Jahrgang 
1926
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IV. JZur Geſchichte der Anſtalt.

Die Not der Zeit hatte es ſeit Oſtern 1917 ratſam erſcheinen laſſen, von der Drucklegung eines Jahresberichtes abzuſehen. Von dieſem Jahre an ſollen wieder jährlich die Schulberichte erſcheinen. Es lag nahe, in dem diesjährigen Bericht eine Geſchichte der Anſtalt ſeit Oſtern 1918 zu geben, doch mag dieſe Aufgabe für dieſes Mal noch zurückgeſtellt und einer zuſammenfaſſenden Darſtellung vom Jahre 1888 an vorbehalten bleiben, mit welchem Jahre Dinges ſeine Geſchichte des Bensheimer Gymnaſiums beſchließt. Nur einige Ereigniſſe ſeien heraus⸗ gegriffen, da ihre Erwähnung uns gleichzeitg Gelegenheit gibt, früheren Schülern und Lehrern der Anſtalt den ſchuldigen Zoll der Dankbarkeit abzuſtatten.

Voll Stolz denken wir heute noch der gewaltigen Erhebung des geſamten deutſchen Volkes ohne Unterſchied des Standes und der Partei, all der Taten uneigennützigſten Opferwillens, der herrlich lodernden Begeiſterung, mit der auch unſere Schüler die Schulbank verließen, um ihr junges Leben dem Vaterlande darzubringen. Ihrem Gedächtnis iſt inmitten des Schul⸗ hofes ein würdiges Mal aufgerichtet worden, als eine immerwährende Mahnung für alle kom⸗ menden Schülergenerationen, es ihnen gleichzutun in Opferfreudigkeit und Treue gegen Volk und Vaterland. Neben den für das Denkmal von den derzeitigen und früheren Schülern und Freunden der Anſtalt eingegangenen Spenden war es vor allem der Ertrag aus einer Schülervorſtellung(der Braut von Meſſina mit den Chören von Selle) im Oktober 1920, der die Errichtung des ſtimmungsvollen Denkmals ermöglichte, deſſen Entwurf wir dem Kunſtmaler Herrn Arnold Friſche verdanken. Am 16. März 1921 wurde die Bronzetafel feierlich enthüllt, die die Namen der Helden kündet, die 1914 1918 vom Katheder oder der Schulbank weg zu den Fahnen eilten und ihre Treue mit dem Tode beſiegelten.*) Ihre Namen ſollen mit unauslöſchlichen Lettern in der Geſchichte unſerer Anſtalt niedergeſchrieben ſein. Die ſchlichte Inſchrift auf der Tafel beſagt:

Im Weltkrieg 19141918 ſtarben den Heldentod die Lehrer:

Dr. Wilh. Weinmann Dr. Robert Köhler Die Schüler:

Otto Fiſcher Gaſt. Lemieère Luwig Singer Guſtav Winther Eugen Sauer Franz Ott Willy Kiel Anton Kipp Adolf Sinn Joſef Haaf Franz Gütlein Helm. Hammerſtein Franz Wachtel Theod. Geißler Joſ. Bapt. Mauer Eduard Meyer Leo Lemière Steph. Sprenger Rud. Thomas Wilhelm Sattler Willy Zöllner Joh. Unger Ferd. Racke Adam Reuter

Eine reiche Ernte hielt während der kurzen Spanne von 8 Jahren der Tod in den Reihen der Lehrkräfte. Am 16. November 1918 verſchied der Leiter des Gymnaſiums Herr Geh. Schulrat Dr. Friedrich Kieſer, der faſt zwei Jahrzehnte an der Spitze unſerer Anſtalt

*) Es war unmöglich, die Namen aller früheren Schüler zu verewigen, die im Kampf fürs Vaterland gefallen ſind.

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