Jahrgang 
1926
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geſtanden hatte. Der Nachruf, den ihm das Lehrerkollegium widmete, rühmt den tiefen Ernſt und das ſtrenge Pflichtbewußtſein, mit dem er die hohen Aufgaben ſeines Berufes ſtets zu erfüllen beſtrebt war, bis eine tückiſche Krankheit ſeinem erſprießlichen Wirken ein vorzeitiges Ende ſetzte. Die Schule, in deren Annalen der Name des Entſchlafenen in Ehren verzeichnet ſteht, wird ihm in Anerkennung und Dankbarkeit allezeit ein treues Gedenken bewahren.

Kaum hatte ſich die Gruft über dem heimgegangenen Leiter unſerer Schule geſchloſſen, als das Lehrerkollegium einen neuen ſchweren Verluſt zu beklagen hatte. Am 11. April 1919 erlag Prof. Dr. Adam Rainfurt, Oberlehrer und Benefiziat an unſerem Gymnaſium, erſt 42 Jahre alt, einer Herzkrankheit. Seit 1. Mai 190)7 hatte er als Lehrer an der Anſtalt gewirkt, der er ſelbſt als einer der fleißigſten und erfolgreichſten Schüler 9 Jahre angehört hatte. Eine ſchöne biographiſche Skizze, von einem ſeiner Amtsgenoſſen verfaßt, zeichnet ihn als liebenswürdige, friedliche Natur, die unwandelbaren prieſterlichen Ernſt mit heiterem Humor zu paaren verſtand. Ein von größter Pflichttreue erfüllter Beamter, war er den Amts⸗ genoſſen ein allſeitig verehrter und geſchätzter Mitarbeiter, den Schülern ein ſtets freundlich geſinnter mit reichen Erfolgen geſegneter Lehrer.

Kaum ein halbes Jahr ſpäter ſtanden Schüler und Lehrer wiederum an einem offenen Grabe. Am 19. September war Herr Prof. Dr. Langſtroff nach längerem ſchwerem Leiden in die Ewigkeit abberufen worden. 23 Jahre hatte er hier in ſtiller, treuer Arbeit gewirkt. Die Amtsgenoſſen betrauerten in ihm einen aufrichtigen, edlen Freund, einen Mann von Charakter und Grundſätzen, einen gewiſſenhaften, ſtets zuvorkommenden Mitarbeiter. Den Schülern war er ein ausgezeichneter, zielbewußter Lehrer.

Am 2. Mai 1919 war als Nachfolger Kieſers der Oberſtudiendirektor Georg Joſeph Diehl feierlich in ſein Amt eingeführt worden. Seit Beginn ſeiner Lehrtätigkeit(1891) hatte er in Dieburg gewirkt, wo er 28 Jahre in unermüdlicher planvoller Arbeit zunächſt als Lehrer an der neu gegründeten höheren Bürgerſchule, dann als Rektor, ſchließlich ſeit 1914 an der vom Staate übernommenen Realſchule mit Progymnaſium ſtändig für die Erweiterung und den Ausbau der Schule mit Erfolg bemüht war. Schon bei ſeinem Dienſtantritt hatte er ſein Programm entwickelt, den Charakter und die Höhenſtellung unſeres altehrwürdigen Gymnaſiums ſtets wahren zu wollen. Die Zeit ſeiner Amtstätigkeit in Bensheim gab ihm Gelegenheit, ſich für dieſe Aufgabe voll und ganz einzuſetzen, und wenn die Gefahr, die gerade unſerem Gymnaſium im Jahre 1923 drohte, abgewendet worden iſt, ſo iſt das mit ein Verdienſt des tatkräftigen Vorkämpfers für die humaniſtiſche Bildung, der durch Aufklärung und Belehrung, durch öffentliche Vorträge namhaſter Autoritäten, durch künſtleriſche Veranſtaltungen der Schüler die Offentlichkeit für die Eigenart und die Vorzüge des Gymnaſiums zu begeiſtern wußte. Es ſollte ihm kaum 5 Jahre vergönnt ſein, der Anſtalt, deren Wohl und Wehe ihm ſo ſehr am Herzen lag, vorzu⸗ ſtehen. Ein überraſchend aufgetretenes ſchweres Leiden machte ſeinem Leben noch vor Vollendung des 60. Jahres ein Ende. Der Nachruf, den ihm ein Freund und Amtsgenoſſe imBergſtr. Anzeiger widmete, rühmt ihn als humanen, wohlwollenden und entgegenkommenden Vorgeſetzten, als väterlichen Freund der Jugend, deren Anhänglichkeit er in gleichem Maße beſaß, wie das Vertrauen der Eltern. Um den liebenswürdigen, vornehmen und doch ſchlichten Menſchen trauerten mit Lehrern und Schülern alle die, die ihm näher getreten waren. Ein freundliches und ehrenvolles Andenken iſt ihm für alle Zeiten geſichert. Schließlich muß noch eines Mannes gedacht werden, der 25 Jahre lang ſeine Kräfte in den Dienſt unſerer Schule geſtellt hatte, des Oberreallehrers Konrad Mohr. Er verſchied am 10. April 1924 im Alter von faſt

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