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6. Hie gut Deutsch alleweg! vorgetr. von Wilhelm Loos(IIIb). 7. Ein deutsches Herz. von Emil Rittershaus„„ Hermann Wiessler(Ila.)
Den Abschluss dafür bildete das Mendelssohn'sche Lied„Zum Feste“.
Hierauf zeigte in längerer Ansprache der Direktor, wie schon seit mehr als 400 Jahren der höhere Untericht in Butzbach gepflegt worden ist. Als Zeugnis dafür konnte er die hochinter— essanten Darlegungen anführen. die der treffliche Erforscher der hessischen Schul- und Kirchen— geschichte, Ilerr Dr. Wilhelm Diehl, in der aus Anlass der Feier erschienenen Festschrift „Zur Geschichte der Butzbacher Lateinschule“ gegeben hat. Der Redner wandte sich dann der Entwicklung des höheren Unterrichts im 19. Jahrhundert zu. gab einen Ueberblick über die Ge- schichte der damals gegründeten höheren Bürgerschule und deren Ausbildung zu einer staatlichen Realschule und führte aus, wie die räumlichen Verhältnisse der Schule den Anforderungen der Neuzeit immer weniger entsprachen, und wie dann in so sehr anerkennenswerter Weise die Stadt- verwaltung beschloss, ein neues Realschulgebäude zu errichten. Er ging dann noch zu einer ästhe— tischen Würdigung des schönen Neubaus über und schloss mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die, sei es durch Bewilligung der Mittel, sei es durch Rat und Tat oder durch ihrer Hände Werk zu der Vollendung beigetragen haben.
Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel überbrachte nun im Namen der Staatsregierung deren Glückwünsche zunächst dem Stadtvorstand, der sich durch den Bau ein Denkmal für alle Zeiten gesetzt habe; ferner beglückwünschte er die Künstler. Meister und Gesellen. die mit Hirn und Hand das Werk geschaffen, den Direktor und das Lehrerkollegium. denen in dem neuen Hause zu wirken verstattet ist, und die Schüler. die in den lichten, freundlichen Räumen ihre Ausbildung zu tüch- tigen Männern geniessen sollen.
Nachdem dann noch Herr Pfarrer Schrimpi die Glückwünsche des Kirchen- und Schul- vorstandes dargebracht und der Direktor dankend erwidert hatte, fand die Feier einen erhebenden Abschluss in dem unter Begleitung der Musik gemeinsam gesungenen Weihelied, dessen Töne mäch- tig durch den weiten Saal brausten und der Stimmung der Versammelten kraftvollen Ausdruck verliehen.
Das gleichfalls von Herrn Dr. Strecker gedichtete
Weihelied hat folgende Strophen: ſs schalle laut ein frohes Lied Hinaus auf unsre Felder,
Dass hell sein Klang hinüberzieht In unsre schönen Wälder.
Dem neuen Schulhaus wollen wir Den besten Gliickwunsch geben. Es sei der Stadt zu Schmuck und Zier Und bringe reiches Leben.
Wenn gute Arbeit recht gedeiht, Wir sehen's mit Behagen Und fühlen drum in Dankbarkeit Die Herzen höher schlagen.
Blüh' weiter unsre Schule fort, Wie sie bis heute blühte. Ihr Samen finde rechten Ort Im Geiste und Gemüte. Nach der Schulfeier fand ein Rundgang durch das neue Gebäude statt, und eine grosse Zahl fremder und einheimischer Besucher flutete durch die schönen Räume. Bei dem Festmahl, das nachmittags 2 Uhr eine grosse Zahl von Gästen in dem grossen Saal des Hessischen Hofes vereinigte, hielt zunächst Herr Kreisrat Fey eine längere Ansprache, die das Ereignis des Tages nach den verschiedensten Beziehungen hin würligte und in ein Hoch auf S. Kgl. Hoheit den Gross- herzog ausklang. Ihm folgte ein Trinkspruch des Direktors auf die Grossh. Staatsregierung und ihre beiden hier anwesenden Vertreter. Mit seinem Danke verband Herr Geh. Oberschulrat Nodnagel den Ausdruck der Anerkennung für die Tätigkeit der Stadtverwaltung und weihte dem Bürgermeister und den Stadträten sein Glas. Im Namen der Stadt erwiderte Herr Bürger- meister Küchel, der dabei mit Wärme und Nachdruck auf die Hoffnungen hinwies, die man in


