, jedoch niemals über 3 Studienjahre, bewilligt. Bei der Bewilligung sind nachzu- weisen: sittliches Verhalten, Befähigung, Kenntnisse und Fleiss. Im Falle mehrere Bewerber concurriren, sollen grössere Bedürftigkeit, ausge- zeichnet gute Aufführung und Befähigung vorzugsweise berücksichtigt werden. Nur Söhne von Eltern aus den Provinzen Starkenburg und Oberhessen können das fragliche Stipendium erhalten, wobei indessen die Bewerber aus den Orten Zwingenberg, Auerbach und Hähnlein, die erforderliche Qualification voraus- gesetzt, den Vorzug erhalten.

An Stipendien sind seit Herbst 1869 an zehn verschiedene Studirende der polytechnischen Schule zusammen 4769 Mark 98 Pfg. aus dieser Stiftung bewilligt worden.

c. Stipendien-Stiftung von Heinrich und Helene Keller in Darmstadt.

Aus Anlass der am 1. December 1875 stattgefundenen Feier seiner fünfundzwanzigjährigen Geschäftsführung hat Herr Samenhändler Heinrich Keller in Darmstadt ein Kapital von 10000 Mark gewidmet, dessen Zinsen jeweilig am Jahrestage der Stiftung zur Unterstützung bedürftiger und be- fähigter. Studirenden der polytechnischen Schule zu Darmstadt verwendet werden sollen.

Die Verleihung des Stipendiums geschieht auf Vorschlag des Directoriums durch den Lehrerrath. Erfolgreiches wissenschaftliches Streben und gesittete Aufführung sind hierbei entscheidend.