Es würde den Rahmen dieſer kurzen Überſicht überſchreiten, wollten wir alle die Herren aufzählen, die vorübergehend und teilweiſe nur ganz kurze Zeit zu Vertretungen hierher ver⸗ ſetzt waren. Den häufigen Wechſel mag eine ausführlichere Geſchichte der Anſtalt nach den Aufzeichnungen der Anſtaltschronik ſpäter zuſammenfaſſend darſtellen— Der Unterzeichnete übernahm nach den Herbſtferien im Jahre 1924 die Leitung der Anſtalt, mit der er bereits am 16. 4. beauftragt worden war, aus den Händen des Herrn Prof. Dr. Ruhl, der die Geſchäfte der Direktion über ¾ Jahre in vorbildlich gewiſſenhafter Weiſe geführt hatte. Die mißlichen Wohnungsverhältniſſe hatten es dem neuernannten Leiter unmöglich gemacht, den Umzug früher zu bewerkſtelligen.
Das Schuljahr 1925 begann am 20. April mit den Aufnahmeprüfungen. Mit Wirkung vom 1. 4. 25. wurde der Seminarlehrer am Ernſt⸗Ludwigs⸗Seminar Wilhelm Georg Knobeloch unter gleichzeitiger Ernennung zum Studienrat an das Gymnaſium verſetzt.— Die hohe Schülerzahl der Obertertia machte ihre Teilung nötig. Dazu wurde uns der Studien⸗ aſſeſſor Dr. Joh. Ferdinand Benſel von der Oberrealſchule Dieburg als weitere Lehrkraft zugewieſen.
Zur Entlaſtung des Abgeordneten Amtsgenoſſen Heinſtadt wurde dem Studienaſſeſſor Friedrich Diehm aus Darmſtadt mit Wirkung vom 20. 4. 25. eine halbe Stelle über⸗ tragen, die ſpäter auf ⅛ erhöht wurde.—
Am 26. Mai feierte der Studienrat Prof. Goehle in ſtiller Zurückgezogenheit im Kloſter Marienſtatt im Kreiſe ſeiner gleichaltrigen Mitprieſter die 25. Wiederkehr des Tages ſeiner Prieſter⸗ weihe Das Kollegium ſandte dem hochgeſchätzten Amtsgenoſſen ein herzliches Glückwunſchtelegramm.
Leider hatten wir in dieſem Jahre den Verluſt zweier hoffnungsvoller lieber Schüler zu beklagen. Am 19. 5. 25. geriet der Obertertianer Hermann Lehmann aus Bensheim mit ſeinem Rad unter ein Laſtauto und wurde augenblicklich getötet. Bei dem Begräbnis, an dem ſich die ganze Schule beteiligte, gab der Klaſſenführer Studienrat Zwißler der Trauer der Lehrer und Schüler in warmen Worten Ausdruck.— Am 19. 6. ſtand die Schule wiede⸗ rum am Grabe eines vielverſprechenden jungen Mannes, des Oberſekundaners Fritz Sehring aus Bensheim, der nach kurzem Krankenlager plötzlich verſchieden war. Herr Studienrat Dr. Koch ſprach bei der Leichenfeier im Namen der Lehrer und Schüler den Eltern und Ange⸗ hörigen die wärmſte Anteilnahme an ihrem Verluſte aus.
Eine Reihe von Feſten und Veranſtaltungen unterbrach den gleichmäßigen Gang des Unterrichtsbetriebes. Am 24. Juni, dem Tag des Jugendfeſtes, bereitete allerdings ein Unwetter, das während des Feſtzuges ausbrach und dann anhielt, allen ſchönen Plänen ein Ende. Die Rheinlandfeier, die damit verbunden werden ſollte, fand im Kreiſe der Schule und zahlreich erſchienener Eltern und Freunde der Anſtalt am 2. Oktober in der Turnhalle ſtatt. Die Feier wurde mit einem ſchönen Vorſpruch eröffnet(Oberprimaner Frey). Den Mittelpunkt der Feier bildete die Rede des Direktors, der in längerer Ausführung an Hand geſchichtlicher Tatſachen die politiſchen und rechtlichen Anſprüche entwickelte, die wir auf das Rheinland, den Ausgangspunkt der deutſchen Kultur, haben und ſchloß mit dem Gelöbnis, auch dem Rheinland die Treue zu halten, wie es ſelbſt trotz Not und Unterdrückung dem Deutſchtum die Treue gewahrt habe. Weihevolle Geſänge des Schülerchors und Vorträge des neugeſchaffenen Schülerorcheſters umrahmten die Rede und den ſich anſchließenden Licht⸗ bildervortrag über Deutſches Land und Volk.
Am 11. Auguſt ſprach bei der Verfaſſungsfeier Herr Studienrat Zwißler von der
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