Jahrgang 
1899
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waltung einer Lehrerſtelle an unſerer Schule übertragen. Durch Allerhöchſtes Dekret und miniſterielle Verfügung vom 10. September 1898 zu Nr. M. J. 20647 wurde derſelbe definitiv zum Lehrer an der Oberrealſchule ernannt. Eine miniſterielle Verfügung vom 26. September 1898 zu Nr. M. J. 23045 übertrug ihm mit Wirkung vom 1. Oktober 1898 die Stelle eines erſten Lehrers und Rektors an der höheren Bürgerſchule zu Alzey. Herr Kollege Pfaff iſt geboren am 5. Mai 1868 zu Runzhauſen, Kreis Biedenkopf. Nachdem er Oſtern 1886 das Maturitätsexramen auf dem Realgymnaſium zu Gießen beſtanden und am 3. März 1891 auf der Landesuniverſität Gießen die fac. doc. für Deutſch, Engliſch, Franzöſiſch und Geſchichte erworben hatte, wirkte er ſeit dem 19. Oktober 1891 als Dirigent an der höheren Bürgerſchule zu Pfungſtadt und ſeit dem 1. Mai 1894 als proviſoriſcher Lehrer an der Viktoriaſchule in Darmſtadt.

Durch Allerhöchſtes Dekret und miniſterielle Verfügung vom 24. Mai 1898 zu Nr. M. J. 11421 wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Dr. Fritz Dietz definitiv zum Lehrer an unſerer Schule ernannt. Mit Wahrung dieſer erworbenen Rechte übertrug ihm die miniſterielle Verfügung vom 28. Mai zu Nr. M. J. 12880 mit Wirkung vom 1. Juni die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Neuen Gymnaſium dahier. Infolge der Verfügung vom 23. September zu Nr. M. J. 22793 trat er am 1. Oktober wieder an unſere Schule zurück.

An Stelle des am 1. Juni ausſcheidenden Herrn Kollegen Dietz trat entſprechend der miniſteriellen Verfügung vom 28. Mai zu Nr. M. d. J. S. 12879 als proviſoriſcher Lehrer der Pfarraſſiſtent Herr Dr. philos. und lic. theol. Wilhelm Diehl dahier. Derſelbe iſt geboren am 10. Januar 1871 zu Groß⸗Gerau. Nachdem er Oſtern 1890 die Maturitätsprüfung an dem Ludwigs⸗ Georgs⸗Gymnaſium dahier beſtanden hatte, legte er im Herbſt 1893 die theologiſche Fakultätsprüfung an der Landesuniverſität Gießen ab. Im Juli des folgenden Jahres erwarb er ſich in Gießen unter Vorlegung der Arbeit:Der Pſalm 47, eine bibliſch-theologiſche Unterſuchung die Würde eines Licentiaten der Theologie. Im Februar 1895 beſtand er die Definitorialprüfung zu Darmſtadt. Im Herbſt 1895 erlangte er unter Vorlegung der wiſſenſchaftlichen Arbeit:Das Pronomen personale suffixum 2. und 3. Perſon Pluralis im Hebräiſchen auf der Landesuniverſität die Würde eines Doktors der Philoſophie. Seit Februar 1895 war er als Pfarraſſiſtent in Darmſtadt thätig.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 13. Auguſt wurde der Direktor der Anſtalt zum Direktor der Oberrealſchule ernannt.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 29. Oktober erhielt Herr Kollege Dr. Weinsheimer den Titel eines Profeſſors.

Von beſonderen Schulfeierlichkeiten wollen wir noch berichten, daß das Schuljahr 1897/98 durch einen Feſtaktus mit Geſang und Vorträgen und einer Anſprache des Direktors, anknüpfend an ver⸗ ſchiedene Verſe aus Jeſus Sirach 4, geſchloſſen wurde.

Bei der am 30. Juli 1898 veranſtalteten Schulfeier für den verſtorbenen großen Reichskanzler, den Fürſten Otto von Bismarck, hielt Herr Kollege Walger die Gedächtnisrede. Den Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers begingen wir durch einen größeren Feſtakt, bei der Herr Kollege Klingel⸗ höffer die Feſtrede hielt.

Auf miniſterielle Anordnung hin wurde im Hinblick auf die allgemeine und öffentliche Feier, die bei der Enthüllung des Landesdenkmals für den höchſtſeligen Großherzog Ludwig IV. am 25. November 1898 ſtattfand, und bei der ſich die Schule beteiligte, von einer beſonderen Schulfeier aus Anlaß des Allerhöchſten Geburtstags abgeſehen.