Jahrgang 
1929
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8. Am 13. März wurde nach der zweiten Vormittagsſtunde der Unterricht geſchloſſen, um der Lehrer⸗ ſchaft Gelegenheit zu geben, an der Beiſetzung des Herrn Oberbürgermeiſters Dr. Gläſſing teilzunehmen. An ſeiner Bahre ließen die höheren Schulen Darmſtadts einen Kranz niederlegen. Wir werden dem Verſtorbenen, der bis in die allerletzte Zeit gerade für unſer Gymnaſium ein warmes Intereſſe bewieſen hat, ſtets ein ehrendes Andenken bewahren.

9. Ein Elternabend am 5. März 1929 gab uns Gelegenheit, Eltern und Angehörige unſerer künftigen Sextaner kennen zu lernen. Der Direktor erläuterte die zur Zeit geltenden Beſtimmungen über den Uebergang aus der Grundſchule in die höhere Schule, Studienrat Dr. Boller ſprach über den Zweck und den Verlauf der Aufnahmeprüfung. In der Ausſprache konnte auf mancherlei Anfragen Auskunft erteilt werden.

10. Unſere Schüler beſuchten, wie ſeither, verſchiedene Vorträge und Lehrfilmvorführungen, die Schülervorſtellungen des Landestheaters und die Konzerte der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Die Verhandlungen mit den Veranſtaltern führten die Herren Dr. Ausfeld und Veith.

Unter ſachverſtändiger Führung beſichtigten einzelne Klaſſen oder Abteilungen die vom deutſchen Hygiene⸗Muſeum in Dresden gezeigte AusſtellungDer Menſch und die im Landesmuſeum veranſtaltete Ausſtellung für Natur⸗ und Heimatſchutz.

Am 14. März beſuchten die Schüler der beiden Unterprimen unter Führung des Herrn Studienrat Veith das ſtädtiſche Gaswerk. Die la 2 beſichtigte unter Führung des Herrn Studienrat Dr. Boller die Lokomotivwerkſtätte des Darmſtädter Hauptbahnhofs.

Großen Beifall fanden die Darbietungen des Hamburger Handpuppentheaters, die den Schülern unſerer Unter⸗ und Mittelklaſſen in unſerem Feſtſaal vorgeführt wurden.

11. Im Sommerhalbjahr trieben wir Bewegungsſpiele aller Art auf unſerer Spielwieſe am Böllen⸗ falltor, auf der Kampfbahn des Sportvereins und auf unſerm Spielplatz an der Soderſtraße. Bei dem Mangel an verfügbaren Lehrkräften konnten wir dieſen in den Lehrplänen ausdrücklich vorgeſehenen Teil der Leibesübungen nur in beſchränktem Maße durchführen.

An den Schlagballwettkämpfen um den vom Heſſiſchen Philologenverein geſtifteten Wanderpreis, dasHeſſenbanner, beteiligte ſich eine aus Schülern unſerer Oberklaſſen gebildete Wettſpielmannſchaft; ſie unterlag im Kampf gegen die Spielſchar der Aufbauſchule Bensheim, die auch in dieſem Jahre wieder die Meiſterſchaft von Heſſen gewann.

An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 150 Schüler teil. Trotz der erhöhten Anforderungen errangen 6 Schüler die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten, 50 die Ehrenurkunde des Reichs⸗ ausſchuſſes für Leibesübungen.

In den Schlagballwettſpielen unſeres Gymnaſiums gewann die Ia 2 das Jahnbild, die IIIa 2 das Bismarckbild.

Bei den Schwimmwettkämpfen im ſtädtiſchen Hallenbad errang bei der 10 50 m Schwimmſtaffel auf der Oberſtufe unſere Manſchaft wie in den beiden vorhergehenden Jahren den zweiten Sieg.

Die Leitung der Leibesübungen, der Wettſpiele und der Reichsjugendwettkämpfe lag, wie ſeither, in den Händen des Herrn Studienrat Dr. Rink. Er und Oberſtudiendirektor Lauteſchläger erteilten den verbindlichen Schwimmunterricht der Quarta.

12. Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz veranſtaltete auch in dieſem Jahre wieder einen Lehrgang für Schüler höherer Lehranſtalten in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen. Von unſeren Primanern und Oberſekundanern nahmen 17 daran teil.

Auf Veranlaſſung des Herrn Studienrat Veith traten 70 Schüler für das Jahr 1929 dem Tierſchutzverein bei.

13. Der Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland(V. D. A.) gehörten im abgelaufenen Schuljahr 240 Schüler an; manche Klaſſen unterſtützten vollzählig die großdeutſche Bewegung. An der von dem Landesverband Heſſen für jugendliche Obleute eingerichteten Schulungswoche in Bensheim (9. 12. April) nahmen die Schüler v. Loew(IIa 2), v. Pfiſter(1b 2) und Voltz(IIa 1) teil. Unter Führung des Schulgruppenleiters Dr. Breidenbach und des Studienrats Dern beſuchten 25 Schüler an Pfingſten die Haupttagung des V. D. A., die diesmal auf öſterreichiſchem Boden, in Gmunden am Traunſee, abgehalten wurde. Auch dieſe Tagung wie die ſich daran anſchließenden Wanderungen durch das Salzkammergut waren für alle Teilnehmer ein Erlebnis

Am 28. November ſprach Frau Notburga Huiber aus Radkersburg vor der verſammelten Schule eindrucksvoll und ergreifend von den Leiden und Kämpfen deutſcher Volksgenoſſen gegen das Slaventum. Eine freiwillige Spende der Schüler erbrachte 38,60 RM., die als Weihnachtsgabe dem notleidenden deutſchen Kindergarten in Radkersburg überwieſen wurden. Im Dezember trat unter Leitung des Obmannes v. Loew eine Arbeitsgemeinſchaft ins Leben, die ſich u. a. eine vertiefte Kenntnis des Auslanddeutſchtums zum Ziel ſetzt; ſie iſt der im November gegründeten Arbeitsgemeinſchaft ſämtlicher V. D. A.⸗Gruppen an den höheren Schulen Darmſtadts angeſchloſſen. Vor der Arbeitsgemeinſchaft ſprachen im Laufe des Winters die Herren Oberſtudiendirektor Lauteſchläger, Oberſtudienrat Prof. Kißner und Dr. Max Wauer.

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