Jahrgang 
1903
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Am 25. November begingen wir in gewohnter Weise mit Gcesang und Rede den Geburts- tag Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs in dem uns jetzt zur Verfügung stehenden Singsaale; hierbei sprach Herr Assessor Glaser überdie Gründung des Zollvereins.

Am 27. Januar feierten wir in gleicher Weise den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers, wobei Herr Dr. Strecker einen Vortrag überdie Hansa hielt.

Die grösseren Schulausflüge fanden am 3. Juni statt. Die Ober- und Untersekunda be- suchten den Niederwald; Sexta und Quinta fuhren nach Frankfurt und besichtigten den Zoologischen Garten, das Panoptikum u. s. w.; die anderen Klassen hatten sich nähere Ziele gesteckt.

Am 22. Januar unternahmen alle Klassen einen Ausflug nach Friedberg und sahen die kinematographischen Vorführungen des Flottenvereins an.

Am 23. Januar wohnten die Ober- und Untersekunda der Aufführung vonWilhelm Tell im Frankfurter Schauspiclhause bei.

Am 6. März unternahmen die Schüler der IIa und IIb einen Ausflug nach Wetzlar unter Leitung der Kollegen Wamser und Reinig zur Besichtigung der Hochofenanlage Sophienhütte. des Walzwerks und der Schraubenfabrik Carolinenhütte und der Steinschneiderei und-Schleiferei von Dyckerhoff u. Neumann. Unter freundlicher Führung von Beamten der betr. Werke konnten die Gesamtanlagen eingehend besichtigt werden, wofür auch hier der Dank abgestattet sei.

Auch in diesem Jahre hat der hiesige Vorschussverein zur Gewährung von Freistellen eine grössere Summe zur Verfügung gestellt, wofür wir hiermit unseren wärmsten Dank aussprechen.

Weiter sind wir zu L)ank verpflichtet: Herrn J. Diebel aus Kimberley, der uns bei seinem Aufenthalte in hiesiger Stadt eine Fluss-Eidechse aus dem Modderfluss übergab. ferner Herrn F. Weidmann für eine grosse Weltverkehrskarte.

V. Bekanntmachung.

Das neue Schuljahr beginnt Montag, 20. April. An diesem Tage finden von 9 Uhr an die Anmeldungen und Aufnahmeprüfungen statt. Der Unterricht nimmt am 21. April. morgens 8 Uhr. seinen Anfang.

Die zur Aufnahme in die unterste Klasse(Sexta) sich meldenden Schüler müssen das 9. Lebensjahr zurückgelegt haben oder wenigstens bis zum 30. September J. J. zurücklegen und sich die Kenntnisse, die in den ersten 3 Schuljahren der Volksschule erlangt werden können, gut an- geeignet haben; für diejenigen, die Latein lernen wollen, ist die Fähigkeit, lateinische Schrift zu schreiben, erforderlich.

Der Lateinunterricht beginnt in der Sexta; überhaupt ist nach den neueren Lehrplänen diese unterste Klasse keine Vorschulklasse mehr, wie dies noch vielfach angenommen wird. Es ist deshalb dringend wünschenswert, dass die Eltern ihre Söhne nicht erst in die Quinta, sondern schon in die Sexta eintreten lassen. Bei späterem Eintreten ist ein gleichmässiges Fort- schreiten erschwert.

Jeder aufzunehmende Schüler hat einen Geburtsschein mit unterstrichenem Rufnamen, einen Impfschein und ein Abgangszeugnis von der vorher besuchten Schule mitzubringen.

Butzbach, im März 1903.

Grossherzogliche Direktion der Realschule. Jäger.