Jahrgang 
1926
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70 Jahren, nachdem er bereits im Mai 1923 in den wohlverdienten Ruheſtand getreten war. Begabt mit hervorragendem Lehrgeſchick, hat er ſich durch Gewiſſenhaftigkeit, nie ermüdenden Fleiß und allzeitige Hilfsbereitſchaft, durch gütiges und leutſeliges Weſen die Liebe der Schüler, die Liebe und Wertſchätzung ſeiner Amtsgenoſſen geſichert.

All den teuren Toten, die ihre Kraft im Dienſt für unſere Schule verbraucht, ſoll über das Grab hinaus Anerkennung und Dankbarkeit im Gedächtnis der Nachkommen fortleben. Sie werden niemals vergeſſen ſein.

Außer durch Tod hat der Lehrkörper noch durch Verſetzungen in den Ruheſtand lang⸗ jährige bewährte Kräfte verloren.

Am 1. Januar 1922 trat Herr Studienrat Prof. Dr. Biel auf ſein Nachſuchen nach mehr als 40 jähriger ſegensreicher Tätigkeit an unſerem Gymnaſium in den wohlverdienten Ruheſtand. In einer kleinen Abſchiedsfeier im engſten Kreiſe der Lehrer und Schüler, wie es dem Wunſche des beſcheidenen ſchlichten Mannes entſprach, feierte der Direktor den Scheidenden, der von Begeiſterung für ſeine Wiſſenſchaft erfüllt, vom Geiſte der Verſöhnlichkeit und Menſchen⸗ liebe beſeelt, ein echter Pädagoge, ſeinen Schülern ſtets ein kundiger und wohlwollender Führer war, und verſicherte ihn der aufrichtigen Dankbarkeit der Schüler und der Wertſchätzung aller ſeiner Amtsgenoſſen. Am 1. Februar 1924 trat infolge der Abbaumaßnahmen Prof. Henkel⸗ mann in den Ruheſtand. Mit tiefem Bedauern ſah die Schule den rüſtigen und ſchaffens⸗ freudigen Amtsgenoſſen, den vorzüglichen Lehrer und ausgezeichneten Gelehrten, der ſich durch ſein liebenswürdiges und allezeit von ſonnigem Humor verklärtes Weſen alle Herzen ge⸗ wonnen hatte, nach 25jähriger Tätigkeit an unſerer Anſtalt, aus ihrer Mitte ſcheiden. Möge es ihm noch lange vergönnt ſein, auf ſeinem wiſſenſchaftlichen Sondergebiet, der Erforſchung der Bensheimer Geſchichte, erfolgreich zu wirken und durch die Förderung der Heimatkunde mittelbar auch der Schule weiter zu dienen. Zu Beginn des Schuljahres 1924/25 erhielt Herr Prof. Kullmann einen Urlaub, der die Überleitung zu ſeiner Verſetzung in den Ruhe⸗ ſtand bildete. Am 1. Juni wurde dieſe Verſetzung tatſächlich ausgeſprochen. Wieder war ein pflichtgetreuer Amtsgenoſſe, ein tüchtiger Philologe dem Abbau zum Opfer gefallen. 11 Jahre hatte er dem Dienſte unſerer Schule ſeine Kraft gewidmet und ſich durch ſein freund⸗ liches Weſen, durch ſein tiefgründiges Wiſſen die Achtung und Liebe von Lehrern und Schülern gewonnen. Wir freuen uns, daß alle ausgeſchiedenen Herren, wenn auch nicht mehr in dienſtlichem, ſo doch perſönlichem und nicht weniger herzlichem Verkehr mit uns ſtehen, daß ſie alle die Ereigniſſe unſeres Schullebens ſtets mit warmer Teilnahme begleiten, und wir hoffen, ſie wie bisher bei Veranſtaltungen der Schule noch oft in unſerer Mitte be⸗ grüßen zu können.

Am 13. X. 24. verließ uns der Studienrat Prof. Dr. Adler, nachdem er 18 Jahre dem Lehrkörper der Anſtalt angehört hatte. Mit derſelben Pflichttreue, die ihn ſtets bei ſeiner Berufstätigkeit ausgezeichnet hatte, erfüllte er zur Waffe einberufen ſeine Pflicht gegen⸗ über dem Vaterlande. Obwohl er durch eine ſchwere Kriegsverletzung einen dauernden Schaden an ſeiner Geſundheit erlitten hatte, die ihm die Ausübung ſeines Dienſtes ſehr erſchwerte, kam er unverdroſſen ſeinen Berufspflichten nach und trug ſein ſchweres Geſchick mit bewunderns⸗ werter Ergebung. Wenn wir ihn auch mit Bedauern aus unſerer Mitte ſcheiden ſahen, ſo freuten wir uns doch, daß ſein verdienſtvolles Wirken an unſerer Anſtalt dadurch anerkannt wurde, daß ihm das Vertrauen der Regierung die Leitung der Realſchule zu Gernsheim über⸗ trug. Unſere beſten Wünſche begleiteten ihn in ſeinen neuen Wirkungskreis.

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