Jahrgang 
1874
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r. Ludwig Schäffer erhielt durch Allerhöchſtes Decret vom 4. März 1874 ebenfalls eine Beene hhnu mit Wirkung vom 1. Januar 1874, indem er Anerbietungen, die lhm von Hamburg aus gemacht wurden, ablehnte.

Durch Allerhöchſtes Decret vom 1. April 1874 wurde der ſeitherige Dirigent der Real⸗ ſchule zu Groß⸗Umſtadt, Wilhelm Soldan, zum Lehrer an der hieſigen Realſchule ernannt.

Wilhelm Soldan, geb. den 7. Mai 1842 zu Burckhards im Kreiſe Schotten, woſelbſt ſein Vater Pfarrer war, erhielt ſeine erſte Vorbildung in dem elterlichen Hauſe. Er trat ſo⸗ dann im Frühjahr 1857 in das Gymnaſium zu Gießen ein, wo er im Herbſt 1859 die Maturitätsprüfung beſtand. Hierauf bezog er die Univerſität Gießen, um Cameralwiſſenſchaften zu ſtudiren, und beſtand im Sommer 1863 die cameraliſtiſche Facultätsprüfung. Nachdem er im Herbſt 1864 und zu Oſtern 1866 die beiden cameraliſtiſchen Staatsprüfungen abſolvirt hatte, ließ er ſich im Herbſte des Jahres 1866 zu Gießen zum zweitenmale immatriculiren, um Mathematik und Phyſik zu ſtudiren. Im Herbſte 1868 beſtand er die akademiſche Prüfung für das höhere Lehramt und wurde alsdann im Herbſte desſelben Jahres zum Lehrer am Groß⸗ herzoglichen Schullehrerſeminar zu Friedberg ernannt. Aus dieſer Stellung ſchied er im Früh⸗ jahr 1869, um die Leitung der neugegründeten ſtädtiſchen Realſchule zu Groß⸗Umſtadt zu über⸗ nehmen. Durch Allerhöchſtes Decret vom 17. November 1873 wurde er als Lehrer an der Groß⸗ herzoglichen Realſchule zu Darmſtadt angeſtellt und trat zu Oſtern l. J. in ſein neues Amt ein.

Am 16. Juni 1874 wurde Dr. Stöpler durch Allerhöchſtes Decret definitiv als Lehrer an der Realſchule dahier angeſtellt.

Dr. Heinrich Stöpler iſt am 18. Juni 1851 zu Düdelsheim, Kreis Büdingen, geboren. Er beſuchte zuerſt das Privatinſtitut zu Lauterbach, ſodann von Herbſt 1864 an das Großher⸗ zogliche Gymnaſium zu Gießen, und bezog im Herbſt 1868 nach beſtandener Maturitätsprüfung die Univerſität Gießen, um altklaſſiſche Philologie und Geſchichte zu ſtudiren. Er war Mitglied des philologiſchen und des hiſtoriſchen Seminars, legte im Herbſte 1870 die Vorprüfung, im Juni 1872 die Fachprüfung vom Standpunkte der altklaſſiſchen Sprachen ab. Nachdem er ſeiner Militärpflicht genügt hatte und bis November 1873 als proviſoriſcher Lehrer an dem Gymnaſinm zu Rendsburg verwendet war, wurde er durch hohes Dekret Großherzoglicher Oberſtudiendirection vom 27. October 1873 zum proviſoriſchen Lehrer an unſrer Schule er⸗ nannt und durch Allerhöchſtes Dekret vom 16. Juni 1874 definitiv angeſtellt.

Desgleichen wurde Reallehrer Kayſer durch Decret Großherzoglichen Miniſteriums vom 1. Juni 1874 definitiv angeſtellt, zugleich mit Erhöhung ſeiner Beſoldung.

Anton Kayſer wurde den 1. April 1842 zu Zeilhard, im Kreiſe Dieburg, geboren, beſuchte die dortige Volksſchule, bereitete ſich nach der Confirmation für das Seminar vor, in das er 1859 eintrat. Derſelbe verwaltete nach beſtandener Abgangsprüfung 1861 zwei Jahre lang die obere Mädchenſchule zu Arheilgen, hierauf 3 Jahre lang die Schule zu Ober⸗ Moſſan, beſtand im Herbſt 1864 die Definitorialprüfung, wurde im Mai 1866 nach Kirch⸗ Beerfurth verſetzt und den 6. December 1867 daſelbſt definitiv angeſtellt. Im vorigen Herbſt wurde er zum proviſoriſchen Lehrer an der hieſigen Realſchule ernannt.