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Herr Hofoptiker Knaus in Wiesbaden beſorgte Einſchlagendes ohne Aufrechnung.
Die Redaction des„Rhein. Kuriers“ nahm unentgeltlich mehrmals ein Inſerat auf, wo⸗ durch für einen entlaſſenen Knaben(Waiſe) eine Lehrlingsſtelle aufgefunden wurde.
Die Direction des Panorama's:„Schlacht von Sedan“ gewährte den Schülern der oberen Claſſen und den beaufſichtigenden Lehrern ganz freien Eintritt.
Bei Beſuch des Palmgartens und der Patent⸗ und Muſterſchutzausſtellung geſtatteten die betreffenden Directionen ermäßigte Eintrittspreiſe.
Auch den Herrn Geiſtlichen in Burgſchwalbach und Gladenbach, Kr. Biedenkopf, welche die Unterbringung von taubſt. Knaben bei paſſenden Meiſtern vermittelten, ſei hiermit der beſte Dank ausgeſprochen.
Allen fröhlichen Gebern und Helfern rufen wir zu:
Gott vergelte es!
Es macht der Anſtalt oft viele Sorge und Arbeit, bis ſie paſſende Lehrlingsſtellen aufgefun⸗ den hat. Und doch iſt die gewerbliche Ausbildung erſt der Schlußſtein der Arbeit, welche in der Anſtalt begonnen wurde. Erſt die Erwerbsfähigkeit macht das taubſt. Kind wieder zum vollwich⸗ tigen Gliede der menſchlichen Geſellſchaft und, wird dieſes Ziel nicht erreicht, ſo ſinkt es wieder herab, immer tiefer und tiefer, und das Ende iſt phyſiſches und moraliſches Verkommen und Elend, Beläſtigung der Familie und Gemeinde, Bettelei und die Bahn zum Verbrechen. Mögen deßhalb alle Menſchenfreunde auch ihrerſeits in dem Streben, die Taubſtummen gewerblich auszubilden, mit Hand anlegen und paſſende Meiſter vorſchlagen.
Wenn die Eltern und Angehörigen der Kinder nicht ſelbſt das Lehrgeld zahlen können, ſo zahlt nach Cabinetsordre vom 16. Juni 1817, durch Allerhöchſten Erlaß d. d. Baden⸗Baden, den 21. October 1867 auf die neuen Landestheile ausgedehnt, der Staat nach beſtandener Lehrlings⸗ prüfung 150 ℳ; auch„der Verein“ legt bei beſonders guter Leiſtung noch eine Gratification bei und ſorgt in beſonderen Fällen für Beſchaffung von Werkzeugen oder Handwerksgeräthen.
Hoffen wir, daß alle mitwirken, das ſchöne Ziel zu erreichen, die Taubſtummen ſelbſt, ihre Familien und Gemeinden aller Noth und Sorge zu überheben. Das Wort Rückert's:
„Wenn die Roſe ſelbſt ſich ſchmückt, Schmückt ſie auch den Garten“ geht hier in Erfüllung. Das geſammte Vaterland hat nicht blos Ehre, wenn es mit aller Macht die Erwerbsfähigkeit aller Taubſtummen erſtrebt und erreicht, ſondern auch den größten Vortheil, denn die annähernd 28,000 Taubſtummen Preußens und die Deutſchlands repräſentiren eine un⸗ geheure Summe an Arbeitskraft. Am Schluſſe des Schuljahres werden 8 Zöglinge aus der Anſtalt entlaſſen.
Ihre Namen ſind:
1. Beſt, Heinrich aus Waldgirmes. 2. Kapfer, Karl„ Siegen.
3. Heinz, Kath.„ Ewighauſen.
4. Schupp, Henriette„ Ems.
5. Giſſel, Georg„ Wiesbaden.
6. Born, Helene„ Rennertehauſen. 7. Hofmann, Peter„ Hochheim.
8. Klitſch, Chriſtian„ Wiesbaden.


